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01. Juni 2014

Kommentar zur PTA-Ausbildung in NRW: Gefahr im Verzug

Seit die Landesregierung von NRW die Mittel für die PTA-Ausbildung gestrichen hat, ist der Berufsnachwuchs für die öffentlichen Apotheken durch massive Einbrüche gefährdet – und damit letztlich auch die flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung in NRW.

Niedrige Anmeldezahlen, bereits erfolgte oder drohende Schließung von Schulen: Die bestehenden Strukturen werden kaputtgespart! Und das in einem Bundesland, in dem die Ausbildung kostenfrei sein soll. Doch das gilt offenbar nicht für PTA.

Als Fachgruppe PTA bei ADEXA können wir Pläne, eine Dualisierung der PTA-Ausbildung anzustreben, nicht gutheißen. Auf europäischer Ebene geht die Tendenz in den Gesundheitsberufen zu einer Akademisierung und Vereinheitlichung. Daher wäre die Dualisierung und damit eine je nach Apotheke sehr unterschiedliche Ausbildung eine völlig falsche Entwicklung. Für die anspruchsvollen Tätigkeiten der PTA  ist vielmehr eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre nötig – gerade auch mit Blick auf das künftige Leitbild für die öffentlichen Apotheken. Das Novellierungskonzept der Fachgruppe liegt dem Bundesgesundheitsministerium vor.

Zeit zum Handeln

Um die Belastung der PTA-Schülerinnen und -Schüler dadurch nicht zu erhöhen, ist dagegen eine Verlagerung der PTA-Ausbildung an die öffentlichen Berufskollegs ernsthaft zu prüfen. Diese sind für die Schüler kostenlos - gleichzeitig bestände für den PTA-Nachwuchs die Möglichkeit, die Fachhochschulreife zu erlangen. Bis solch ein Prozess abgeschlossen ist, sollten die noch bestehenden PTA-Schulen vom Land finanziert werden.

Ingrid Heberle
ADEXA-Fachgruppe PTA-Vorsitzende

 

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