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08. März 2013

Neue PKA-Ausbildung: Lernfelder statt Einzelfächern - Wo hakt es noch bei den PKA-Schulen?

Am 2. März trafen sich in Hamburg ADEXA-Mitglieder aus acht Landesgruppen, die in Berufsbildungs- und Prüfungsausschüssen der Kammern als Arbeitnehmer- vertretung – zum Teil schon seit Jahrzehnten – ehrenamtlich aktiv sind. Dabei wurden unter anderem Ergebnisse einer Umfrage unter PKA-Lehrkräften zur Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung für PKA vorgestellt und diskutiert.

PKA-Fachgruppenleiterin Ulla Odendahl, die in Bremen Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses und Mitglied im Prüfungsausschuss ist, gab zunächst einen Überblick über das im letzten Frühjahr abgeschlossene Novellierungsverfahren, bei dem sie als ADEXA-Vertreterin und Sachverständige mitgewirkt hat. Nach fast zwei Jahrzehnten habe man sich einvernehmlich von einigem „Ballast“ wie dem Fach Pflanzenschutz getrennt und dafür beispielsweise Marketing und Kommunikation gestärkt, so Odendahl. Die zügige Abwicklung sei insbesondere auch dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) zu verdanken, das alle dualen Ausbildungsberufe wegen der Anpassung an EU-Standards verstärkt unter die Lupe nähme.

Im Winter 2013/14 werden die ersten Zwischenprüfungen nach dem neuen Konzept durchgeführt; mit den ersten vorgezogenen Abschlussprüfungen ist zum Jahreswechsel 2014/15 zu rechnen.

Befragung mit hohem Rücklauf

Im Anschluss stellte die Leiterin des ADEXA-Referates Schulen & Unis, Michaela Freudenfeld, die Auswertung einer schriftlichen Befragung zur Umsetzung der PKA-Novellierung an den Berufsschulen vor. Von 84 angeschriebenen Schulen bilden sechs bereits keine PKA mehr aus. Diese rückläufige Tendenz ist schon seit geraumer Zeit zu beobachten. Von den verbleibenden Schulen gab es einen erfreulich hohen Rücklauf von 28 Prozent aus elf Kammerbezirken, allerdings nur von einer Schule in den östlichen Bundesländern (Sachsen). Die 22 an der Umfrage teilnehmenden Schulen repräsentieren insgesamt 1.161 PKA-Azubis, die von 113 Lehrkräften unterrichtet werden (darunter 22 nebenberuflich tätig).

Jede zweite Schule realisiert den Rahmenlehrplan eins zu eins oder mit leichten Abweichungen; bei einem Drittel wurde ein Landesbildungsplan erstellt. 68 Prozent der Lehrkräfte gab an, dass es bei der Umsetzung Probleme und Hürden gäbe. „Die Novellierung wird von den Schulen offenbar als sehr grundlegend empfunden und die Zeit zwischen der Verkündung und der Umsetzung als nicht ausreichend für die Vorbereitung erachtet“, so Freudenfeld. „Das heißt allerdings nicht, dass die Lehrkräfte die Novellierung grundsätzlich ablehnen. Es herrscht allerdings noch verbreitet Unsicherheit: Welche Fächer gehören in welche Lernfelder? Wie ist die proportionale Aufteilung? Inwiefern sind die Lernfeldinhalte prüfungsrelevant?“

Ein weiteres Problem stellt die als mangelhaft empfundene Versorgung der Schulen mit Infomaterial und Fortbildungsveranstaltungen dar. Die Kritik gilt einerseits den Kammern, aber noch stärker den Kultusministerien.

Fast 80 Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass eine Umstellung auf Lernfelder bereits stattgefunden habe oder zumindest perspektivisch angegangen wurde; bei vier der 22 Schulen gibt es offenbar noch keine konkreten Umsetzungspläne. Probleme sehen allerdings 82 Prozent der Befragten.

Die Anforderung, innerhalb von Lernfeldern in Lehrteams zu arbeiten, wird erst von knapp der Hälfte der antwortenden Schulen erfüllt. Es fehle an Zeit für die Teamorganisation,  diese müsse teilweise in der Freizeit umgesetzt werden. Auch für die Erstellung der Lernsituationen fehlt es offenbar mehrheitlich an Zeit und Mitteln. Michaela Freudenfeld: „Als Grundproblem lässt sich zusammenfassen, dass die schulischen Rahmenbedingungen oft nicht zu dem neuen Konzept passen. Auch fehlen bisher Materialien wie Schulbücher, die auf den Lernfeldunterricht angepasst sind.“

Erfahrungsaustausch

Rund 80 Prozent der Lehrkräfte tauschen sich mit KollegInnen zur PKA-Novellierung aus. In einigen Fällen sei auch ein kammerübergreifender Dialog geplant, wie in Bremen, Hamburg und Oldenburg, berichtete Ulla Odendahl. ADEXA wird jetzt auf Basis der Befragung ausloten, wie die Lehrkräfte bei der Vernetzung zu diesem Thema unterstützt werden können. Weitere Themen bei dem Treffen waren die Begabtenförderung, PKA in anderen europäischen Ländern, die Berichtshefte und ganz generell der Erfahrungsaustausch mit KollegInnen.

Dr. Sigrid Joachimsthaler

Lernfelder des PKA-Rahmenlehrplans (insgesamt 840 Stunden)

  1. Die eigene Apotheke präsentieren
  2. Die eigene Rolle im Unternehmen mitgestalten
  3. Waren beschaffen
  4. Wareneingang bearbeiten
  5. Waren lagern
  6. Sortiment gestalten und Waren präsentieren
  7. Über apothekenübliche Waren beraten und Dienstleistungen anbieten
  8. Liquidität sichern
  9. Mit heilberuflichen Verordnungen umgehen
  10. Bei Herstellung und Prüfung von AM mitwirken
  11. Schwierige und komplexe Gesprächssituationen bewältigen
  12. Ein Marketingprojekt durchführen
  13. Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren


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