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07. September 2018

Online-Umfrage: PKA – ein aussterbender Beruf? Jetzt teilnehmen!

Vor 25 Jahren wurde aus der Apothekenhelferin die Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA). Heute ist die Zahl der PKA-Ausbildungsverträge in einem deutlichen Abwärtstrend gefangen, Schulklassen werden geschlossen, Arbeitsagenturen warnen vor dem PKA-Beruf oder vermitteln unrealistische Vorstellungen von den Aufgaben einer PKA. Aber macht es Sinn, beim gegenwärtigen Fachkräftemangel auf die kaufmännischen Kompetenzen der PKA im Apothekenteam zu verzichten? Wir würden gern Ihre Meinung wissen.

Geht es um den PKA-Beruf, häufen sich in den letzten Jahren die Negativmeldungen. Die Ausbildungszahlen gehen dramatisch zurück und haben sich in den letzten zehn Jahren fast halbiert. Die Folge: Die PKA-Ausbildungsklassen an den Berufsschulen werden immer kleiner oder schließen sogar ganz und in den Apotheken werden PKA immer seltener neu eingestellt. Auch kommt es mittlerweile offenbar nicht allzu selten vor, dass die betriebswirtschaftlichen Aufgaben vom pharmazeutischen Personal mit erledigt werden müssen, weil es keine geeignete PKA in der Apotheke gibt. Weder PTA noch Apothekerinnen und Apotheker sind hierfür allerdings ausgebildet.

Vor gar nicht langer Zeit gab es noch eine vielversprechende Ausbildungsreform, mit der versucht wurde, den aktuellen Trend umzukehren: Die PKA-Ausbildungsordnung wurde vor sechs Jahren grundlegend überarbeitet, das Profil des PKA-Berufes geschärft und für Schulabgänger attraktiver gemacht.

Anscheinend hat das nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Denn wenn das Berufsbild PKA im Fokus steht, etwa in den Berufsbildungs- und Prüfungsausschüssen der Kammern, in den PKA-Schulen oder in der Berufsgruppe PKA bei ADEXA, wird zurzeit viel diskutiert. Und immer wieder hört man, dass es langfristig mit dem PKA-Beruf so nicht weitergehen kann.

ADEXA-Mitglied Ulla Odendahl, die langjährige Leiterin der Berufsgruppe PKA bei ADEXA, hat aufgrund der derzeitig so negativen Lage auch gewerkschaftsintern Alarm geschlagen. Wo soll es hingehen mit der PKA? Wie ist die aktuelle Entwicklung zu bewerten?

Diskussion im ADEXA-Beirat

Deshalb hat sich der ADEXA-Beirat in seiner letzten Sitzung im August intensiv mit den Problemen der PKA auseinandergesetzt. ADEXA hat eine Position gefunden: Die Angestellten geben den PKA-Beruf nicht auf. Sie sind überzeugt: Das Konzept der Apotheke funktioniert nur dann, wenn die Berufsgruppen richtig eingesetzt werden.

Bei der PKA gehört zum richtigen Einsatz auch die richtige Wertschätzung – auch durch ein attraktives Gehalt. Und außerdem das entsprechende Vertrauen, ihr die betriebswirtschaftlichen Aufgaben auch tatsächlich zu übertragen. Dann kann die PKA entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg der Apotheke und damit zum Wohlergehen der Berufsbranche insgesamt beitragen.

Die ADEXA-Aktiven wünschen sich außerdem eine breite Diskussion und Auseinandersetzung zu dem Thema – sowohl unter Apothekenleitern als auch in den Apothekenteams. Denn wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, ohne dass wir uns darüber unterhalten haben, in welche Richtung es gehen soll, steht die Apothekenbranche am Ende mit einem Ergebnis da, dass sie nicht mehr abwenden kann, vielleicht aber so gar nicht wollte. Also fragen wir uns: Können wir es uns leisten, langfristig auf das Berufsbild der PKA zu verzichten? Wie läuft es in einer Apotheke ohne PKA? Was passiert, wenn etwa die Pharmazie-Ingenieure in den östlichen Bundesländern in Rente gehen und spätestens dann die PTA für die Warenwirtschaft einfach keine Zeit mehr hat? Ist es gut, in Zeiten des Fachkräftemangels die einzige Fachkraft, die betriebswirtschaftliches Knowhow in ihrer Ausbildung gelernt hat, in der Apotheke nicht mehr im Team zu haben?

Eine entsprechende Online-Umfrage ist beendet - wir werden in Kürze über die Ergebnisse berichten.

Michaela Freudenfeld
ADEXA, Ltg. Referat Schulen & Unis

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