News

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

08. Juni 2014

Jobsuchende schauen sehr genau hin: Gute Arbeitsbedingungen, gute Bewerber

Bei Arbeitsplätzen, die mit Überstunden, Schichtdienst oder Zeitdruck verbunden sind, fällt es Arbeitgebern schwerer, Bewerber zu finden. Das ergibt eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit.

Die Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), für die Daten von etwa 19.000 Betrieben analysiert wurden, zeigt klare Unterschiede: Bei 44 Prozent der Arbeitsplätze, die mit Überstunden verbunden sind, gab es Probleme mit der Neubesetzung. Im Vergleich: Von den Stellenangeboten ohne Überstunden war nur ein knappes Drittel schwierig zu besetzen.

Auch bei Arbeitsplätzen mit Schicht- oder Nachtarbeit haben Arbeitgeber mehr Schwierigkeiten bei der Neueinstellung (41 vs. 31 Prozent). Ähnlich sieht es bei Wochenenddiensten aus (38 Prozent zu 31 Prozent). Wenn Termin- und Zeitdruck häufig ist, gab es in 36 Prozent der Fälle Schwierigkeiten; bei Stellen, wo dies selten auftritt, nur in 29 Prozent.

Keine signifikanten Unterschiede fanden die Forscher dagegen bei Hitze, Schmutz und Lärm oder körperlichen Belastungen. Denn bei einfachen Tätigkeiten mit solchen belastenden Arbeitsbedingungen hätten Arbeitssuchende oft keine bessere Alternative.

Arbeitsbedingungen spielen also eine Rolle im Stellenbesetzungsprozess, so das Fazit der Wissenschaftler. Verbesserungen könnten nicht nur den Arbeitnehmern, sondern auch dem Betrieb selbst zugute kommen, dessen Attraktivität und Leistungsfähigkeit steige. Bei regelmäßigen Überstunden und hohem Zeitdruck seien daher Änderungen in der Arbeitsorganisation oder der Aufgabenverteilung zu prüfen.

Quelle: IAB-Kurzbericht 10/2014

 

„In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen in meinem Land verschlechtert“, sagen 45 Prozent der Deutschen.

Quelle: Eurobarometer April 2014, in Böckler Impuls 9/2014

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>