News

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

14. März 2014

Verhandlungen zum BRTV abgebrochen / ADEXA kritisiert „Gutsherrenmentalität“ des ADA

Zum 31. Dezember 2013 hatte der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) den Bundesrahmentarifvertrag gekündigt. In der gestrigen Verhandlung erklärte die Arbeitgeberseite bereits zu Beginn, in diesem Jahr keine weiteren Verhandlungen mehr zu führen. Barbara Neusetzer hat für diese Blockadehaltung kein Verständnis und fordert, den Dialog umgehend fortzusetzen.

ADEXA hatte bereits im November 2013 Forderungen zur Notdienstvergütung und zur Sonderzahlung unter anderem an den ADA übermittelt. Eine Verhandlung über die Notdienstvergütung lehnte dieser allerdings kategorisch ab. Am 12. März sind die Tarifverhandlungen in Berlin daher ergebnislos abgebrochen worden. „Die Arbeitgeber waren zu keinen ernsthaften Gesprächen bereit“, berichtet ADEXAs Leiterin der Tarifkommission Tanja Kratt. Vielmehr hätte die ADA-Verhandlungsdelegation den Abbruch provoziert – und kein Mandat ihrer Mitgliederversammlung im Gepäck gehabt. Kratt  spricht von „Gutsherrenmentalität“, betont aber gleichzeitig, ADEXA sei zum weiteren Dialog bereit.
 
Keine zusätzliche Belastung

ADEXAs Ziel war, zum Notdienst verpflichtete MitarbeiterInnen besser zu stellen. Insbesondere sollten die Zeiten von 22:00 Uhr bis 8:00 Uhr mit 10 statt wie bisher mit 3,5 Stunden honoriert werden. Kratt: „Das ist auch nachvollziehbar, da die Apotheken zur Aufrechterhaltung des Notdienstes ja seit letztem Jahr bereits Zahlungen pro Nachtdienst aus dem Notdienstfonds erhalten.“ Inhaltlich spricht viel gegen die ablehnende Haltung von ADA-Vertretern: „Einerseits entlasten Notdienstpauschalen alle Inhaber“, so ADEXAs Erste Vorsitzende Barbara Neusetzer. Entsprechende Ausschüttungen des Fonds beim Deutschen Apotheker Verband sind mittlerweile von 223,79 auf 252,75 Euro gestiegen. „Andererseits ist die Argumentation, kleine Apotheken würden über alle Maßen belastet, falsch.“ Häufig übernehmen Inhaber Nacht- und Notdienste selbst. Für sie kommt es durch Änderungen im Bundesrahmentarifvertrag zu keinen weiteren Belastungen.
 
„Widerspruch zum Leitbild“
 
Dass sich Arbeitgeber derart gegen die ADEXA-Forderung sträuben, stößt noch in anderer Hinsicht auf Unverständnis. Die Apothekerschaft befindet sich mitten in einer Leitbilddiskussion und hat bereits jetzt ein klares Ziel: Apothekenberufe sollen für den beruflichen Nachwuchs attraktiver werden. Bereits heute sehen über sechzig Prozent aller Apothekerinnen und Apotheker Probleme, einen Nachfolger zu finden. Das haben Befragungen des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) ergeben. „Der ADA fördert diese gefährliche Tendenz mit seiner Blockadehaltung zusätzlich“, kritisiert Neusetzer. Sie fordert, Gespräche umgehend wieder aufzunehmen. „Wir sind bereit, den Dialog fortzusetzen, sollten Arbeitgeber ernsthaft zu Verhandlungen bereit sein.“

[mehr zum Thema]

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>