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09. Mai 2014

MDR-Interview zum fehlenden Tarifvertrag in Sachsen

Mit der tariflichen Verweigerungshaltung der sächsischen Apothekenchefs befasste sich ein Interview von MDR Info am 5. Mai. Ein Dresdener Hörer hatte sich an die Redaktion gewandt – und Redakteur Ralf Geißler bat ADEXA-Vorsitzende Barbara Neusetzer und SAV-Geschäftsführer Dr. Ulrich Bethge um ihre Stellungnahmen.

Aus der letzten ADEXA-Gehaltsumfrage konnte Neusetzer mit Zahlen aufwarten: Zwei Drittel der sächsischen Apothekenangestellten werden heute schlechter bezahlt als ihre Kollegen andernorts, zitiert sie der MDR in der schriftlichen Fassung des Interviews*. Der Abstand beträgt bis zu einem Drittel zum bundesweit geltenden Tarifvertrag.

Bethge begründet die Entscheidung des Sächsischen Apothekerverbandes (SAV) vor 16 Jahren, aus dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) auszutreten, mit den vielen Pharmazieingenieuren, die nach ihrer Ausbildung in Leipzig in Sachsen geblieben seien. Sie seien im zehnten Berufsjahr 230 Euro teurer als PTA. Die Arbeitgeber hätten aber nicht so viele PI gebraucht und deshalb durch den Austritt versucht, diese auf PTA-Gehaltsniveau „zu drücken“.

Neusetzer bezweifelte im Interview, dass sich Sachsens Apotheken die PI nicht habe leisten können. Denn die Umsätze der sächsischen Apotheken haben über dem bundesdeutschen Durchschnitt gelegen.

Interessant sind zwei Aussagen Bethges: Zum einen empfehle er den SAV-Mitgliedern stets, sich am Tarifvertrag zu orientieren. (Offensichtlich verstehen viele das allerdings als Grenze, die man besser nur von weit unten betrachtet). Zum zweiten räumt er ein, dass eine neue Generation im SAV die Situation anders einschätzen könne. Der für den Tarifaustritt verantwortliche Vorstand wolle Ende des Jahres aufhören.

Sollte es für Sachsen also doch noch Hoffnung geben, die im Grundgesetz verankerte und von der Regierung befürwortete Arbeit von Tarifparteien auch im Apothekenbereich wieder aufzu­nehmen – und damit auch dem Nach­wuchs ein klares Signal für bessere Zeiten zu geben?

Dr. Sigrid Joachimsthaler

* Hörer machen Programm, 5.5.2014, Print- und und Audioversion: Weiter...

 

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