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23. November 2012

Fortbildungstag Leipzig 2012: Eine gelungene Mischung

Am 17. November fand der 8. Fortbildungstag Leipzig mit rund 160 TeilnehmerInnen statt. Ein vielseitiger Strauß an aktuellen Themen sorgte für sehr gute Resonanz. Ein Bericht von Birgit Engelmann:

Der Gedanke, diesen speziellen Fortbildungstag zu kreieren, wurde am 25. November 2001 beim 50-jährigen Jubiläum der Ausbildungsstätte für Pharmazie geboren. Die Apothekengewerk- schaft war damals Mitveranstalter ‒ und nun sind wir seit 2005 regelmäßig mit dem Fortbildungstag vor Ort. In diesem Jahr war die Veranstaltung restlos ausgebucht; so war es für ADEXA-Mitglieder gut, bei der Anmeldung Priorität zu genießen.

Wechselwirkungen in der Beratungspraxis

Dr. Klaus Gerlach referierte informativ und praxisnah über Wechselwirkungen, die wir bei unserer täglichen Arbeit erkennen müssen. Es ist ganz wichtig, diese richtig zu beurteilen und dann gegebenenfalls den Arzt noch einmal zu kontaktieren. Mit Hilfe der modernen Computersysteme werden wir dabei in der Entscheidungsfindung unterstützt. Der Patient benötigt von uns die richtigen Informationen, damit eine sichere Einnahme erfolgen kann. Aber auch beim Verkauf von rezeptfreien AM ist es unabdingbar, dem Kunden durch Nachfragen die richtige Anwendung zu vermitteln. Nach Abschluss seines Vortrages wurde Dr. Gerlach noch von vielen Teilnehmerinnen mit individuellen Fragen umringt.

Medikationsempfehlungen für die Schwangerschaft

Anschließend folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Morck zur Einnahme von Arzneimitteln während der Schwangerschaft. Fast täglich beraten wir Schwangere in der Apotheke; und auch wenn man nicht sicher ist, ob eine Schwangerschaft besteht, muss man dies als Möglichkeit immer mit bedenken ‒ sowohl beim OTC-Verkauf als auch bei der Abgabe einer ärztlichen Verordnung.

Das werdende Leben ist zwar von Natur aus relativ gut geschützt, es gibt aber viele Umweltgifte und Infektionen, die trotzdem zu Schädigungen führen können. Hier können wir im Handverkauf durch gute Beratung wertvolle Hilfe geben – zum Beispiel zum Thema Schutzimpfungen. Auch gibt es noch immer viele werdende Mütter, die den Einfluss von Alkohol und Rauchen unterschätzen, aber auch die Einnahme von Arzneimitteln. Gut zu wissen beispielsweise, dass bei Sodbrennen nicht immer die Werbung Recht hat.

Apothekenbetriebsordnung

Nach der Mittagspause ging es im Vortrag von Dr. Steffen Rodewald um die neue Apothekenbetriebsordnung. Viele KollegInnen kämpfen schon in der Rezeptur mit den neuen Vorschriften. Man hat das Gefühl, der Bürokratismus überrollt uns hier förmlich. Beim Thema QMS gab es im Publikum unterschiedliche Meinungen. Richtig ist sicher, dass man durch gut durchdachte Anweisungen leichter neue Mitarbeiter einarbeiten oder ausfallende Kollegen vertreten kann. Auch beim Erstellen wird man sicher einiges in den Abläufen verbessern können. Bleibt zu hoffen, dass die QMS-Vorschriften dann nicht im Regal verstauben, sondern genutzt und auch immer auf den neuesten Stand gebracht werden.

Auch die Formulierungen zur Vertretungsbefugnis in der ApBetrO führen bei manchen PI-Kolleginnen noch immer zu Verunsicherungen (siehe dazu DAZ 44 vom 1.11.2012, S. 125).

Rechtsberatung

Und darum hatten wir als Abschluss noch unsere ADEXA-Juristin Iris Borrmann als Referentin eingeladen. Sie nahm zunächst zur prekären Tarifsituation und zur verbreiteten Bezahlung unter Bundestarif in Sachsen Stellung. Anschließend erläuterte sie die arbeitsrechtlichen Unterschiede von Teil- und Vollzeit. Eine häufig gestellte Frage: Wie berechnet man die Arbeitszeit richtig, wenn es Feiertage in der Woche gibt? Das ist unter anderem an Weihnachten und Silvester der Fall. Man wird zum Beispiel um 12 Uhr nach Hause geschickt, obwohl man laut Vertrag bis 16 Uhr arbeiten müsste, und soll dann noch Minusstunden dafür abschreiben. Im Anschluss fand sich kaum ein Ende bei den persönlichen Rechtsfragen. Zwei Dauerbrenner: Wie werden der Notdienst am Sonntag unf der Urlaub bei Teilzeitarbeit berechnet?

Ehrengäste

Wir konnten wieder den ehemaligen Direktor der Schule, Gerhardt Taube, als Ehrengast begrüßen, der als Gesprächspartner in den Pausen sehr gefragt war. Und dem stellvertretenden Leiter der Schule Friedhelm Schlüter gebührt herzlicher Dank nicht nur für die technische Betreuung.

Neben der ADEXA-Landesvorsitzenden von Sachsen, Annerose Berndt, war auch PTA-Fachgruppenleiterin Ingrid Heberle anwesend und richtete Grußworte an die zahlreichen jungen PTA unter den Teilnehmerinnen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die dafür gesorgt haben, dass es ein gelungener Tag war, und freue mich auf ein Wiedersehen beim Fortbildungstag Leipzig im November 2013.

Birgit Engelmann
Leiterin ADEXA-Fachgruppe PI

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