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13. Januar 2021

Kinderkrankengeld: Eltern bekommen einen längeren Anspruch, der auch bei Schul- und Kitaschließungen genutzt werden kann

Gesetzlich versicherte Eltern können im Jahr 2021 pro Kind und Elternteil 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld beantragen. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind. Das hat am 14. Januar der Bundestag beschlossen. Die neue Regelung soll rückwirkend ab 5. Januar 2021 gelten.

Bei zwei Kindern sind es dann maximal 80 Tage pro Elternpaar oder Alleinerziehender. Ab drei Kindern erhöht sich der Anspruch auf maximal 45 Tage pro Elternteil bzw. 90 Tage bei Alleinerziehenden. Abgerechnet werden die zusätzlichen Leistungen über die gesetzlichen Krankenkassen.

Der Anspruch auf das Kinderkrankengeld besteht dann nicht nur bei einer Erkrankung des Kindes, sondern auch, wenn der Nachwuchs zu Hause betreut werden muss, weil die Schule oder Kita wegen der pandemischen Lage geschlossen ist, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben wurde oder das Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde.

Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten. Dazu Gesundheitsminister Jens Spahn: „Gleichzeitig die Kinder beschulen und von zu Hause aus arbeiten bringt gerade junge Familien in Pandemiezeiten häufig an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Deswegen wollen wir es diesen Eltern ermöglichen, sich unkompliziert und ohne finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause zu kümmern.“

Wer hat Anspruch?

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind gesetzlich versichert ist und das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei Kindern, die eine Behinderung haben, gilt der Anspruch auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Voraussetzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann.

Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern müssen ihren Anspruch nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) geltend machen.

Wie muss der Anspruch nachgewiesen werden?

Ist das Kind krank, muss der Betreuungsbedarf mit einer Bescheinigung vom Arzt bei der Krankenkasse nachwiesen werden. Muss ein Kind aufgrund einer Schul- oder Kitaschließung zu Hause betreut werden, ist eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung vorzulegen.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Wie bisher beträgt das Kinderkrankengeld bis zu 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns.

Muss die Schule bzw. Kita komplett geschlossen sein?

Nein. Auch wenn die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben, der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde oder nur die Klasse oder Gruppe nicht in die Schule bzw. Kita gehen kann, haben Eltern Anspruch.

Darf der Anspruch komplett für Schul-/Kitaschließungen verwendet werden?

Ja. Die 20 bzw. 40 Tage können sowohl für die Betreuung eines kranken Kindes verwendet werden als auch für die Betreuung, weil die Schule oder Kita geschlossen bzw. die Präsenzpflicht aufgehoben oder der Zugang eingeschränkt wurde.

Besteht der Anspruch auf Kinderkrankengeld auch, wenn Lohnersatzleistungen nach § 56 Abs. 1a des Infektionsschutzgesetzes bezogen werden?

Wenn ein Elternteil Kinderkrankengeld beansprucht, ruht in dieser Zeit für beide Elternteile der Anspruch nach § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Hier lohnt ein Vergleich der beiden Leistungen. Denn sie unterscheiden sich sowohl in der Höhe als auch in der Bezugsdauer. Die Entschädigung nach § 56 Abs. 1a IfSG beträgt 67 Prozent des Verdienstausfalls (Nettoverdienst), maximal aber 2.016 Euro im Monat. Sie wird für bis zu zehn Wochen für den betreuenden Elternteil gezahlt, bei Alleinerziehenden bis zu zwanzig Wochen. In diesem Fall bezahlt der Arbeitgeber die Entschädigung als Lohnfortzahlung und erhält auf Antrag bei der zuständigen Landesbehörde eine Erstattung.

Quellen:
Bundesgesundheitsministerium, Stand 12.1.2021
Bundesregierung, Stand 13.1.2021

 

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