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17. August 2021

Heilberufsausweis (HBA) für angestellte Apotheker:innen und PI: Ein Blick auf die Kosten

Die Uhr tickt: Bis Anfang 2022 benötigen sowohl angestellte Apotheker:innen als auch Pharmazieingenieure (PI) zur Teilnahme an der Telematikinfrastruktur einen elektronischen Heilberufsausweis. Auf sie kommen nicht unerhebliche Kosten zu.

Bereits am 20. Oktober 2020 ist das „Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur“ (Patientendaten-Schutz-Gesetz, PDSG) in Kraft getreten. Es sieht vor, dass E-Rezepte bei der Verordnung verschreibungspflichtiger Arzneimittel verpflichtend ab Januar 2022 zum Einsatz kommen. Technische Grundlage ist die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. 

Berechtigung für die Telematikinfrastruktur 

Um mit dem System zu arbeiten, benötigen Apotheken zwei unterschiedliche Karten. Die SMC-B-Karte (Security Module Card-Betriebsstätten) wird auf die Inhaberin oder auf den Inhaber ausgestellt, um ihre Apotheke zu berechtigen, auf das digitale Netz zuzugreifen. In Zukunft benötigen Angestellte neben der SMC-B-Karte auch einen elektronischen Heilberufsausweis, um E-Rezepte oder Medikationspläne bearbeiten zu können. 

Zu den berechtigten Berufsgruppen zählen derzeit angestellte Approbierte und Pharmazieingenieure, aber auch Apothekerassistenten („Vorexaminierte“) und Apothekenassistenten. Für die Berufsgruppe PI ist laut Medienberichten vom 16. August allerdings noch unklar, wo und wie der HBA beantragt werden kann.

Laut Einschätzung der ABDA besteht zumindest gesetzlich die Möglichkeit, dass PTA Heilberufsausweise erhalten, was aber so noch nicht umgesetzt wird.

Hohe Kosten für Angestellte 

Angestellte Apotheker:innen müssen ihren Heilberufsausweis bei der zuständigen Kammer beantragen. Die Kosten betragen 534 Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Laut Änderungsvereinbarung zur TI-Vereinbarung zwischen dem Deutschen Apthekerband und dem GKV-Spitzenverband erhalten Apothekenleiter dafür einen Zuschuss: 449 Euro für angestellte Apotheker oder Pharmazieingenieure (bis zum Stichtag 1.7.2021) und danach nur noch für Berufsanfänger. Die Förderung selbst können nur Inhaber beantragen. Diese wird laut ABDA an die Angestellten weitergegeben. 

Kammern wie die LAK Rheinland-Pfalz empfehlen aber per Rundschreiben, dass sich Apothekenleitung und Angestellte vorab über die Kostenübernahme verständigen. Ein Hinweis der LAK RP: Bei den Portalen der Kartenhersteller könne auch eine abweichende Rechnungsadresse angegeben werden (also die Anschrift der Apotheke).

Stellt die Apothekenleitung nach dem 1. Juli 2021 Mitarbeiter ohne Heilberufsausweis ein, die keine Berufsanfänger mehr sind, fließt gemäß der Änderungsvereinbarung auch kein Zuschuss. Arbeitnehmer können Aufwendungen für den Erwerb und die Nutzung eines elektronischen Heilberufsausweises jedoch steuerlich als Werbungskosten absetzen, wenn sie dann vom Arbeitgeber keine Erstattung mehr erhalten. 

„ADEXA fordert, dass Inhaberinnen und Inhaber alle Kosten übernehmen“, sagt ADEXA-Vorstand Tanja Kratt. „Grundsätzlich sind sie verpflichtet, Angestellten die erforderlichen Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen.“ Dazu zählt aus ADEXA-Sicht auch der Heilberufsausweis. 

Michael van den Heuvel

Quellen

Dies ist eine am 17.8.2021 aktualisierte Fassung des Beitrags.

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