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24. Juli 2014

Kommentar von Tanja Kratt: Angestellte nicht übersehen

Momentan wird das Papier „Apotheke 2030 – Perspektiven zur pharmazeutischen Versorgung in Deutschland“ diskutiert. Keine Frage, Maßnahmen wie das Medikationsmanagement oder die stärkere Einbindung öffentlicher Apotheken in Präventionsmaßnahmen gehen in die richtige Richtung. Dass Inhaber zu Recht neue Vergütungsmodelle für ihre Leistungen verlangen, ist nachvollziehbar.

Bei der Diskussion dürfen wir eine Sache nicht vergessen: Unter Nummer 27 des Leitbildes heißt es: „Die Kernkompetenz der öffentlichen Apotheken stützt sich auf die hohe Qualifikation ihres Personals und dessen starker Identifizierung mit dem Beruf.“ Wenig überraschend, denken wir. Ohne motivierte, kompetente KollegInnen wird es düster aussehen. Wir stehen hinter den Forderungen von ApothekenleiterInnen nach neuen Vergütungsmodellen. Aber es darf nicht übersehen werden, wer zum überwiegenden Teil die entsprechenden Leistungen erbringt.

Wenn Sie, liebe Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, jetzt denken: „Ja, das ist der typische Ruf der Gewerkschaften nach mehr Gehalt“, dann haben Sie Recht. Natürlich! Denn das gesamte System „Apotheke“ funktioniert nur mit gut ausgebildeten Fachkräften. Und die haben – ebenfalls zu Recht –  einen Anspruch auf angemessene Honorierung. Müsste es nicht selbstverständlich sein, dass beispielsweise die zusätzlichen Einnahmen für den Notdienst an die Notdienstleistenden weitergeben werden? Und müsste es nicht ebenso selbstverständlich sein, dass auch sächsische Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen ihren Angestellten mindestens den Tariflohn zukommen lassen?

Solange aber beides nicht der Fall ist, wird der Ruf nach angemessener Bezahlung von Arbeitnehmerseite nicht verhallen. 

Tanja Kratt
ADEXA – Die Apothekengewerkschaft
Zweite Vorsitzende

 

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