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Zeit für Arbeit – und Zeit fürs Leben. Ein Kommentar von ADEXA-Bundesvorstand Tanja Kratt zum Equal Pay Day

Die Analyse bestätigt, was Angestellte in Apotheken seit Jahren tagtäglich erleben: Wer Verantwortung für Familie übernimmt, zahlt dafür im Berufsleben einen hohen Preis. Besonders betroffen sind Frauen, die einen Großteil der Sorgearbeit leisten und deshalb in Teilzeit arbeiten. Das ist nicht nur ungerecht, sondern angesichts des wachsenden Fachkräftemangels auch kurzsichtig.

Teilzeit darf nicht länger als Karrierebremse wirken oder automatisch mit geringeren Aufstiegschancen und späteren Rentennachteilen verbunden sein. Notwendig ist ein grundlegendes Umdenken – vor allem bei der Anerkennung unbezahlter Sorgearbeit. Wer über Jahre hinweg Kinder betreut oder Angehörige pflegt, darf im Alter nicht mit massiven Rentenlücken konfrontiert sein. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, Sorgezeiten verlässlich und auskömmlich abzusichern.

Ob die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingt, entscheidet sich jedoch nicht allein auf dem Papier, sondern in der Realität des Alltags. Ohne verlässliche Kinderbetreuung bleiben viele Reformen reine Theorie. 

Gute Vereinbarkeit ist keine private Organisationsleistung, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Dafür setzen wir uns als Gewerkschaft ein.

Tanja Kratt
ADEXA-Bundesvorstand