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30. April 2013

Frühjahrssitzung von ADEXA: Endet der AMNOG-Tunnel auch für Mitarbeiter?

Auf der Gewerkschaftssitzung am 28. April ging es um die Perspektiven der Angestellten aufgrund der bereits erfolgten und angestrebten Änderungen der Apothekenhonorierung. In Nürnberg trafen sich Vorstand und Beirat sowie weitere Mitglieder der ehrenamtlichen Landesvorstände, der Fachgruppen und Referate, um aktuelle berufs- und tarifpolitische Themen zu beraten. ADEXAs Erste Vorsitzende Barbara Neusetzer referierte dazu unter anderem über die Botschaften des DAV-Wirtschaftsforums in Potsdam zur Lage der Apotheken, zum geplanten Notdienstfonds und den Verhandlungen um den Kassenabschlag für 2009, 2010 und 2013. Auch Fragen der Nachwuchssituation und der geplanten Novellierung der PTA-Ausbildung standen auf dem Programm.

An der Sitzung in Nürnberg nahmen rund 40 ADEXA-Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet und Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle teil.

Mit Besorgnis wurde der Rückgang der Ausbildungsplätze um 5,1 Prozent aufgenommen. Gemeinsam mit den Arbeitgebern hoffen die Angestellten, dass das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) verabschiedet und trotz hoher Bürokratie zu einem Erfolg wird: Das bedeutet, dass tatsächlich diejenigen Apotheken entlastet werden, die eine hohe Notdienstfrequenz haben, jedoch während der Dienstbereitschaft seltener in Anspruch genommen werden.

Auch für die nächste Verhandlungsrunde der Schiedsstelle zum Kassenabschlag am 31. Mai wünscht sich ADEXA einen für die Apotheken günstigen und schnellen Abschluss. „Es muss endlich Planungssicherheit für die öffentlichen Apotheken geben“, so ADEXAs Zweite Vorsitzende Tanja Kratt.

„Das von der ABDA propagierte Licht am Ende des AMNOG-Tunnels muss jetzt aber auch für die Angestellten erkennbar sein“, fordert Kratt, die auch Vorsitzende der ADEXA-Tarifkommission ist. Die Apothekengewerkschaft steht in Kontakt mit den Arbeitgebervertretern, doch sind die Verhandlungen nach der ersten Runde im Februar mit Blick auf das Schiedsverfahren zum Kassenabschlag und das noch nicht abgeschlossenen Gesetzgebungsverfahren zum ANSG zunächst vertagt worden. Der gekündigte Gehaltstarifvertrag befindet sich deshalb in der Nachwirkung. Kratt betont: „ADEXA-Mitglieder müssen nicht befürchten, plötzlich ohne Tarifansprüche dazustehen! Im Zweifelsfall sollten sie sich an ihre gewerkschaftliche Rechtsberatung wenden.“

Aus den ADEXA-Fachgruppen

Die Aktivitäten der Fachgruppen bei ADEXA für die jeweiligen Berufsgruppen waren ein weiteres zentrales Thema der Sitzung. Mitglieder der Fachgruppe ApothekerInnen treffen sich am 22. Juni in Hamburg (Infos unter fachgruppe-apotheker[at]adexa-online.de). Die Fachgruppe PKA hatte ganz aktuell am Rande des Erlebnis- und Gewerkschaftstages ein Treffen, bei dem Ulla Odendahl als Leiterin bestätigt wurde.

Die Fachgruppe PI ist durch zahlreiche Anfragen in der ADEXA-Rechtsberatung sowie bei Fachgruppenleiterin Birgit Engelmann nach wie vor mit dem Thema der Vertretungsbefugnis von PI und Apothekerassistenten befasst. Speziell geht es dabei um die Plausibilitätsprüfung in der Urlaubsvertretung und bei kurzfristiger Abwesenheit des Apothekenleiters sowie ein schriftliches Beratungsmandat. Rechtsanwältin Iris Borrmann referierte den Sachstand, der in der Theorie weitestgehende Rechtssicherheit schafft, aber trotzdem in der Praxis zu Unsicherheiten bei Arbeitgebern und Mitarbeitern führt. ADEXA wird die Probleme sammeln und an die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte herantragen. Die Fachgruppe hat sich im März in Leipzig getroffen.

Aus der Fachgruppe PTA berichteten die stellvertretende Vorsitzende Michaela Jäger über das Fachgruppentreffen im März in Hamburg sowie Jutta Brielich (PTA für Europa) über ein Treffen von europäischen PTA-Gewerkschaften der „European Association of Pharmacy Technicians“ (EAPT) in Slowenien. Diskutiert wurde außerdem über die anstehende Novellierung der PTA-Ausbildung. Dabei setzt sich die Fachgruppe PTA für eine Verlängerung der schulischen Ausbildung von 2 auf 2,5 Jahre ein, da die Qualifikationsanforderungen an die Kolleginnen und Kollegen in den öffentlichen Apotheken gerade auch durch die neue Apothekenbetriebsordnung deutlich gestiegen sind. 

Dr. Sigrid Joachimsthaler

 

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