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28. Juni 2013

ALG II trotz Erwerbstätigkeit: Frauen stocken häufiger auf

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung berichtet von einem gefährlichen Trend:  Erwerbstätige Frauen müssen ihr Gehalt deutlich häufiger als Männer mit Arbeitslosengeld II aufstocken.

Laut WSI erhielten Anfang 2012 mehr als 1,3 Millionen Angestellte Arbeitslosengeld II aufgrund niedriger Löhne und Gehälter.  Davon waren 608.000 Männer und 722.000 Frauen betroffen, Tendenz steigend. Von 2007 bis 2012 wuchs die Zahl an Aufstockerinnen um 26 Prozent, bei Männern waren es nur 17 Prozent mehr. Auch hatte 2007 jede fünfte Bezieherin von Hartz-IV-Leistungen einen Job, und in 2012 fast jede dritte. WSI-Forscherin Dr. Christina Klenner sieht hier mehrere Tendenzen: Die Quote erwerbstätiger Frauen steigt Jahr für Jahr an, was an und für sich positiv zu bewerten wäre. Viele Arbeitnehmerinnen können mit ihrem Gehalt jedoch keine Existenzen sichern. Frauen seien von der Ausbreitung des Niedriglohnlohnsektors deutlich stärker betroffen als Männer, folgert Klenner. Alleinerziehende sind bei gleichem Einkommen häufiger als Singles auf Transferleistungen angewiesen.

Michael van den Heuvel

Weitere Informationen: 

Hans-Böckler-Stiftung

 

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