|
EuropÀisches Netzwerk: Treffen von Mitarbeitervertretern in Paris
Am 11. Dezember trafen sich Interessenvertreter von Apothekenmitarbeitern aus Frankreich, Dänemark, Belgien, Österreich und Deutschland (ADEXA) in Paris zu einem Austausch. Gastgeber war die Angestell- tenvertretung in der französischen Apotheker- kammer (L’Ordre National des Pharmaciens). Das Netzwerk war 2007 von ADEXA und dem Verband Angestellter Apotheker Österreichs (VAAÖ) initiiert worden. Ziel ist es, gemeinsam die berufliche Situation aller nationalen Mitglieder in einem zusammenwachsenden Europa zu verbessern.
25 Teilnehmer waren der Einladung des Präsidenten der Section D der französischen Apothekerkammer, Dr. Jérôme Paresys-Barbier, gefolgt. Section D ist für die angestellten Apothekerinnen und Apotheker zuständig. Dänemark (Pharmadanmark) und Belgien waren zum ersten Mal vertreten. Die Präsidentin der Apothekerkammer, Isabelle Adenot, begrüßte die Delegationen in den historischen Räumen der Kammer. Inhaltlich ging es um einen Austausch zu den unterschiedlichen Organisationsstrukturen in der Apothekenlandschaft sowie zur Situation der Apothekenangestellten in den fünf Ländern, darunter Studium und Ausbildung, Berufsgruppen und Beschäftigtenzahlen sowie Fort- und Weiterbildung. Rechtlicher Rahmen Daneben wurden die unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen im Apothekenbereich thematisiert. Im Gegensatz zu Deutschland existieren in Österreich „Ärztliche Hausapotheken“, die sich dort ansiedeln dürfen, wo keine öffentliche Apotheke vorhanden ist. Dies führt nicht selten zu Konflikten zwischen Pharmazeuten und Medizinern. Die Niederlassungsfreiheit in Österreich ist allerdings eingeschränkt, gleiches gilt für Frankreich. Gegen beide Länder hat die EU-Kommission deshalb Vertragsverletzungsverfahren angestrengt. Frankreich besitzt – im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Ländern – die größte Anzahl von öffentlichen Apotheken (ca. 22.500). Dagegen vertrat die dänische Delegation Pharmazeuten aus knapp 300 Apotheken. Bei unseren nördlichen Nachbarn sind neben den Apotheken auch Abgabestellen in Supermärkten oder Drogerien erlaubt. In Österreich fehlt das Berufsbild der PTA, in Dänemark gibt es dagegen keine PKA. Allen Ländern gemeinsam ist der große Anteil an Frauen in der Pharmazie. Tarifliche Bedingungen In Österreich gibt es alle zwei Jahre einen automatischen Aufstieg in die nächste tarifliche Berufsgruppenstufe – unabhängig davon, ob Voll- oder Teilzeit gearbeitet wird. Neben dem 13. Gehalt als Weihnachtsgratifikation wird in Österreich ein 14. Gehalt als Urlaubsgeld gezahlt. Die Gehälter für angestellte Apotheker variieren zwischen 2.292 Euro (1. und 2. Berufsjahr) und 4.416 Euro (ab dem 25. Berufsjahr). Hinzu kommen außerdem Zulagen aus dem Kollektivvertrag (Tarifvertrag) von 946,20 Euro pro Monat ab Januar 2010. Die Gehaltserhöhung, die der VAAÖ für 2010 für seine Mitglieder ausgehandelt hat, entspricht prozentual der Gehaltserhöhung von ADEXA in Deutschland im Tarifbereich mit dem ADA. Darüber hinaus gibt es Familienzulagen und Unterstützung für Alleinerziehende. Der Apothekerverband und der VAAÖ einigten sich darauf, die Familienzulagen von 30 Euro auf 33 Euro und die Unterstützung für Alleinerziehende von 450 Euro auf 500 Euro (1. Kind) bzw. von 225 Euro auf 250 Euro (2. und weitere Kinder) anzuheben. Für die französischen Apothekenmitarbeiter ist für 2010 noch keine Gehaltserhöhung in Aussicht. In Dänemark sind die Gehälter für den Zeitraum 2008 bis 2011 bereits ausgehandelt. Das nächste Treffen, zu dem auch Vertreter aus Schweden erwartet werden, wird 2010 in Wien stattfinden. Dabei soll weiter an einer Plattform für die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Mitarbeitervertretungen gearbeitet werden. Barbara Neusetzer, Tanja Kratt
Veröffentlicht am 22.12.2009 von Dr. Sigrid Joachimsthaler
Zurück zur Übersicht |











