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18. Oktober 2013

Vorstandssitzung von EPhEU in Zagreb: EU-Arbeitszeitrichtlinie in der Kritik

Vom 9. bis 11. Oktober traf sich der Vorstand des Europäischen Verbands der in öffentlichen Apotheken angestellten Apotheker (EPhEU) in der kroatischen Hauptstadt Zagreb zu seiner turnusmäßigen Sitzung. Deutschland ist im EPhEU-Vorstand durch ADEXAs Zweite Vorsitzende Tanja Kratt vertreten.

Mit dem Zusammenwachsen Europas wird der Austausch zwischen den nationalen Gewerkschaften und Interessenvertretungen für Apothekenangestellte immer wichtiger – ebenso wie die Information und Unterstützung von Angestellten, die vorübergehend oder längerfristig in anderen europäischen Ländern arbeiten möchten. ADEXA ist deshalb Mit-Initiator und Gründungsmitglied von EPhEU. Dem Verband gehören zurzeit Mitgliedsorganisationen aus fünf Ländern an: neben Deutschland sind das Österreich, Frankreich, Kroatien und Belgien – Tendenz steigend.
Ein wichtiges Thema der Vorstandsitzung war denn auch der Austausch über neue Kontakte zu Nachbarländern, und zwar zu England, Italien, Bosnien/Herzegowina, Irland, Luxemburg, Monaco, Rumänien und der Schweiz. Dazu Tanja Kratt: „Unser Ziel ist es, in einem organischen und kontrollierten Prozess mehr Mitglieder für EPhEU zu gewinnen. Ein Kriterium dabei ist, dass wir bei allen nationalen Unterschieden und teilweise auch sprachlichen Hürden entscheidungs- und handlungsfähig bleiben.“

Auf der Agenda standen auch die EPhEU-Arbeitsgruppen. Kratt: „Sie sollen unter anderem umfassende Informationen über die Situation der öffentlichen Apotheken sowie die Arbeitsvoraussetzungen und -bedingungen für Pharmazeuten in den verschiedenen Ländern auf der Website des Verbandes zur Verfügung stellen.“

Engagiert für Arbeitnehmerrechte

An die EU-Kommission soll eine Stellungnahme zur geplanten Neufassung der Arbeitszeitrichtlinie geschickt werden. „Von Brüssel ist die Aufteilung des Bereitschaftsdienstes in eine aktive und eine inaktive Arbeitszeit vorgesehen, was die EPhEU-Mitgliedsorganisationen unisono ablehnen“, so Tanja Kratt. Kritik gibt es außerdem an dem Vorstoß, die Vorschrift über die Höchstarbeitszeit durch einfache, schriftliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer außer Kraft setzen zu können. Kratt: „Solche einschneidenden Eingriffe in den Arbeitnehmerschutz sollen aus Sicht von EPhEU weiterhin nur durch Tarifverträge möglich sein.“

Ein weiteres Thema war die Präsenz des Verbandes beim FIP-Kongress 2015 in Düsseldorf, der in zwei Jahren parallel zum Deutschen Apothekertag stattfinden wird. Die nächste Vorstandssitzung findet am 1. Februar 2014 in Wien statt.

Dr. Sigrid Joachimsthaler

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