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Aktiv werden – ADEXA gestalten: Engagement stärkt die Gewerkschaft

Am Dienstagabend zeigte ADEXA in einer Online-Veranstaltung, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich innerhalb der Apothekengewerkschaft aktiv einzubringen. Viele Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und einen Blick hinter die Kulissen der gewerkschaftlichen Arbeit zu werfen. 

Eine Gewerkschaft ist nur so stark wie die Menschen, die sich in ihr engagieren. ADEXA versteht sich nicht nur als Ansprechpartner bei arbeitsrechtlichen Fragen oder Tarifverhandlungen, sondern auch als starke Gemeinschaft von Apothekenangestellten, die ihre beruflichen Interessen aktiv mitgestalten wollen. Genau dafür braucht es Menschen, die sich einbringen – ob mit einem Wahlamt, in Arbeitsgruppen oder durch kleinere, projektbezogene Aufgaben. Die Gewerkschaft setzt dabei bewusst auf die Verbindung von Haupt- und Ehrenamt. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für Organisation, Rechtsberatung und Verwaltung, während ehrenamtlich Aktive ihre Erfahrungen direkt aus dem Apothekenalltag einbringen. Diese Mischung ist kein Nice-to-have – sie ist der Kern einer glaubwürdigen Interessenvertretung.

Einfach loslegen: Das aktive Mitglied

Der einfachste Einstieg ins Ehrenamt bei ADEXA ist der Schritt vom passiven zum aktiven Mitglied. Viele entdecken ihr Engagement zunächst im Rahmen kleinerer Projekte oder regionaler Aktivitäten – etwa bei der Organisation und Ausrichtung von Stammtischen und Informationsveranstaltungen oder als Schulaktive, die die Gewerkschaftsarbeit bei Schulbesuchen an PTA- und PKA-Schulen vorstellen. Darüber hinaus bieten sich zahlreiche weitere Möglichkeiten: Einige aktive Mitglieder unterstützen das Messeteam, andere verfassen Beiträge für die Mitgliederzeitschrift Spektrum oder bringen sich in Arbeitsgruppen ein.

Gerade diese Vielfalt macht das Ehrenamt bei ADEXA so attraktiv. Niemand muss von Anfang an alles beherrschen oder langjährige Erfahrung mitbringen. Entscheidend sind vielmehr Interesse, Teamgeist und die Bereitschaft, sich einzubringen und etwas zu bewegen. 

Regionsvorstand und Beirat

Wer bereit ist, ein Wahlamt zu übernehmen und dauerhaft Verantwortung zu tragen, kann sich in den Regionsvorstand wählen lassen. ADEXA ist in vier Regionen gegliedert – Nord, West, Mitte & Ost und Süd. Pro Region gibt es mindestens sechs, maximal zwölf Regionsvorstandsmitglieder, die auf den Regionalen Vollversammlungen für drei Jahre gewählt werden und die Interessen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort vertreten. Regionsvorstände organisieren regionale Veranstaltungen, halten Kontakt zu den Mitgliedern und arbeiten eng mit den Regionalen Geschäftsstellen zusammen. Sie sind damit ein wichtiges Bindeglied zwischen der Basis und dem Hauptamt. Wer Freude an Kommunikation, Organisation und berufspolitischem Austausch hat, findet hier ein spannendes Betätigungsfeld.

Der nächste Schritt ist das Beiratsamt. Wer mindestens ein Jahr lang ein Wahlamt innehatte, kann in den zwölfköpfigen Beirat gewählt werden – je drei Personen pro Region. Der Beirat bestimmt die Ausrichtung gewerkschaftlicher Aktivitäten, beschließt den Haushalt und die Beitragsordnung, wählt den Finanzausschuss und ist abstimmungsberechtigt in der Delegiertenversammlung – dem höchsten Organ der Gewerkschaft. Wer hier mitwirkt, hat echten Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Gewerkschaft.

Die Tarifkommission

Kaum ein Thema ist für Apothekenangestellte so unmittelbar spürbar wie der Tarifvertrag. Ob Gehalt, Urlaub oder Zulagen – all das wird in Tarifverhandlungen ausgehandelt. Und genau daran können ehrenamtliche ADEXA-Mitglieder direkt mitwirken. Die Tarifkommission verhandelt Tarife mit den drei Arbeitgeberverbänden ADA, TGL Nordrhein und SAV. Neben den beiden hauptamtlichen Bundesvorständen gehören ihr bis zu acht gewählte Ehrenamtliche an, die auf der Delegiertenversammlung für fünf Jahre gewählt werden.

Wer in der Tarifkommission mitwirkt, sitzt nicht nur symbolisch am Tisch – sondern arbeitet an Ergebnissen, die das Leben von tausenden Kolleginnen und Kollegen in deutschen Apotheken direkt beeinflussen. Dabei steht man nicht allein: Rechtsanwältin Minou Hansen berät und unterstützt die Kommission in tarifrechtlichen Fragen.

Mitbestimmen auf höchster Ebene: Die Delegiertenversammlung

Die Delegiertenversammlung ist das höchste Organ von ADEXA. Sie wird mindestens alle fünf Jahre einberufen, beschließt Satzungsänderungen, wählt die Tarifkommission und den Bundesvorstand und legt die berufspolitische Ausrichtung von ADEXA fest. Alle Mitglieder haben Zutritt – abstimmungsberechtigt sind die 36 Delegierten aus allen vier Regionen. Sie setzen sich zusammen aus den 12 Beiratsmitgliedern (je 3 pro Region), je 3 gewählten Regionsvorstandsmitgliedern pro Region sowie je 3 weiteren Mitgliedern pro Region, die auf der Regionalen Vollversammlung gewählt werden. Wer als Regionsvorstandsmitglied oder direkt gewähltes Mitglied in die Delegiertenversammlung einziehen möchte, muss mindestens ein Jahr ADEXA-Mitglied sein und Interesse mitbringen, sich für die Belange der Gewerkschaft einzusetzen – und sich der Wahl auf der Regionalen Vollversammlung stellen.

Die ADEXA-Berufsgruppen

Auch die vier Berufsgruppen bei ADEXA bieten viele Möglichkeiten zur Mitarbeit. Ob Apotheker:innen, PTA, PKA oder PI/Apothekerassistent:innen – jede Berufsgruppe beschäftigt sich mit aktuellen berufspolitischen Themen und entwickelt Positionen zu Fragen der Ausbildung, Weiterbildung oder Berufsentwicklung. Gerade in Zeiten großer Veränderungen im Gesundheitswesen ist diese Arbeit wichtiger denn je. Mitglieder können hier ihre berufliche Erfahrung einbringen und an der Weiterentwicklung ihres Berufsbildes mitarbeiten.

Bildung gestalten, sichtbar werden und jung vernetzen

Wer die Ausbildung von morgen mitprägen will, kann sich in den paritätisch besetzten Berufsbildungs- und Prüfungsausschüssen engagieren. Auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes werden dort Bildungs- und Prüfungsinhalte für die PKA-Ausbildung mitgestaltet. ADEXA hat für die Arbeitnehmervertretenden das Vorschlagsrecht und sorgt so dafür, dass engagierte Stimmen aus den Apotheken in diesen Gremien vertreten sind.

Für junge Mitglieder gibt es zudem die JuMis – die jungen Mitglieder bis etwa 35 Jahre. Sie organisieren eigene Veranstaltungen, vernetzen junge Kolleginnen und Kollegen und erleichtern den Einstieg in die aktive Gewerkschaftsarbeit. Viele JuMis engagieren sich später auch in Regionsvorständen, Berufsgruppen oder der Tarifkommission. Damit schaffen sie eine wichtige Verbindung zwischen neuen Ideen und gewachsener Erfahrung.

Schließlich bieten Arbeitsgruppen die Möglichkeit, sich gemeinsam einem konkreten Thema zu widmen – von der AG PKA Praxis über die AG Filialleitung bis zur AG Weiterentwicklung des PTA-Berufs. Das Hauptamt unterstützt die Arbeitsgruppen und in einigen Fällen stellt der Beirat auch finanzielle Mittel bereit.

Aktiv werden: Jetzt ist der richtige Moment

Besonders interessant ist, dass ADEXA neue Ehrenamtliche nicht alleinlässt. Wer aktiv werden möchte, erhält Unterstützung durch die Regionalen Geschäftsstellen und die Hauptgeschäftsstelle. Es gibt Basisseminare für Einsteigerinnen und Einsteiger, Schulungen sowie Austauschmöglichkeiten mit erfahrenen Aktiven. Fahrtkosten und notwendige Auslagen werden übernommen, sodass Engagement nicht an finanziellen Hürden scheitert.

Wer sich einbringt, gestaltet nicht nur die Gewerkschaft, sondern auch seinen eigenen Berufsstand aktiv mit – heute und für künftige Generationen. 2026 ist für ADEXA zudem ein entscheidendes Wahljahr: In allen vier Regionen stehen die Regionalen Vollversammlungen an (die Termine finden Sie hier), im November tritt die Delegiertenversammlung zusammen. Der erste Schritt ist der einfachste: Melden sie sich bei ihrem Regionsvorstand, der Regionalen Geschäftsstelle oder den JuMis. Die Türen stehen offen – es braucht nur Menschen, die eintreten wollen.

Martina Schiffter-Weinle

 

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