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14. Mai 2014

Streit um neuen Bundesrahmentarifvertrag: „ADA als Tarifpartei handlungsunfähig“

Im Tarifstreit um einen neuen Bundesrahmentarifvertrag bewegt sich der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) keinen Zentimeter. Offensichtlich handlungsunfähig oder -unwillig, deuten die Arbeitgeber zwar Gesprächsbereitschaft an, lehnen aber gleichzeitig echte Verhandlungen ab.

O-Ton ADA: „Sollten Sie also bereit sein, auf diese Forderungen zu verzichten, sind wir gern zu weiteren Gesprächen und einem Abschluss bereit.“ Worüber will man denn dann reden? Über den ach so bedauerlichen Mangel an Nachwuchs?

Dazu die ADEXA-Vorsitzenden Barbara Neusetzer und Tanja Kratt: „Der ADA wird seiner Rolle als Verhandlungspartei nicht gerecht und verschleppt seit Monaten den längst fälligen Abschluss!“

Kurzer Rückblick: Die Arbeitgeber hatten den Rahmentarifvertrag selbst gekündigt zu Ende 2013. Bereits im Spätsommer 2013 hatte ADEXA Verhandlungstermine im laufenden Jahr vorgeschlagen. Der ADA zögerte. Es folgte lediglich eine Zusage für ein Gespräch (keine Verhandlung!) im November 2013.  Danach zogen wiederum mehrere Monate ins Land, bis der ADA schließlich zu Verhandlungen im März 2014 bereit war. Diese scheiterten allerdings an der kompletten Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite.

„Es geht nicht nur um die Notdienstvergütung, sondern auch um andere Verhandlungsinhalte, die seither auf Eis liegen“, so die Leiterin der Tarifkommission von ADEXA, Tanja Kratt. „Von überzogenen Forderungen kann im Übrigen nicht die Rede sein, denn es liegt in der Natur von Verhandlungen, dass Tarifparteien ihre Forderungen auf hohem Niveau formulieren.“

ADEXA, als Vertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Apotheken, legt selbstverständlich größten Wert darauf, dass für die Arbeitsverhältnisse ein solides und aktuelles(!) Tarifgerüst vorhanden ist. Dass dies zurzeit nicht der Fall ist, ist allein der Arbeitgeberseite zuzurechnen.

Die Taktik der Arbeitgeber ist mehr als durchsichtig! Ihr Ziel ist, die Rahmenverhandlungen bis zum nächsten Jahr hinauszuzögern. Da dann wiederum Gehaltsverhandlungen anstehen, rechnet sich der ADA für 2015 eine vermeintlich bessere Verhandlungsposition aus.

An die überwiegende Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Apotheken und ihre Situation verschwendet man offensichtlich auf Arbeitgeberseite keinen Gedanken.

Diese Haltung ist nicht nur bedauerlich, sondern auch bedenklich, denn zu einem erfolgreichen Apothekenbetrieb gehören im Wesentlichen die MitarbeiterInnen. Eine Missachtung ihrer Belange führt unweigerlich zu Problemen.

ADEXA war immer bereit, sich auch für die Belange der Apothekenhonorierung gegenüber den Politikern einzusetzen. Der ADA setzt diese Unterstützung jetzt aufs Spiel.

Gutsherrenartig die eigenen Interessen durchzusetzen – oder besser gesagt „auszusitzen“ – führt mit Sicherheit nicht zum Ziel!

ADEXAs Erste Vorsitzende, Barbara Neusetzer, an die Adresse des ADA: „Wenn Sie mit uns reden wollen, rufen Sie uns gerne an. Wenn Sie mit uns wirklich fair verhandeln wollen, nennen Sie einen Termin.“

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