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07. Mai 2012

Personalplanung in der Apotheke: Jobs für Alt und Jung

Apotheken müssen auch in Zukunft leistungsfähig bleiben. Deshalb fordert ADEXA eine sinnvolle Personalplanung: Ältere Kolleginnen und Kollegen bringen viel Kompetenz ein, parallel dazu müssen weiterhin Fachkräfte aller Berufsgruppen ausgebildet werden.

Mit der Novelle zur Apothekenbetriebsordnung wird der Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein wichtiges Thema: „Zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Apotheke muss das notwendige Personal, insbesondere auch das pharmazeutische Personal, in ausreichender Anzahl vorhanden sein“, heißt es in § 3. Eine Forderung von ADEXA, die bald in geltendem Recht zu finden sein wird. Doch woher nehmen und nicht stehlen – denn vor allem ApothekerInnen und PTA werden langsam zur Mangelware. Mittlerweile ist es an der Zeit, sich über Altersstrukturen den Kopf zu zerbrechen.

Betriebe nicht vorbereitet

Wie ein Forscherteam aus Göttingen und Kassel jetzt herausgefunden hat, stellen sich Deutschlands Arbeitgeber branchenübergreifend kaum auf den demographischen Wandel ein. Zwar monieren Personaler jeden Verlust von Wissen durch den Vorruhestand, wirksame Strategien dagegen entwickeln sie aber nur selten. Und so sind etwa Angebote zum betrieblichen Gesundheitsmanagement rar. Auch passen viele der befragten Firmen ihre Leistungsvorgaben nicht an oder stellen keine speziell ausgestatteten Arbeitsplätze zur Verfügung. Und flexible Arbeitszeiten beziehungsweise Weiterbildungsangebote sind eher die Ausnahme denn die Regel.

Suche nach Ursachen

Generell sehen die Autoren der Studie mögliche Gründe in der Wirtschaftskrise: Ab 2007 hatten viele Betriebe andere Sorgen, als sich um die Altersstruktur ihrer Belegschaft zu kümmern – und so wurde das Problem erst einmal auf die lange Bank geschoben. Während dieser Zeit galt zudem ein „unblutiger“ Personalabbau durch vorgezogenen Ruhestand im Vergleich zu Kündigungen als gesellschaftlich akzeptierte Maßnahme. Auch fehlen der Industrie kurzfristige, monetäre Anreize, um Geld in die Personalentwicklung zu investieren. Das ist aber nur eine Seite der Wahrheit.

Zukunftschancen durch Ausbildung

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssen Firmen ebenfalls in die Ausbildung investieren. Das trifft auf öffentliche Apotheken genauso zu – für alle Berufsgruppen. Wer heute keine PKA, PTA oder ApothekerInnen findet, hat selbst seinen Beitrag zu leisten, etwa durch Praktikumsplätze oder die Einstellung von PKA-Azubi. Stimmt die Altersstruktur, können erfahrene sowie junge Kolleginnen und Kollegen voneinander lernen, zum Wohl des Betriebs.

Michael van den Heuvel

Weitere Informationen:

Knut Tullis et al.: „Perspektiven alter(n)sgerechter Betriebs- und Tarifpolitik, in: WSI-Mitteilungen, Heft 2/2012.

 

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