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10. Oktober 2012

FIP Centennial 2012: Erster internationaler PTA-Kongress war ein Erfolg

Vom 3. bis 4. Oktober 2012 fand in Amsterdam zum ersten Mal ein internationaler Kongress für PTA statt. TeilnehmerInnen aus aller Welt, sowohl aus öffentlichen als auch aus Krankenhausapotheken, konnten ihre Erfahrungen austauschen und Informationen mitnehmen. Dank des großen Einsatzes der Mitglieder der EAPT (European Association of Pharmacy Technicians) war es den PTA möglich, zu Sonderkonditionen am Kongress teilzunehmen.

ADEXA ist aktives Mitglied in der EAPT; für die Fachgruppe PTA bei ADEXA nahm Ingrid Heberle teil. Aus Deutschland waren außerdem Vertreterinnen des BVpta in Amsterdam dabei.

Ausbildung und Einsatzbereiche

PTA gibt es in vielen Ländern, aber nicht überall als registrierter und regulierter Beruf, sondern oft nur als Training on the Job. Wie wir durch die Arbeit bei der EAPT wissen, sind auch in Europa Ausbildung und Tätigkeitsbereiche von PTA sehr unterschiedlich. Umso wichtiger ist der Austausch untereinander. Diese Themen standen deshalb auch am ersten Kongresstag im Mittelpunkt der Referate. Vertreter aus Australien, Singapur, Europa, Süd- und Nordamerika präsentierten die Situation der PTA in ihren jeweiligen Ländern. Hohe Standards bestehen in den Ländern der nördlichen Halbkugel und in Singapur. Aber auch in Nichtindustriestaaten leisten PTA wertvolle Arbeit, oft in Ermangelung ausgebildeter Apotheker alleine in sogenannten Pharmacy Shops. In den  Ländern Mittel- und Südamerikas sind PTA dagegen eher unbekannt. Arzneimittel werden dort in Supermärkten und an der „Ecke“ verkauft. Apotheken sind unbekannt.

Trotz der hohen Ausbildungsstandards ist es aber auch in Europa schwer, Karriere zu machen. Auch die oft gepredigte Flexibilität innerhalb der EU-Länder ist kaum möglich, da die jeweiligen Ausbildungen nicht überall anerkannt werden. Zudem unterscheiden sie sich sowohl in der Länge (von einem bis vier Jahre) als auch in den Inhalten. Und PTA können in völlig unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen arbeiten; die Berufsbezeichnung sagt nicht überall dasselbe aus. Da muss noch viel Arbeit geleistet werden, bis die europäische Freizügigkeit auch bei unserem Beruf eine Selbstverständlichkeit geworden ist.

Eine wichtige Erkenntnis des ersten Tages: Ein beruflicher Titel sagt nichts über das Wissen der betreffenden Person aus. Das bedeutet, dass unser in der Ausbildung erworbenes Wissen immer aufgefrischt und auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Das heißt aber auch, dass sich jeder immer fragen sollte, ob sie bzw. er kompetent ist für die Tätigkeit, die ausgeführt werden soll.

Hauptaugenmerk auf Patientensicherheit

Der zweite Kongresstag stand im Zeichen der Patientensicherheit. All unser Tun muss die Sicherheit der Patienten im Fokus haben. Das heißt, keine Abgabe von Medikamenten, bevor nicht alle Fragen geklärt sind: Ist die Verordnung für die richtige Person? Ist das Arzneimittel das richtige? In der richtigen Stärke, in der richtigen Dosierung? Auch die Information der Patienten zur Anwendung, zu Neben- und Wechselwirkung, der Einnahmehäufigkeit und der Dauer müssen jederzeit gewährleistet sein. Hierzu haben wir in Deutschland die Leitlinien der Bundesapothekerkammer (BAK), die eine gute Hilfestellung bieten. Umsetzen muss es jeder selbst. Und mit regelmäßiger Fort- und Weiterbildung, d. h. lebenslangem Lernen, sollte das kein Problem sein.

Safety first! Ein einziger Fehler kann einer zu viel sein, das jedenfalls war das Fazit des Tages. Und mit diesem Statement ging der erste PTA-Kongress im Rahmen des FIP Centennial 2012 in Amsterdam zu Ende. Die TeilnehmerInnen waren sich einig: Der Austausch war wichtig, es gab viele neue Kontakte. PTA sind ein wichtiger Teil des Gesundheitswesens. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr in Dublin.

Ingrid Heberle
Leiterin Fachgruppe PTA bei ADEXA
                                                                                                                                                       

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