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29. Mai 2013

Treffen der Fachgruppe PI/ApothekerassistentInnen: Zwischen Homöopathie und Berufspolitik

Am 2. März tauschten sich Kolleginnen in Leipzig zu aktuellen Fragen ihrer Berufsgruppen aus. Neben Problemen bei der Vertretungsbefugnis stand die klassische Homöopathie im Mittelpunkt.

Leipzigs Geschichte ist eng mit Leben und Werk Samuel Hahnemanns (1755-1843) verwoben. In seinen Leipziger Jahren (1811-1821) erlangte er mit wissenschaftlichen Arbeiten über Nieswurz (Helleborus niger) seine Lehrbefugnis, sammelte Schüler um sich, hielt Vorlesungen und setzte seine Arbeiten zur Homöopathie fort.

Und so begann der Fachgruppentag mit einem Besuch am Denkmal des berühmten Gelehrten und einem Besuch im sächsischen Apothekenmuseum im Gebäude der ehemaligen Central-Apotheke am Thomaskirchhof.

Weiter ging es auf den Spuren Willmar Schwabes (1839-1917). Der damals 26-jährige Apotheker gründete 1866 in Leipzig eine „Fabrikationsstätte für die Zubereitung von Arzneimitteln“. Über die Jahre leistete er wichtige Beiträge zur Erforschung und standardisierten Herstellung pflanzlicher Zubereitungen. Später gingen aus seiner Firma die Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG und die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) hervor.

Klassische Homöopathie in der öffentlichen Apotheke

Dagmar Carsten, Apothekerassistentin, Heilpraktikerin und Vorstandsmitglied der ADEXA-Landesgruppe Bayern, stellte wichtige Themen der klassischen Homöopathie vor. Sie gab Einblick in die homöopathische Anamnese und erläuterte den Begriff der klassischen Homöopathie im Vergleich zu den Mischpräparaten, die üblicherweise in der Apotheke verkauft werden. Außerdem erklärte sie die Skala der D- und C-Potenzen und gab Hinweise zur richtigen Dosierung. Die Kolleginnen stellten etliche Fragen, schließlich wird die klassische Homöopathie von vielen Kunden und Apothekenangestellten gleichermaßen geschätzt.

Eine Anekdote am Rande: Bereits zu Hahnemanns Zeiten war Berufspolitik ein Thema. Der Gelehrte wurde beim „Leipziger Dispensierstreit“ von Apothekern verklagt, die ihr Privileg zur Arzneiherstellung gefährdet sahen.

Vertretungsbefugnis: keine Änderung

Heute lautet das brisante Thema „Vertretungsbefugnis für PI und ApothekerassistentInnen“. Angehörige beider Berufsgruppen waren und sind teilweise noch immer verunsichert, dass die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) ihre Rechte beschneidet. Auch manchem Arbeitgeber ist die Rechtslage unklar. Knackpunkt des Problems: Dürfen Plausibilitätsprüfungen bei Rezepturen einzig und allein von ApothekerInnen ausgeführt werden? ADEXA hatte dazu bereits von Christian Bauer, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD), von ABDA-Jurist Lutz Tisch sowie vom Bundesgesundheitsministerium Stellungnahmen eingeholt. Dabei wurden keine Hinweise auf von der Politik gewollte, entsprechende Einschränkungen gegeben; allerdings ist der Gesetzestext de facto nicht sauber formuliert.

Ich bitte an dieser Stelle alle Kolleginnen, bei Problemen sofort unsere Juristinnen in der Hamburger Hauptgeschäftsstelle zu kontaktieren. Als Apothekengewerkschaft können wir umso besser aktiv werden, je detaillierter wir die Situation vor Ort kennen.

Birgit Engelmann
Leiterin der Fachgruppe PI / ApothekerassistentInnen

Kontakt:

Birgit Engelmann, Hubmaierweg 39, 04249 Leipzig
Tel. 03 41 / 4 25 27 37, E-Mail fachgruppe-pi[at]adexa-online.de

Weitere Informationen zur Vertretungsbefugnis finden Sie hier.

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