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15. November 2013

Risiken auf dem Weg zur Arbeit: Alle Jahre wieder

Fallen ein paar Flocken, herrscht auf Deutschlands Straßen und Schienen schnell der Ausnahmezustand: Angestellte verspäten sich. Nicht selten kommt es auch zu Unfällen. ADEXA zeigt, welche Rechte und Pflichten KollegInnen haben.

Egal, ob mit dem eigenen Auto, mit Bus, Bahn oder zu Fuß: Der Weg zum Arbeitsplatz wird bei schlechtem Wetter schwer kalkulierbar. „Wer zu spät in der Apotheke eintrifft, muss die fehlende Zeit entweder nacharbeiten oder sich als Minusstunden anrechnen lassen“, sagt Iris Borrmann, Rechtsanwältin bei ADEXA. „Entsprechende Risiken tragen Arbeitnehmer – egal, ob sie eine Schuld trifft oder nicht.“ Anders sieht es aus, sollten Chefs witterungsbedingt unpünktlich sein und ihre Apotheke erst später öffnen. Borrmann: „In dem Fall muss der Arbeitgeber alle Stunden gutschreiben.“

Hals- und Beinbruch auf dem Weg zur Arbeit

Leider bleibt es nicht immer bei Verspätungen – Unfälle sind im Winter an der Tagesordnung. Angestellte sind auf dem Weg zum Job über Berufsgenossenschaften versichert, mit folgenden Einschränkungen: Ihr Schutz erstreckt sich nur auf die zeitlich oder geographisch kürzeste Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit inklusive Abstecher zur Kita oder zur Schule. Wer vorher noch Einkäufe erledigt, verliert im Falle eines Falles seine Ansprüche. Fahren KollegInnen, die auswärts arbeiten, am Wochenende zu ihrer Familie, sind sie jedoch auf der sicheren Seite. Und nicht zu vergessen: Sollten Apothekenangestellte im Botendienst unterwegs sein, sind sie bei Unfällen ebenfalls versichert – so lange während der Fahrten keine privaten Dinge erledigt werden. Angestellten steht generell frei, welches Verkehrsmittel sie wählen.

Wegeunfälle melden

Passiert dennoch ein Unfall, darf jeder Arzt die Erstversorgung übernehmen. „Unter Umständen kann es erforderlich sein, dass sich PatientInnen beim Durchgangsarzt* vorstellen“, so Borrmann weiter. „Das ist bei Krankschreibungen über den Unfalltag hinaus, bei ärztlichen Behandlungen von mehr als einer Woche, bei Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln sowie bei Wiedererkrankungen aufgrund des Unfalls erforderlich.“ Schreibt der Durchgangsarzt Apothekenangestellte nach einem Wegeunfall für mehr als drei Tage krank, muss ihr Arbeitgeber die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) informieren.

Michael van den Heuvel

* Ein Durchgangsarzt – kurz: D-Arzt – ist ein Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie oder ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“, der von den Berufsgenossenschaften eine besondere Zulassung erhalten hat.

 

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