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Tag der Frauengesundheit: Warum die Doppelbelastung krank macht

Frauen stemmen den Laden – im Beruf, in der Familie und oft auch in der Pflege von Angehörigen. Laut Statistischem Bundesamt leisten Frauen in Deutschland durchschnittlich 52,4 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Doch die gesundheitlichen Folgen dieser Dauerbelastung werden noch immer unterschätzt. Zum Internationalen Tag der Frauengesundheit am 28. Mai fordert ADEXA mehr gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit und eine echte Entlastung für Beschäftigte. Denn Gesundheit ist keine Privatsache – sondern auch eine Frage von Arbeitsbedingungen und sozialer Gerechtigkeit.

Viele Frauen kennen das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen. Tagsüber Arbeit, danach Kinderbetreuung, Haushalt oder die Pflege von Angehörigen. Kaum Zeit für Erholung, kaum Raum für die eigene Gesundheit. Gerade angestellte Frauen arbeiten häufig in Berufen mit hoher emotionaler Belastung – etwa im Gesundheitswesen, in Apotheken, Pflegeeinrichtungen oder sozialen Berufen. Dort wird Verantwortung getragen, Nähe gelebt und oft unter hohem Zeitdruck gearbeitet.

Zum Internationalen Tag der Frauengesundheit macht ADEXA darauf aufmerksam, dass diese Mehrfachbelastungen zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko geworden sind.

Psychische Belastungen nehmen zu

Besonders die psychische Gesundheit von Frauen gerät zunehmend unter Druck. Viele Arbeitnehmerinnen erleben dauerhaft Stress, Personalmangel und steigende Anforderungen im Berufsalltag. Gleichzeitig bleibt die Sorgearbeit zu Hause meist weiterhin an ihnen hängen. Diese sogenannte Doppelbelastung führt nicht selten zu Erschöpfung, Schlafproblemen oder Burnout. 

Hinzu kommt die emotionale Belastung vieler Tätigkeiten. Gerade in Gesundheits- und Dienstleistungsberufen wird häufig erwartet, immer freundlich, empathisch und belastbar zu sein – selbst dann, wenn die eigenen Kräfte längst erschöpft sind. Diese permanente emotionale Anspannung bleibt oft unsichtbar, hat aber erhebliche Folgen für die Gesundheit.

Care-Arbeit bleibt gesellschaftlich unterschätzt

Geändert hat sich in den letzten Jahren kaum etwas: Noch immer übernehmen Frauen den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Kinderbetreuung, Haushalt oder die Pflege älterer Angehöriger werden häufig selbstverständlich vorausgesetzt – zusätzlich zur Erwerbsarbeit. Viele Betroffene reduzieren deshalb ihre Arbeitszeit oder verzichten auf Karrierechancen.

Die Folgen zeigen sich nicht nur kurzfristig durch Stress und Überlastung. Auch langfristig entstehen Nachteile: geringere Einkommen, schlechtere Rentenansprüche und ein erhöhtes Risiko für Altersarmut. Die sogenannte Teilzeitfalle trifft viele Frauen über Jahrzehnte hinweg – gesundheitlich, sozial und finanziell.

Gesundheit braucht gute Arbeit

Aus Sicht von ADEXA ist klar: Wer Care-Arbeit leistet, trägt Verantwortung für die gesamte Gesellschaft. Diese Arbeit darf nicht weiter unsichtbar bleiben.

ADEXA fordert deshalb eine Arbeitswelt, in der Beschäftigte nicht dauerhaft über ihre Belastungsgrenzen gehen müssen. Dazu gehört eine faire Bezahlung: Apotheken verlieren heute qualifizierte Fachkräfte, weil die Gehälter nicht konkurrenzfähig sind – wer geht, fehlt dem Team, und wer bleibt, trägt mehr Last. Gleichzeitig braucht es verbindliche Mindestbesetzungen, damit Ausfälle aufgefangen werden können, ohne dass das verbleibende Team dauerhaft unter Druck steht. ADEXA fordert beides: Tarifgehälter, die den Ausbildungsaufwand und die Verantwortung im Berufsalltag tatsächlich widerspiegeln – und verlässliche Personalvorgaben, die Dauerstress strukturell verhindern.
Frauen dürfen nicht länger die Hauptlast eines Systems tragen, das auf ihrer unbezahlten und oft unsichtbaren Arbeit basiert. Wer Frauengesundheit ernst nimmt, muss <s>auch </s>deshalb über Arbeitszeiten, Löhne, Personalpolitik und soziale Gerechtigkeit sprechen – und handeln.

Was Sie tun können

Sind Sie selbst betroffen oder kennen Kolleginnen, die unter Doppelbelastung leiden? ADEXA berät und unterstützt – bei arbeitsrechtlichen Fragen, bei Konflikten mit dem Arbeitgeber und beim Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen. Werden Sie Mitglied oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf. 

Andreas May
ADEXA-Bundesvorstand

Quellen

  1. DESTATIS zum Gender Care Gap
  2. WSI zur Erschöpfung durch Care-Arbeit
  3. RKI: Belastung pflegender Angehöriger
  4. BMBFSFJ: Gender Pension Gap 

 

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