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03. Februar 2012

Tarifliche Altersvorsorge: Unisex-Tarife - jetzt auch bei der ApothekenRente

Bei der gesetzlichen Rente bekommen Frauen und Männer seit jeher – trotz statistisch verschiedener Lebenserwartung und damit auch unterschiedlicher Dauer des Leistungsbezugs – die gleichen Rentenleistungen, wenn sie vergleichbare Rentenzeiten und Beiträge* gesammelt haben. Seit 2006 gilt dies auch für die staatlich geförderte Riester-Rente. Nun müssen die meisten privaten Versicherungen spätestens bis zum Jahresende mit den Unisex-Tarifen nachziehen. Bei Neuverträgen zur tariflichen Altersvorsorge ist das bereits jetzt ein wichtiges Auswahlkriterium!

Spätestens ab Ende 2012 dürfen Versicherungen bei Neuverträgen keine unterschiedlichen Tarife für Frauen und Männer mehr anbieten – das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Das Geschlecht als Risikofaktor in den Versicherungsverträgen zu berücksichtigen ist eine unzulässige Diskriminierung, so die Luxemburger Richter mit Blick auf die EU-Gleichstellungsrichtlinie aus dem Jahr 2004.

Das Urteil hat auch Auswirkungen auf Neuverträge zur tariflichen Altersvorsorge: Denn bei der ApothekenRente gilt der für Frauen günstigere Unisex-Tarif schon ab sofort.

Tariflicher Anspruch

Zur Erinnerung: Seit Januar 2012 gilt im Tarifgebiet des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken (ADA), d. h. im Bundesgebiet ohne Sachsen und Nordrhein, die von ADEXA vereinbarte tarifliche Altersvorsorge: mit einem arbeitzeitabhängigen Arbeitgeberbeitrag von 10,00 bis 27,50 Euro sowie der Möglichkeit, für die eigene freiwillige Entgeltumwandlung noch einen 20-prozentigen Arbeitgeberzuschuss zu erhalten.

Wer seinen Versicherungsvertrag, wie von ADEXA empfohlen, bereits im letzten Jahr mit Wirkung zum 1.1.2012 abgeschlossen hatte, profitiert für die ganze Laufzeit noch vom Garantie- bzw. Rechnungszins von 2,25 %. Für Neuverträge, die erst 2012 geschlossen werden, wird von den Versicherungen dagegen mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Garantiezins von 1,75 % kalkuliert. Bei den zum Teil recht langen Laufzeiten macht dies einen spürbaren Unterschied aus.

Frauen profitieren

Dafür hat die R+V-Versicherung – als Konsortialführer der ApothekenRente, die für die branchenweite Umsetzung der tariflichen Ansprüche von beiden Tarifvertragspartnern als Gruppenversicherung ausgewählt wurde – schon ab Januar einen Unisextarif eingeführt. Bei den tarifgebundenen Apothekenangestellten, die von der tariflichen Altersvorsorge profitieren, handelt es sich zu weit über 90 Prozent um Frauen. Für sie ist die neue Unisexregelung bei Renten- und Lebensversicherungen generell und damit auch bei der ApothekenRente günstiger. Und da Frauen beim Thema Alterssicherung ein deutlich höheres Armutsrisiko haben als ihre männlichen Kollegen, macht die Entscheidung für Unisextarife bei der tariflichen Altersvorsorge doppelt Sinn.

Und was ist mit den Männern?

Liebe Männer unter den ADEXA-Mitgliedern: Auch für Sie kann Unisex in anderen Versicherungsbereichen wie der Risikolebensversicherung oder der Kfz-Versicherung künftig den einen oder anderen Vorteil bringen. Dort wurden nämlich bisher männliche Versicherte wegen des höheren statistischen Risikos mit Leistungsabschlägen bzw. höheren Beiträgen „bestraft“. Sie sollten das Thema deshalb beim Versicherungsvergleich ab sofort immer im Hinterkopf haben.

Prüfen Sie Ihre Januar-Gehaltsabrechnung!

In jedem Fall sollten Sie Ihre Gehaltsabrechnung für Januar kritisch unter die Lupe nehmen. Da viele Verträge erst kurz vor Jahresende abgeschlossen wurden und die Vertragsunterlagen erst im Januar zugegangen sind, kann es sein, dass die tarifliche Altersvorsorge dort noch nicht berücksichtigt ist. Sprechen Sie dies bei Ihrem Arbeitgeber an, damit Sie schnell eine korrigierte Abrechnung mit den richtigen Zahlen bekommen.

Dr. Sigrid Joachimsthaler

* Ausschlaggebend ist die Zahl der erreichten Entgeltpunkte in der Renteninformation.

 

Hintergrund:
Frauen bauen weniger Autounfälle – deshalb waren ihre Versicherungsbeiträge in der Kfz-Haftpflicht bisher niedriger als die von männlichen Verkehrsteilnehmern. Frauen leben – nicht nur darum – um durchschnittlich etwa fünf Jahre länger. Deshalb haben sie bislang günstigere Beiträge bei der Risikolebensversicherung, aber höhere Beiträge bzw. niedrigere Rentenleistungen bei der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Mit dem EuGH-Urteil vom März 2011 wird diese Versicherungsmathematik spätestens zum Ende des Jahres obsolet.

Weitere Informationen

Das EuGH-Urteil finden Sie online unter: http://lexetius.com/2011,394

 

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