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Destatis-Daten bestätigen Schieflage: Apothekenangestellte verdienen weit unter dem Durchschnitt

Die Einkommenssituation von Beschäftigten in Apotheken ist angespannt. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bestätigen, dass vor allem PTA und PKA deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt verdienen und damit zu den Berufsgruppen gehören, deren Vergütung der hohen Verantwortung und Qualifikation nicht gerecht wird.

Wie groß die Lücke ist, verdeutlichen die Zahlen: Vollzeitbeschäftigte mit abgeschlossener Berufsausbildung verdienten im April 2025 deutschlandweit im Durchschnitt 4.125 Euro brutto im Monat – ein neuer Höchstwert. Im Vergleich dazu schneiden viele Apothekenberufe mit spezialisierter Ausbildung deutlich schlechter ab. So sieht der Gehaltstarifvertrag mit dem ADA (Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken) für PTA im ersten und zweiten Berufsjahr ein Einstiegsgehalt von 2.646 Euro vor. Selbst nach 15 Jahren beträgt das Monatsgehalt 3.267 Euro – trotz hoher Qualifikation und großer Verantwortung. Die Gehälter ähneln denen handwerklicher Berufe wie Friseur:innen (2.470 Euro) oder Fleischer:innen (3.266 Euro). PKA bewegen sich – im Tarifbereich des ADA – mit einem Einstiegsgehalt von 2.375 Euro sogar nur knapp über Mindestlohnniveau.

Einkommenslücke auch bei Approbierten

Auch Apotheker:innen bleiben laut Destatis hinter dem bundesweiten Durchschnitt für Beschäftigte mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss zurück. Während Destatis für diesen Qualifikationsbereich im April 2025 ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt von 7.019 Euro ausweist, liegt das tarifliche Einstiegsgehalt für Apotheker:innen bei 4.166 Euro; nach 11 Jahren im Beruf sind es 4.922 Euro.

Niedrige Löhne verschärfen Fachkräftemangel

Aus Sicht von ADEXA ist diese Entwicklung nicht hinnehmbar. Apothekenangestellte sichern täglich, auch im Nacht- und Notdienst, die Arzneimittelversorgung und beraten Patientinnen und Patienten unter hoher Verantwortung. Diese Leistung muss sich endlich auch im Gehalt widerspiegeln.

Die Folgen der niedrigen Vergütung sind längst spürbar: Der Fachkräftemangel verschärft sich, Nachwuchskräfte entscheiden sich gegen Apothekenberufe und erfahrene Beschäftigte wandern in besser bezahlte Bereiche ab. Damit gerät die flächendeckende Versorgung unter Druck.

ADEXA fordert Personalumlage

Genau deshalb fordert ADEXA eine Personalumlage: Zusätzliche Mittel aus der im Koalitionsvertrag versprochenen Anhebung des Fixums dürfen nicht ins Leere laufen, sondern müssen gezielt bei den Beschäftigten ankommen. Die Personalumlage soll zweckgebunden für bessere Gehälter und Ausbildungsvergütungen eingesetzt werden und nur dort wirksam werden, wo Apotheken tarifgebunden sind. Ein finanzieller Spielraum, der für dauerhaft bessere Arbeits- und Vergütungsbedingungen sorgt, ist überfällig. 

Klare Perspektive für die Zukunft

Für ADEXA steht fest: Die Schieflage bei der Bezahlung muss korrigiert werden. Eine spürbare Aufwertung der Vergütung – abgesichert durch eine wirksame Personalumlage – ist Voraussetzung dafür, dass Apothekenberufe attraktiv bleiben und die Arzneimittelversorgung langfristig gesichert werden kann.

Martina Schiffter-Weinle

Quelle: 

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2026): Bruttomonatsverdienste ausgewählter Ausbildungsberufe im April 2025. Pressemitteilung vom 20.03.2026, Nummer PD‑26_103‑62, online