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Kommentar zum World Pharmacists Day 2026: Die Apotheke der Zukunft? Ohne starke Approbierte gibt es sie nicht!

Digitalisierung, KI, neue Versorgungsaufgaben: Apotheken verändern sich rasant. Am Weltapothekertag gilt unser Dank und unsere Anerkennung den Apothekerinnen und Apothekern. Sie tragen diesen Wandel mit ihrer Fachkompetenz und ihrer Verantwortung, gemeinsam mit ihren Teams.

Am 25. September wird weltweit der Internationale Apothekertag, der „World Pharmacists Day“, begangen. Ins Leben gerufen wurde er von der International Pharmaceutical Federation (FIP), um die Bedeutung des Berufsstands für die Gesundheitsversorgung sichtbar zu machen.

Das diesjährige Motto „Empowering pharmacists for healthier futures“ – Apothekerinnen und Apotheker für eine gesündere Zukunft stärken – passt in eine Zeit, in der sich unser Berufsfeld tiefgreifend verändert. Apotheken übernehmen neue Aufgaben in der Versorgung, der Beratungsbedarf wächst, Prozesse werden komplexer.

Ein großer Teil der Approbierten arbeitet angestellt in öffentlichen Apotheken, zum Teil als Filialleitung. ADEXA vertritt ihre Interessen – und ihnen gilt an diesem Tag ein besonderer Dank.

KI kann unterstützen, die Verantwortung bleibt beim Menschen

Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) halten zunehmend Einzug in den Apothekenalltag. Sie können Abläufe erleichtern, Informationen schneller verfügbar machen und Beschäftigte von Routineaufgaben entlasten. Darin liegen große Chancen.

Eines ändert aber auch der beste Algorithmus nicht: Die Verantwortung für die Arzneimittelversorgung liegt bei den Approbierten. Ob eine Wechselwirkung relevant ist, ob eine Dosierung zum Menschen passt oder ob eine Patientin mehr braucht als ein Arzneimittel: Bei solchen Fragen kann Technik unterstützen. Die fachliche Beurteilung und die daraus folgenden Entscheidungen erfordern jedoch pharmazeutisches Wissen, Erfahrung und Urteilsvermögen. Je leistungsfähiger die Technik wird, desto wichtiger werden diese Kompetenzen.

Neue Aufgaben brauchen gute Arbeitsbedingungen

Wer über die pharmazeutische Versorgung der Zukunft spricht, darf deshalb nicht allein über Technik, Strukturen und neue Leistungen reden.

Die wichtigste Säule jeder Apotheke sind die Menschen, die dort arbeiten. Eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung braucht ausreichend Personal, attraktive Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, gute Aus- und Weiterbildung – und genügend Zeit für qualifizierte pharmazeutische Arbeit.

Fortschritt braucht Beschäftigte

Der Internationale Apothekertag ist deshalb auch eine Gelegenheit, daran zu erinnern: Innovation ist kein Selbstzweck. KI und Digitalisierung können wichtige Werkzeuge für eine bessere Versorgung sein. Ihren Nutzen entfalten sie aber nur, wenn sie die Beschäftigten unterstützen und entlasten – statt zusätzlichen Druck zu erzeugen.

Wer die Apotheke der Zukunft gestalten will, muss die Menschen stärken, die in ihr arbeiten. Das ist die entscheidende Botschaft dieses Tages.

Andreas May
ADEXA – Die Apothekengewerkschaft