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11. Juni 2012

Dorit Vogt im Gespräch: „Gute Einstiegsgehälter sind wichtig“

Stress mit Rabattverträgen, schwierige Kunden und von der Politik frustrierte Chefs: Die ehrenamtlichen Mitglieder der ADEXA-Tarifkommission kennen die Arbeitsbedingungen in den Apotheken aus eigener Erfahrung und vom Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Auch zwei PTA arbeiten in diesem zentralen Organ der Apothekengewerkschaft mit. In diesem und dem nächsten Heft stellen wir sie Ihnen vor:

Frau Vogt, wie lange sind Sie schon in der Tarifkommission und was motiviert Sie, dort mitzuarbeiten?

Ich bin bestimmt schon mehr als sieben Jahre in der Tarifkommission. Zuerst nur als Vertretung, dann fuhr ich zu einigen Verhandlungen mit und wuchs so allmählich in die Tarifarbeit hinein. Als Wahlen zur neu strukturierten Tarifkommission anstanden, habe ich gerne wieder kandidiert. Die positiven Rückmeldungen meiner KollegInnen tragen zu meiner Motivation bei, diese wichtige gewerkschaftliche Arbeit weiter fortzuführen.

Was sind Ihre Ziele?

Wie alle meine Kolleginnen und Kollegen in der Tarifkommission will ich gute Tarifabschlüsse erreichen und dabei die Belange aller Angestellten in der Apotheke bestmöglich vertreten. Dabei geht es nicht nur um Gehaltserhöhungen, sondern auch um gute Arbeitsbedingungen. Stolz bin ich, dass wir einen Baustein für die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge im Tarifvertrag verankern konnten.

Das bedeutet aber oft auch zu kämpfen und sich nicht von den Arbeitgebern abwimmeln zu lassen nach dem Motto: „Die Lage in den Apotheken und die Zahlen sind so schlecht - da geht nichts mehr!“

Wichtig finde ich auch, dass alle Bundesländer wieder in einer Tarifgemeinschaft vertreten sind und gültige Tarifverträge haben.

Außerdem ist es mir ein Anliegen, den PTA-Beruf durch gute Einstiegsgehälter attraktiv zu machen. PTA ist ein wunderbarer Beruf – vielseitig durch die praktische Arbeit in Rezeptur und Labor sowie den Kundenkontakt bei der Beratung. Mit der von der ADEXA-Fachgruppe PTA anvisierten neuen Ausbildungsordnung wird er auch keine Sackgasse mehr sein, sondern ausbaufähig durch die Möglichkeit der Fachhochschulreife.

Was wünschen Sie sich von den Arbeitgebern – und was von den Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken?

Von den Arbeitgebern wünsche ich mir Wertschätzung der täglichen Arbeit und Motivation, damit das Team seine gemeinsamen Ziele erreichen kann.

Trotz der erhöhten Anforderungen zum Beispiel durch Rabattverträge oder die neue Apothekenbetriebsordnung sollten die Arbeitgeber auch dafür sorgen, dass die Arbeitsverdichtung nicht immer weiter wächst. Und es darf keine untertarifliche Bezahlung geben oder weniger Urlaub als tariflich vereinbart.

Von den Kolleginnen und Kollegen wünsche ich mir Teamgeist, denn jede/r trägt sein Stück dazu bei, dass das Arbeitsklima gut ist und bleibt. Außerdem erwarte ich aber auch Interesse an Arbeitsrechten: „Was steht mir zu? Wie kann ich meine Ansprüche durchsetzen?“ Dazu gehört für mich auch, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Frau Vogt, vielen Dank für das Gespräch!

Fragen: Dr. Sigrid Joachimsthaler

 

Zur Person

Dorit Vogt ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet Teilzeit in einer norddeutschen Kleinstadtapotheke. Sie ist Mitglied im ADEXA-Landesvorstand Schleswig-Holstein und aktiv in der Fachgruppe PTA bei ADEXA.

 

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