ADEXA-Erlebnis- und Gewerkschaftstag: Ruhestandsplanung, gesundes Altwerden, KI in Theorie und Praxis

Würzburg in Franken war Veranstaltungsort des diesjährigen Gewerkschaftstages am 17. Mai. Mit den Themen „Female Finance“, „Altern und Gedächtnis“ sowie „KI in der Apotheke“ gab es ein abwechslungsreiches und aktuelles Programm.
Bundesvorstand Andreas May begrüßte zur akkreditierten Fortbildungsveranstaltung viele ADEXA-Mitglieder und ehrenamtlich Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet.
Den Auftakt machte Finanzexpertin Lisa Hassenzahl mit dem gerade auch für Frauen wichtigen Thema der Finanz- und Ruhestandsplanung. Dabei ging es nicht um konkrete Anlagetipps wie den ETF „XY“, sondern um strategische Fragen: Warum nähern sich Frauen dem Thema Geld anders an als Männer? Wann und warum sollte man in der Partnerschaft über Finanzen und Absicherung reden? Tatsächlich gaben in einer Studie von 2020 32 Prozent der befragten Frauen an, von ihrem Partner finanziell abhängig zu sein. Neben verbesserten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sieht Hassenzahl hier die Aufgabe bei jeder (und jedem) selbst, sich über persönliche Mindsets und Glaubenssätze klarzuwerden. Dass bei der persönlichen Bestandsaufnahme kein Perfektionismus nötig sei, sondern das Anpacken, machte eine Empfehlung der Referentin deutlich: „80 Prozent erledigt sind besser als 100 Prozent nicht gemacht.“
Nötig sei die eigene Wertschätzung, ja sogar eine gesunde Portion Egoismus (#payyourselffirst). Sonst könnten zum Beispiel Situationen entstehen, dass Mütter nach dem Tod des Ehemanns ihren Kindern ihre Erbteile auszahlen und dafür das gemeinsame Haus verkaufen müssten. Was viele Frauen von dem Thema abhalte, sei die Angst, dass es mit ihrem Einkommen im Alter ohnehin nicht reicht. Auch fehlendes Hintergrundwissen und die auf eine männliche Klientel zugeschnittenen Finanzangebote trügen dazu bei, dass Frauen vor Anlagen und Investitionen zurückschrecken.
Mit einer Checkliste versehen, ging es in die Kaffeepause, die diverse Teilnehmerinnen noch für Fragen an Lisa Hassenzahl nutzten (Website: www.her-family-office.de).
Was tun gegen Demenz?
Einen großen Bogen von der Darstellung der Zeit und des Alterns in der Kunst, Philosophie und Religion über biologische Erkenntnisse bis hin zu den neuesten Antikörper-Therapien gegen Demenz schlug anschließend PD Dr. Thomas Polak, Chefarzt der Fachklinik Weibersbrunn. Welche Aspekte unserer Lebensweise für das „gesunde Altern“ wichtig sind, hat unter anderem eine Untersuchung fünf sogenannter „Blue Zones“ ergeben, die für die lange Lebenserwartung ihrer Bewohner bekannt sind: Okinawa (Japan), Sardinien, die Halbinsel Nicoya (Costa Rica), die griechische Insel Ikaria und Loma Linda in Kalifornien (mit einer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten).
Zu den zentralen positiven Faktoren zählen Familie und soziales Engagement, eine pflanzenbasierte Ernährung (inkl. Hülsenfrüchten), der Verzicht aufs Rauchen und konstante moderate körperliche Aktivität.
In den verschiedenen Lebensphasen sind zudem unterschiedliche Risikofaktoren bedeutend, wenn es um die Vermeidung von Demenzen geht: zum Beispiel im Kindesalter niedrige Bildungschancen, im mittleren Altern Übergewicht, Alkoholkonsum und Bluthochdruck, in späteren Phasen soziale Isolation, Depression, physische Inaktivität, aber auch Feinstaubbelastung.
Am besten sei im Alter die Kombination von Bewegung, geistiger Aktivität und anregenden sozialen Kontakten, empfahl Polak, zum Beispiel beim Tanzen oder ähnlichen Unternehmungen.
KI in der Apotheke
Mit dem Thema Künstliche Intelligenz werden wir aktuell immer häufiger konfrontiert. Dr. Laura Isigkeit, die sich in Frankfurt mit der funktionellen Präzisionsonkologie befasst, also der Erforschung von maßgeschneiderten, personalisierten Tumortherapien, gab zunächst einen Überblick über die Geschichte der KI. Am Beispiel der sogenannten CAPTCHAs zeigte sie, wie Maschinen Bilderkennung lernen und wie wichtig es ist, auf die richtige Auswahl der benutzten Datensätze zu achten (Stichwort Bias).
In der Medizin werden inzwischen mit Erfolg Apps zur Symptomanalyse (ADA Health App) oder zur Hautkrebsfrüherkennung (Skin Screener) eingesetzt. Und in medizinisch schlecht versorgten Regionen in Afrika sind portable Ultraschallgeräte im Einsatz. Auch für die öffentliche Apotheke sieht die Referentin Chancen in KI-Anwendungen, beispielsweise im Waren- und Preismanagement oder für die Analyse von Haut- und Haarproblemen. Und auch in der Beratung können Übersetzungstools wie DeepL oder Chatbots für Kundenanfragen hilfreich sein.
Save the date!
Wer den Erlebnis- und Gewerkschaftstag 2025 verpasst hat, kann sich schon einmal den Termin für das kommende Jahr vormerken: Das nächste ADEXA-Fortbildungshighlight ist am 25. April 2026 in Berlin geplant.
Sigrid Joachimsthaler
Fotoimpressionen vom Gewerkschaftstag 2025

















