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31. Juli 2014

Folgen der Gesundheitsreform für Angestellte: Die Kassen bitten zur Kasse

Am 25. Juli traten erste Teile der schwarz-roten Gesundheitsreform in Kraft, weitere Regelungen folgen am 1. August 2014 beziehungsweise Anfang 2015. Gesetzlich Versicherte müssen langfristig mit Belastungen rechnen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist voll des Lobes für sein Reformpaket: „Wenn wir auch weiterhin eine hochwertige Versorgung sicherstellen wollen, ohne die Krankenkassenmitglieder über Gebühr zu belasten, müssen wir die Finanzstruktur der gesetzliche Krankenversicherung nachhaltig festigen. Das tun wir mit diesem Gesetz.“ In Berlin spricht er vom „fairen Wettbewerb zwischen Kassen“ und konstatiert, davon würden auch Verbraucher profitieren. Was ändert sich für Angestellte? 

Anpassung von Beitragssätzen

Zum 1. Januar 2015 verringern sich Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenkasse von 15,5 auf 14,6 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen je 7,3 Prozent. Der bisherige Sonderbetrag von 0,9 Prozent zu Lasten von Angestellten entfällt. Auch wird es keine pauschalen Zusatzbeiträge mehr geben. Was auf den ersten Blick sehr positiv klingt, hat einen Haken. Arbeitgeberanteile werden bei 7,3 Prozent eingefroren, um zu verhindern, dass Lohnzusatzkosten weiter steigen.

Konkurrenz unter Kassen

Damit nicht genug: Künftig haben GKVen die Möglichkeit, Zusatzbeiträge individuell und einkommensabhängig einzuführen. Die Höhe soll sich daran orientieren, wie wirtschaftlich Kassen arbeiten. Werden Zusatzabgaben verhängt, bleibt Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Kassen müssen ihre Mitglieder sowohl über höhere Kosten als auch über die Möglichkeit, sich anderweitig gesetzlich zu versichern, informieren. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I, die Zusatzbeträge bislang selbst berappen mussten, wird die Bundesagentur für Arbeit künftig den kassenindividuellen Obolus übernehmen. Wer Arbeitslosengeld II erhält, bekommt vom Bund den durchschnittlichen – aber nicht den kassenindividuellen – Zusatzbeitrag.

Michael van den Heuvel

 

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