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18. Juli 2014

Neue Statistik zur Arbeitslosigkeit: Die Nichtleistungsempfänger

Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sorgt für Schlagzeilen: Jede/r vierte Arbeitslose erhält keine Leistungen, muss sich aber trotzdem Regularien der Bundesagentur für Arbeit unterwerfen. Betroffene hoffen auf Vermittlung und wollen ihre Rentenansprüche sichern.

Im Jahr 2013 gab es bundesweit 2,95 Millionen registrierte Arbeitslose. Von ihnen bekamen 969.598 Menschen Arbeitslosengeld I. Weitere 234.692 Menschen erhielten keine finanziellen Leistungen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Zu diesen sogenannten Nichtleistungsempfängern gehören Versicherte, die innerhalb von zwei Jahren nicht zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren: Angestellte mit Kurzzeit-Verträgen, Mütter oder Väter nach Ablauf der Elternzeit sowie Freiberufler/innen mit Ersparnissen.

Große Motivation, kein Geld

Laut Studie lassen sich Betroffene durch ihre große Motivation charakterisieren und sind hervorragend ausgebildet. Die Autoren kritisieren, angesichts des Fachkräftemangels seien entsprechende Kolleginnen und Kollegen besonders wertvoll, würden aber finanziell nicht gefördert. Hinzu kommt, dass Menschen ohne Leistungsanspruch nachrangig vermittelt werden. Alle unterwerfen sich trotzdem Anforderungen der BA und schreiben beispielsweise eine Mindestzahl an Bewerbungen. Nur warum?

Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit

Erhalten Versicherte Arbeitslosengeld, werden sie laut Information der Deutschen Rentenversicherung Bund so gestellt, als hätten sie 80 Prozent ihres vorherigen monatlichen Bruttoarbeitsverdienstes. Die BA übernimmt automatisch entsprechende Zahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dies gilt jedoch nur, falls Betroffene im letzten Jahr vor Leistungsbeginn rentenversicherungspflichtig waren. Bei Arbeitslosigkeitszeiten ohne Leistungsbezug können dem Rentenversicherungskonto Zeiten gutgeschrieben werden – unter folgenden Voraussetzungen: Bürger/innen müssen eine versicherte Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit unterbrochen haben und sich bei der BA arbeitslos melden. Alle Anrechnungszeiten zählen bei 35-jähriger Wartezeit für die Altersrente langjährig Versicherter und für die Altersrente schwerbehinderter Menschen mit. Erfüllen sie die zeitlichen Voraussetzungen, wird geprüft, ob eine Höherbewertung niedriger Beiträge möglich ist.

Michael van den Heuvel

Quellen:

DGB „arbeitsmarkt aktuell“ 04/2014: http://bit.ly/1qCOyGf

Deutsche Rentenversicherung Bund: http://bit.ly/1qCOVk9

Anrechnungszeiten

Anrechnungszeiten sind rentenrechtlich beitragsfreie Zeiten, während derer Versicherte aus persönlichen Gründen an der Beitragszahlung gehindert werden. Dazu gehört unter anderem laut § 58 Abs. 1 S.1 Nr. 3 SGB VI die Arbeitslosigkeit.

 

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