News

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

12. Juli 2013

Aus der ADEXA-Rechtsberatung: Urlaub richtig planen und entspannt genießen

Sommer in Deutschland: Schnell noch etwas Erholung oder Aktivurlaub einschieben? Wenn das so einfach wäre – in vielen Apotheken ist die Planung freier Tage ein Minenfeld. Wer seine Rechte kennt, hat bessere Karten.

Dass Apothekenangestellte laut Bundesrahmentarifvertrag, § 11 Abs. 3, 33 bis 34 Tage Urlaubsanspruch haben, ist kein Geheimnis. Auch die Umrechnung auf Arbeitstage, falls KollegInnen an weniger als sechs Werktagen pro Woche arbeiten, fällt nicht schwer. „Der Urlaub wird jedoch immer wieder zum brisanten Thema in der Rechtsabteilung, weil sich große Probleme bei der Planung ergeben“, so Iris Borrmann, Rechtsanwältin bei ADEXA. Häufig fragen Mitglieder, wie sie freie Tage richtig beantragen und welche Rechte sie in Konfliktfällen haben.

Der frühe Vogel...

Üblicherweise äußern Angestellte zunächst einen konkreten Urlaubswunsch und tragen die freien Tage in Urlaubsplaner ein oder geben Vorgesetzten einen Urlaubszettel. Teams, die gut harmonieren, können entsprechende Vorarbeiten selbständig durchführen. In einigen Apotheken erwarten Arbeitgeber alle Urlaubszeiten bereits im Januar, um eine konkrete Planung für das gesamte Jahr zu machen. Zwar kann ein Inhaber bei späterer Beantragung den Urlaub nicht komplett verweigern, MitarbeiterInnen haben bezüglich ihrer Terminvorstellungen aber schlechtere Aussichten. Borrmann: „Trotz frühzeitiger Planung sitzen manche Chefs Urlaubsanträge so lange aus, bis es nur noch teure Flüge gibt.“ Welche Rechte haben Apothekenangestellte in diesem Fall?

In der Warteschleife

Dazu ein Blick in das Bundesurlaubsgesetz, § 7: „Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.“ Fristen sieht der Gesetzgeber jedoch nicht vor. Borrmann: „Bereits von Mitarbeitern abgestimmte Urlaubsplanungen inklusive Vertretung erfordern keine separate Festlegung des Arbeitgebers.“ Das heißt im Klartext: Widerspricht ein Chef besagten Urlaubslisten nicht in angemessener Zeit, hat er die Einteilung stillschweigend genehmigt. In der Rechtsprechung gelten Zeiträume von vier bis sechs Wochen als angemessen. Sollten Vorgesetzte die Planung nach einiger Zeit dennoch widerrufen, müssen sie alle Kosten und Gebühren für bereits gebuchte Reisen übernehmen.

Klärung vor Gericht

Im schlimmsten Falle haben KollegInnen die Möglichkeit, Urlaubsansprüche vor dem Arbeitsgericht klären zu lassen. Sollte eine rasche Entscheidung nötig sein, beschleunigen einstweilige Verfügungen das Verfahren. Hier sind auch Anträge möglich, um einem vom Arbeitgeber festgelegten Urlaubszeitraum zu widersprechen. „ADEXA berät und vertritt alle Mitglieder bei entsprechenden Streitigkeiten“, sagt Iris Borrmann.

Michael van den Heuvel

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>