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07. Mai 2012

Die ADEXA-Tarifkommission: „Wir kennen die Belastungen“

Arbeitsverdichtung, Stress mit den Rabattverträgen, schwierige Kunden und von der Politik frustrierte Chefs: Die ehrenamtlichen Mitglieder der ADEXA-Tarifkommission kennen die Arbeitsbedingungen in den Apotheken aus eigener Erfahrung und vom Austausch mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Welche Personen bilden eigentlich dieses zentrale Organ der Apothekengewerkschaft?

„Ohne eine tarifschließende Gewerkschaft gäbe es keine Mindeststandards für die Gehälter und Arbeitsbedingungen in unserer Branche“, sagt Tanja Kratt, die als Zweite Vorsitzende von ADEXA satzungsgemäß die Tarifkommission leitet. „Jede angestellte Apothekerin und jede PI, jede einzelne PTA und PKA müsste alle Details der Arbeitsbedingungen selbst aushandeln – angefangen von der Wochenarbeitszeit und dem Erholungs- und Bildungsurlaub über Sonderzahlung, Bedingungen eines Jahresarbeitszeitkontos bis zu Überstunden- und Notdienstregelungen sowie Kündigungsfristen. Das und vieles andere mehr sowohl rechtssicher als auch ausgewogen für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu verhandeln, ist Aufgabe der Tarifvertragsparteien. Und da die gesetzlichen Regelungen nur Rahmenbedingungen für alle Branchen darstellen können, sind Tarifverträge seit langer Zeit die bessere und im Grundgesetz verankerte Lösung.“

Nach oben offen

Die ADEXA-Tarifkommission sorgt mit den Gehalts- und Rahmentarifverträgen für eine Grundstruktur für alle Berufsgruppen und Auszubildenden, an der sich Arbeitnehmer wie Arbeitgeber orientieren können und von denen nicht zu Ungunsten tarifgebundener Mitarbeiter abgewichen werden darf. Günstigere Bedingungen, z. B. einen höheren Urlaubsanspruch oder die komplette Erstattung von Fahrtkosten kann natürlich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter individuell für sich aushandeln!

Alle Berufsgruppen vertreten

Bei ADEXA besteht die Tarifkommission sowohl aus haupt- als auch aus ehrenamtlichen Mitgliedern: den beiden Vorsitzenden Barbara Neusetzer und Tanja Kratt sowie acht vom ADEXA-Beirat gewählten ehrenamtlich Aktiven, die alle Berufsgruppen repräsentieren und aus sieben verschiedenen Kammerbezirken stammen. Damit sind neben dem Tarifbereich des Apothekerverbands Deutscher Apotheken (ADA), sprich Bundesgebiet ohne Nordrhein und Sachsen, und dem der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) Nordrhein auch sächsische Mitarbeiter vertreten, denen seit 15 Jahren von den Arbeitgebern Sachsens Tarifverträge verweigert werden. Die juristische Dimension der Tarifarbeit betreut ADEXA-Rechtsanwältin Iris Borrmann.

Aktuell laufen Tarifverhandlungen für Nordrhein. „Dabei sind uns besonders auch die Ausbildungsvergütungen wichtig, weil der Berufsnachwuchs seine Lebenshaltungskosten während der Ausbildung bewältigen muss. Aber selbstverständlich wird gleichzeitig über eine adäquate Erhöhung der Gehälter von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verhandelt. 

Dr. Sigrid Joachimsthaler

Mehr zu den einzelnen Mitgliedern der Tarifkommission lesen Sie in unserer Serie in loser Folge.

Die ADEXA-Tarifkommission

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