News

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

22. April 2013

Kroatien: Pharmazie im neuen EU-Mitgliedsstaat

Am 1. Juli ist es soweit: Kroatien wird als 28. Land in die Europäische Union aufgenommen. Das künftige Mitglied erfüllt bei der pharmazeutischen Versorgung hohe Standards. Ein Blick auf die Apothekenlandschaft in einem der Länder, die im europäischen Verband für angestellte Apotheker in öffentlichen Apotheken (EPhEU) organisiert sind:

Die Republik Kroatien ist ein junges, mitteleuropäisches Land mit 56.542 m² Fläche und 4,5 Millionen Einwohnern. Im Gesundheitsbereich arbeiten 2.800 ApothekerInnen, mehr als 90 Prozent davon sind Frauen. Es gibt 1.080 öffentliche Apotheken in staatlichem (23 %) oder privatem Besitz (63 %) beziehungsweise in privater Pacht (14 %). Zwei von drei öffentlichen Apotheken gehören zu Ketten. Hinzu kommen 46 Krankenhausapotheken. Eine Apotheke mit durchschnittlich 2,6 Approbierten versorgt rund 4.000 Personen (Deutschland: 3.800).

Zwei Hochschulen bilden aus

Nach dem Gymnasium können Interessenten in Zagreb oder Split Pharmazie studieren. Die Ausbildung dauert fünf Jahre – ein Resultat des Bologna-Prozesses. Pro Jahr verlassen rund 130 ApothekerInnen die Hochschule, absolvieren ein zwölfmonatiges Praktikum in öffentlichen Apotheken und legen eine staatliche Prüfung beim Ministerium für Gesundheit ab. Dann können sie eine befristete Lizenz – sprich Approbation – beantragen. Nach sechs Jahren sind für die Verlängerung mindestens 30 Fortbildungspunkte nachzuweisen; alternativ kann ein Examen absolviert werden.

Organisation des Berufsstands

ApothekerInnen, die im Gesundheitssektor arbeiten, sind Pflichtmitglieder der kroatischen Apothekerkammer. Diese vertritt alle Interessen des Berufsstands nach innen und außen. Mehrere Gremien beschäftigen sich mit Fragen rund um Gesundheitspolitik, Wissenschaft, Wirtschaft, Fortbildung, Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem vergibt die kroatische Apothekerkammer Lizenzen zur Eröffnung neuer Apotheken. Wichtige Voraussetzungen dafür: Pro Schicht müssen mindestens ein/e Apotheker/in in Vollzeit sowie ein/e PTA in Teilzeit (50 %) in der Offizin tätig sein. Rx-Präparate werden nur von Approbierten abgegeben, OTC-Präparate auch von PTA.

Der Staat hat ebenfalls Mindestabstände zur Konkurrenz festgelegt: Je nach Einwohnerzahl beträgt die Distanz zwischen Apotheken 200 bis 500 Meter.

Michael van den Heuvel

Weitere Informationen

Employed Community Pharmacists in Europe: www.epheu.eu

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>