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01. November 2013

Weihnachtsgeld: Tarifbindung lohnt sich

Eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes bekommen etwa 54 Prozent der deutschen Beschäftigten. Wer bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber beschäftigt bzw. selbst Gewerkschaftsmitglied ist, hat hier bessere Chancen. Das zeigt eine Online-Umfrage des Lohnportals www.lohnspiegel.de.

Während sich mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer über ein Weihnachtsgeld freuen können, gibt es für 21 Prozent eine sonstige Sonderzahlung und für 17 Prozent eine Gewinnbeteiligung.

Unterschiedliche Chancen

Beim Thema Weihnachtsgeld hat allerdings nicht jeder gleich gute Karten: So erhalten es 71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben, dagegen nur 41 Prozent in nicht tarifgebundenen Firmen.

Unterschiede gibt es auch zwischen Ost- und Westdeutschland mit 39 respektive 58 Prozent. Außerdem profitieren Frauen mit 51 Prozent seltener von der Sonderzahlung als Männer mit 57 Prozent.

Die Zahlen beruhen auf den Angaben von rund 15.000 Beschäftigten im Zeitraum von Juli 2013 bis August 2013. 

Tarifliche Ansprüche

In fast allen Tarifverträgen sind Ansprüche auf die Sonderzahlung festgeschrieben – meist als fester Prozentsatz des monatlichen Tarifgehaltes, seltener als fester Eurobetrag. Allerdings variiert die prozentuale Höhe je nach Branche. Dazu Tanja Kratt, Leiterin der Tarifkommission von ADEXA: „Die tarifliche Sonderzahlung im Apothekenbereich ist mit 100 Prozent des Bruttomonatsgehalts eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Und die Kolleginnen und Kollegen haben sie sich wirklich verdient!“

Kratt geht davon aus, dass aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Lage der Apotheken von der tariflich vorgesehenen Kürzungsmöglichkeit kaum Gebrauch gemacht wird. „Die Senkung der Sonderzahlung ist eine Stellschraube, die für den Notfall vorgesehen ist. Die negative Wirkung auf die Stimmung in der Belegschaft ist vorhersehbar, deshalb sollte man sie als Ultima Ratio begreifen.“

Dr. Sigrid Joachimsthaler

Quelle: WSI-Tarifarchiv, Pressemeldung vom 29.10.13

 

 

Tarifliche Sonderzahlung für Apothekenangestellte

Laut Bundesrahmentarifvertrag und Rahmentarifvertrag Nordrhein steht ADEXA-Mitgliedern, deren Arbeitgeber tarifgebunden ist, eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 100 Prozent ihres tariflichen Monatsverdienstes zu. Diese muss spätestens mit dem Novembergehalt ausgezahlt werden, kann aber auch in Teilbeträgen bezahlt werden. 

Wer im Kalenderjahr weniger als zwölf Monate beschäftigt war, hat Anspruch auf ein Zwölftel für jeden vollendeten Beschäftigungsmonat.

Für Apotheken, die nachweislich wirtschaftliche Probleme haben, kann der Apothekeninhaber die Sonderzahlung auf bis zu 50 Prozent kürzen, wenn er dem Mitarbeiter auf Verlangen entsprechende Zahlen zur Verfügung stellt.

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