News

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

06. Juli 2013

Gesundheitssystem: Länder untersuchen Folgen des demografischen Wandels

Apothekenangestellte erleben es Tag für Tag: Steigt die Lebenserwartung unserer Gesellschaft, wird auch das Gesundheitssystem vor eine harte Probe gestellt. Jetzt befassen sich alle Bundesländer mit möglichen Folgen des demografischen Wandels in diesem Bereich.

Auf Anregung der Hamburger Senatorin für Gesundheit, Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), soll bis 2014 ein Bericht mit dem Arbeitstitel „Demografie und Gesundheit“ entstehen. Gesundheitsminister der Länder untersuchen, wie sich die zunehmende Alterung auf Medizin und Pharmazie auswirkt.

Bessere Versorgung von Senioren

Werden Bürgerinnen und Bürger immer älter, hat das im Gesundheitsbereich primär Auswirkungen auf Leistungen zur ambulanten oder stationären Pflege. Für Apothekenangestellte wird das Medikationsmanagement zum zentralen Thema: Laut Arzneimittelreport der Barmer GEK ist ein Drittel der Versicherten über 65 von Polypharmazie betroffen, bei Senioren zwischen 80 und 94 Jahren sogar jeder Zweite. Diese Patienten nehmen täglich mehr als fünf Wirkstoffe ein. Nicht alle Pharmaka eignen sich aber auch für betagte Menschen. Deshalb fordern Experten schon seit Jahren, konsequent nach der Priscus-Liste zu verordnen. Alternativ könnten sich medizinische Fachgesellschaften zusammenschließen und eine evidenzbasierte Leitlinie erarbeiten.

„Mehr Vernetzung“

„Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen“, sagt Dr. Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK. Seine Forderung: „Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie.“ Allein durch Vernetzung lassen sich riskante Medikationen besser steuern. Auch dieses Thema will Prüfer-Storcks zusammen mit KollegInnen im Bericht verankern: „Die Gesundheitsministerkonferenz hält es für notwendig, die Telemedizin stärker zu fördern“, heißt es in einer Resolution. Ziel ist, einerseits Aufgaben, Struktur und Finanzierung der Betreibergesellschaft gematik zu reformieren. Andererseits planen die Landesminister, auch nichtakademischen Gesundheitsberufen Zugriff auf die Telematik-Infrastruktur zu gewähren.

Michael van den Heuvel

 

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>