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02. Juli 2012

Pflegereform verabschiedet: Mehr Geld für Demenzkranke

Kritiker sprechen abfällig von „Reförmchen“, bestenfalls von Schritten in die richtige Richtung. Fakt ist, dass es mehr Geld geben wird für die Pflege von Demenzkranken. Doch ob sich ihre Betreuungssituation damit wirklich spürbar verbessert, ist die Frage. Geschätzte 1,2 Millionen Deutsche sind derzeit an Demenz erkrankt. In den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl der pflegebedürftigen Personen insgesamt von 2,4 auf voraussichtlich über 4 Millionen Menschen steigen.

Am 29. Juni hat der Bundestag die schwarz-gelbe Pflegereform verabschiedet. Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) tritt zum 1. Januar 2013 in Kraft. Durch eine Steigerung des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent rechnet die Regierung mit Mehreinnahmen von circa 1,2 Milliarden Euro. Davon sollen vor allem Demenzkranke und die sie pflegenden Angehörigen profitieren.

Ab dem 1. Januar 2013 erhalten Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die ohne Pflegestufe sind (= Pflegestufe 0), monatlich ein Pflegegeld von 120 Euro oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro. Pflegebedürftige in Pflegestufe I erhalten 305 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von bis zu 665 Euro. Pflegebedürftige in Pflegestufe II bekommen 525 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von bis zu 1.250 Euro. Das sind zwischen 70 und 225 Euro zusätzlich pro Monat. Schwerstpflegebedürftige der Pflegestufe III erhalten dagegen keine Aufstockung.

Wohngemeinschaft statt Demenzstation

Stärker unterstützt werden künftig selbstorganisierte Wohngruppen und Wohngemeinschaften. Mit 30 Millionen Euro sollen in den ersten Jahren rund 12.000 Demenzkranke in solchen Wohnformen gefördert werden, zum Beispiel durch den bedarfsgerechten Umbau von Wohnungen.

Außerdem sollen Anspruchsberechtigte bzw. deren Angehörige mit Pflegediensten flexiblere Leistungen vereinbaren können. Beratungsgutscheine, schnelle Beratungstermine und Entscheidungen über den Leistungsumfang innerhalb von vier Wochen sind weitere Punkte, die die Betroffenen unterstützen sollen.

Eine von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr angestrebte gesetzliche Verpflichtung zur privaten, kapitalgedeckten Pflegeversicherung ist nicht Teil des Gesetzes.

Dr. Sigrid Joachimsthaler

Quelle und weitere Infos: www.bmg.bund.de/pflege.html

 

Sozialversicherungsbeiträge: Rauf und runter

Während sich der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung ab 2013 um 0,1 Prozentpunkte erhöht, könnten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Jahreswechsel von aktuell 19,6 Prozent auf 19,0 Prozent sinken – eine Entlastung von jeweils 0,3 Prozentpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

 

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