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Runder Tisch setzt Impulse für die PTA-Weiterqualifizierung

Wie kann eine Weiterqualifizierung aussehen, die PTA echte berufliche und finanzielle Perspektiven eröffnet? Darüber diskutierten am 1. September 2026 Vertreter:innen von PTA-Schulen, der Bundesapothekerkammer (BAK), der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), des Bundesverbands Pharmazeutisch-technischer Assistent:innen (BVpta) und des Deutschen Apotheker Verlags auf Einladung von ADEXA in Hamburg.

Im offenen Austausch wurden erste Ideen zusammengetragen und verschiedene Ansätze für eine künftige PTA-Weiterqualifizierung diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die Einschätzungen bei vielen grundlegenden Fragen erstaunlich nah beieinanderlagen.

Berufliche Perspektiven für PTA schaffen

Hintergrund ist die Diskussion um das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Sie hat deutlich gemacht, dass der Wunsch nach echten beruflichen Entwicklungsperspektiven für PTA von vielen Seiten getragen wird – von Schulen und Apotheken, aus der Berufspolitik und nicht zuletzt von den PTA selbst. Bislang fehlt jedoch eine anerkannte Weiterqualifizierung, die neue berufliche Perspektiven eröffnet und zugleich mit einer gesicherten finanziellen Verbesserung verbunden ist. Abgesehen von einem anschließenden Pharmaziestudium gibt es für PTA kaum Möglichkeiten, sich gezielt weiterzuqualifizieren und damit auch beim Gehalt spürbar voranzukommen. Diese fehlenden Entwicklungsperspektiven sind ein Grund dafür, dass PTA den Beruf verlassen und zugleich zu wenig Nachwuchs nachkommt.

In der konstruktiven Diskussion zeigte sich bei den Vorstellungen zu möglichen Eckpunkten bereits viel Übereinstimmung: Eine künftige Weiterqualifizierung sollte aus Sicht der Teilnehmenden bundesweit einheitlich geregelt, modular aufgebaut und berufsbegleitend absolvierbar sein – mit einer verbindlichen Abschlussprüfung und einem bundesweit anerkannten Abschluss. Sie sollte auf der bestehenden PTA-Ausbildung aufbauen, vorhandene Kompetenzen vertiefen und gezielt zusätzliche Kompetenzen vermitteln. Auch mögliche Inhalte und Zugangsvoraussetzungen einer solchen Weiterqualifizierung wurden erstmals ergebnisoffen diskutiert. Dabei handelte es sich zunächst um Überlegungen, die im weiteren Prozess geprüft und konkretisiert werden müssen.

Weiterqualifizierung muss sich lohnen

Diskutiert wurde zudem die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Weiterqualifizierung für PTA und Apotheken gleichermaßen attraktiv sein könnte. Dabei ging es auch darum, welche Förder- und Unterstützungsangebote genutzt werden könnten, damit die finanziellen Belastungen nicht allein bei den PTA oder ihren Arbeitgebern liegen. Im Mittelpunkt standen zwei Fragen: Wie lässt sich eine Weiterqualifizierung für PTA finanziell und zeitlich so gestalten, dass sie berufsbegleitend tatsächlich machbar ist? Und welchen zusätzlichen Nutzen könnten entsprechend qualifizierte PTA für Apotheken bieten, der perspektivisch auch eine höhere Vergütung rechtfertigt?

Eine wichtige Perspektive brachten dabei die teilnehmenden PTA-Schulen ein. Die Lehrkräfte kennen die Ausbildungsinhalte ebenso wie die Voraussetzungen, mit denen PTA in den Beruf starten, und wissen aus ihrem Unterrichtsalltag, wie PTA lernen. Ihr konzeptionelles Wissen und ihre Erfahrungen aus der Ausbildung lieferten wichtige Impulse für die Diskussion und dürften auch für die weitere Ausgestaltung wertvoll sein. Die BAK brachte ihre Perspektive auf die berufspolitischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein und nahm viele Anregungen für die weiteren Schritte mit. Der Austausch machte deutlich, wie wichtig es für die weitere Konzeptentwicklung sein wird, die unterschiedlichen Perspektiven aller Beteiligten zusammenzuführen.

Hamburger Runde als Auftakt für weiteren Prozess

Der Runde Tisch in Hamburg versteht sich als Auftakt und Impuls für einen nun begonnenen Prozess. Die Bundesapothekerkammer wird die weitere Federführung übernehmen und hatte bereits im Frühjahr angekündigt, eine eigene Arbeitsgruppe zur PTA-Weiterqualifizierung einzurichten. Die Erkenntnisse und Ideen aus dem Hamburger Treffen sollen mit einfließen und auch Vertreter:innen der Hamburger Runde werden daran teilnehmen. Die Teilnehmenden sehen darin eine gute Gelegenheit, insbesondere die praxisnahe fachliche und methodische Perspektive der PTA-Schulen in den weiteren, von der BAK koordinierten Prozess einzubringen.

„Der Runde Tisch hat gezeigt, wie viel Rückenwind es für eine PTA-Weiterqualifizierung gibt", resümiert ADEXA-Bundesvorstand Andreas May. „Besonders erfreulich war, dass die Vorstellungen bei vielen grundlegenden Fragen bereits nah beieinanderlagen. Gleichzeitig stehen wir noch ganz am Anfang des Prozesses. Jetzt geht es darum, die gesammelten Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln und zu prüfen, was sich davon sinnvoll umsetzen lässt. Wir freuen uns deshalb, dass die BAK den Dialog fortführen wird."

Martina Schiffter-Weinle