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24. Juni 2012

Infos zur Apothekenbetriebsordnung im Team: „Erst einmal abwarten …“

Am 12. Juni ist die lang erwartete Novelle zur Apothekenbetriebsordnung in Kraft getreten. ADEXA befragte daraufhin Kolleginnen und Kollegen aus den Landesgruppen, inwieweit sie von der Apothekenleitung auf die Neuerungen vorbereitet wurden. Das Fazit lautet bisher „Abwarten und Tee trinken“ – auf Dauer eine gefährliche Einstellung.

Mit der Novelle zur Apothekenbetriebsordnung hat der Gesetzgeber einige Änderungen auf den Weg gebracht. Wichtige Punkte sind obligatorische Beratungen und die Verpflichtung, ein QMS zu etablieren. Die befragten Aktiven von ADEXA berichten jedoch, von Chefin oder Chef nicht sonderlich vorbereitet worden zu sein: Besprechungen oder andere Informationsangebote waren eher die Ausnahme. Eine Kollegin berichtet, ihre Chefin habe sich nach Bekanntwerden der Gesetzesänderung erst einmal über die DAZ schlau gemacht und Material zusammenzutragen, Mitarbeiter aber kaum eingebunden. Viele Inhaber sehen das Thema momentan noch recht gelassen und plädieren dafür, nichts zu überstürzen. Andere wiederum berufen Teamsitzungen ein, um dort mitzuteilen, wie unsinnig die meisten Punkte doch seien.

Beratungsbefugnis: Selbstständigkeit ist gefragt

Das betrifft auch die Frage, welche Beratungsbefugnis PTA, PI und Apothekerassistenten/innen künftig haben. Eine Kollegin aus Berlin erzählt, ihr Chef habe einen Apotheker beauftragt, die Informations- und Beratungsbefugnis mit den PTA zu regeln, und zwar für Rx-Präparate, OTC und BtM. „Außer im Rahmen des Medikationsmanagements muss ich keine Apothekerin beziehungsweise keinen Apotheker für eine Beratung hinzuziehen.“ Diese Praxis wird so in vielen Apotheken gelebt: Letztlich entscheiden PTA, PI und Apothekerassistent/innen, wann eine approbierte Kraft um Rat zu fragen ist.

„Minimale Besetzung“

Übereinstimmend stellten alle Befragten fest, Stundenkürzungen seien durch die neue ApBetrO kein Thema – noch nicht. Vielfach wurden aber bereits in den vergangenen Monaten Kolleginnen freigestellt oder Arbeitszeiten zusammengestrichen. „Wir fahren schon lange mit minimaler Besetzung“, kritisiert eine PTA. Und eine Kollegin ergänzt: „Unsere Belastung ist seit geraumer Zeit am Anschlag.“ Beim QMS gehen die Meinungen auseinander. Etliche Apotheken sind bereits zertifiziert, hier ist kaum mit Mehraufwand zu rechnen. Andere wiederum haben noch einen riesigen Berg vor sich. „Zusätzliche Arbeit wird es in Rezeptur und Defektur geben“, sagt eine Kollegin aus dem Saarland. Doch momentan läuft in vielen Apothekenlabors alles wie gehabt, sprich ohne Dokumentation.

Kritische Einstellung

„Die zögerliche Haltung vieler Apothekeninhaber ist verständlich, kann aber schnell zum Problem werden“, kommentiert ADEXAs Erste Vorsitzende Barbara Neusetzer das Ergebnis. „Lediglich beim QMS räumt der Gesetzgeber zwei Jahre Übergangsfrist ein.“ Amtsapotheker oder Pharmazieräte können ab sofort fehlende Dokumentationen in der Rezeptur beziehungsweise unklare Beratungsbefugnisse bemängeln. Neusetzer gibt zu bedenken, dass auch Angestellte betroffen sind: „Entsprechende Fähigkeiten und Erfahrungen werden bei Bewerbungen bald vorausgesetzt werden.“

Michael van den Heuvel

 

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