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08. April 2019

Perfekter Themenmix: Das war der ADEXA-Erlebnis- und Gewerkschaftstag 2019

Aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich ADEXA-Mitglieder zum Gewerkschaftstag angemeldet. (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Die ADEXA-Vorstände Andreas May und Tanja Kratt freuten sich über die große Besucherzahl (Foto: ADEXA/sjo)
Dr. Markus Wiesenauer war Referent zum Thema Homöopathie bei Kinderkrankheiten (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Dr. Markus Wiesenauer mit ADEXA-Vorstand Andreas May (Foto: ADEXA/sjo)
Die Hamburger Imagetrainerin Imme Vogelsang weiß, was beim ersten Auftritt zählt (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Millisekunden entscheiden beim ersten Eindruck (Foto: ADEXA/sjo)
Aus einer Schublade wieder herauszukommen, fällt schwer, sagt Imme Vogelsang (Foto: ADEXA/sjo)
ADEXA-Juristin Minou Hansen gab Antworten auf häufig gestellte Rechtsanfragen (Foto: ADEXA/sjo)
Humor hilft im Umgang mit dementen Menschen, weiß Markus Proske aus seiner Erfahrung als Therapeut (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Man muss Ablauf und Symptome der Demenz kennen, um richtig reagieren zu können (Foto: ADEXA/sjo)
Das zertifizierte Fortbildungsprogramm umfasste Themen für alle Apothekenberufe (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Infostand zum europäischen PTA-Verband EAPT mit Jutta Brielich und Ingrid Heberle (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Infos plus Schokokuchen zur European Association of Pharmacy Technicians (EAPT) (Foto: ADEXA/sjo)
Der ADEXA-Vorstand ehrte langjährige aktive Mitglieder für ihr Engagement (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Aber auch aktive JuMis, d.h. junge Mitglieder bei ADEXA, waren in Stuttgart dabei (Foto: ADEXA/Pavlovic)
Nach dem erfolgreichen Gewerkschaftstag 2019 in Stuttgart geht es am 9.5.2020 nach Münster (Foto: vichie81/Fotolia)

Über 90 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet begrüßte ADEXA-Vorstand Andreas May am 6. April in Stuttgart zum diesjährigen Gewerkschaftstag. Ein facettenreiches Programm und auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sorgten wieder für beste Resonanz.

Alles, was Apothekenangestellten im Beruf hilft und gut tut – auf diese Formel lässt sich das Themenspektrum in Stuttgart bringen: fachlicher Input für die Beratung, Empfehlungen für das Auftreten am Arbeitsplatz oder auch in der Berufspolitik, arbeitsrechtliche Informationen sowie der richtige Umgang mit Demenzkranken in der Apotheke oder der eigenen Familie.

Dosis reduzieren, Rezidivrate senken

Seit 31 Jahre in der eigenen Praxis tätig, diverse Fachbücher, aber auch die Online-Applikation HV-Kompass für Homöopathie: Dr. Markus Wiesenauer, Arzt und Apotheker, baut auf die eigene Beobachtung und sein Erfahrungswissen, wenn es um das Thema Homöopathie geht. Und lässt sich deshalb auch durch die aktuell eher negative Diskussion um die Wirksamkeit von Globuli und Hochpotenzen nicht beeindrucken. Dazu kommt: Wiesenauer ist ein begnadeter Referent, der die ZuhörerInnen diesmal mitnahm in die Kinderarztpraxen und die Apotheken, wo Mütter (und Väter) Hilfe für ihre erkrankten Sprösslinge suchen. Dabei geht es ihm nicht darum, alle schulmedizinischen Therapien zu vermeiden oder gar zu verteufeln. Aber häufig lässt sich mit Homöopathika als Add-on die Dosis der chemisch-synthetischen Medikation senken. Und das häufige Wiederauftreten bestimmter Kindererkrankungen wie Seitenstrang-Angina, Bronchitis oder Pfeiffersches Drüsenfieber kann reduziert werden. Welche Entlastung das für die betroffenen Kinder und Eltern darstellt, kann wohl jeder nachvollziehen.

Schneller als ein Wimpernschlag …

… nimmt unser Gehirn die äußeren Merkmale eines neuen Gegenübers wahr – und sortiert sie oder ihn (aus evolutionsbiologischen Gründen) in eine bestimmte Schublade ein. Um dies zu beweisen, startete Imagetrainerin und Coach Imme Vogelsang ihren Vortrag mit einer Reihe von Personenfotos, die lediglich für Millisekunden eingeblendet wurden. Studien beweisen aber auch: Das Bild, das man sich in dieser kurzen Zeit macht, bestimmt weiterhin unseren Eindruck dieser Person. Nachfolgende Informationen und Gespräche werden von uns so gefiltert, dass sie zu ihrem ersten Auftritt und der von uns gewählten "Schublade" passen. Deshalb sind Äußerlichkeiten wie Kleidung, Frisur und insbesondere auch die Körperhaltung keineswegs zu vernachlässigen, wenn man je nach Situation (Beratung im HV, Vorstellungsgespräch etc.) ein optimales Ergebnis erzielen will.
Mit vielen Tipps ging es unter anderem darum, als Frau mehr Präsenz zu zeigen, aber auch um Dresscodes und die Wirkung von Farben und Materialien. Denn, das zeigt die Erfahrung: Leider hilft die größte Kompetenz wenig, wenn der äußere Eindruck diese nicht ausstrahlt und unterstützt. 

Rechtliche Fragen zum Urlaub und zur Arbeitszeit

Jede Woche gehen nicht weniger als hundert Rechtsanfragen bei den ADEXA-Juristinnen ein. Urlaubsansprüche und deren Umsetzung sind dabei ein Dauerbrenner, berichtete ADEXA-Rechtsanwältin Minou Hansen. Gerade bei Teilzeitstellen ist die korrekte Berechnung oft ein Streitthema zwischen Angestellten und Leitung. Auch die Abwicklung von Urlaubsanträgen sorgt häufig für Missstimmung im Team. Wer seine Rechte kennt, ist dann in einer besseren Position – und kann als ADEXA-Mitglied außerdem auf die Unterstützung der gewerkschaftlichen Rechtsberatung vertrauen.

Ein zweiter Dauerbrenner ist die elektronische Zeiterfassung, wo Inhaber oft noch die voreingestellten Durchschnittswerte für sechs Wochentage nutzen. Dabei ist es rechtlich und tariflich notwendig, aber auch mit der Software möglich, dass die individuellen Arbeitszeiten an jedem Tag für die Mitarbeiter eingetragen werden. So wird verhindert, dass sich an Feiertagen, bei Krankheit oder Urlaub ungerechtfertigte Minusstunden ansammeln.

Demenz: Verunsichert, verwirrt, verändert, verborgen

Als „Mittler zwischen den Welten“ stellte sich der Demenzberater und Humortherapeut Markus Proske in Stuttgart den Teilnehmenden vor. Er hat langjährige Erfahrung im Umgang mit Hochbetagten in Pflegeeinrichtungen und weiß, dass Angehörige, aber auch Profis aus  den Gesundheitsberufen oft intuitiv falsch reagieren. Anhand diverser Beispiele zeigte er: Es hat alles einen Grund, was Demente tun – oder was sie lassen. Diskussionen und Belehrungen sind nicht sinnvoll, sondern führen nur zu Aggressionen und Abwehr. „Was weg ist, ist weg; da hilft kein Üben.“ Dafür kann man aber die Wirkung von Spiegelneuronen nutzen, um ein bestimmtes Verhalten zu fördern – indem man zum Beispiel selbst isst oder sich die Zähne putzt.

Ganz wichtig sei aber auch, dass sich die pflegenden Angehörigen Unterstützung organisieren, denn sie haben ein 12-fach erhöhtes Risiko, selbst an Demenz zu erkranken, so Proske.

Ehrung für langjährige Aktive

Gleich zu Beginn bedankten sich die ADEXA-Vorstände Andreas May und Tanja Kratt bei einigen ADEXA-Mitgliedern, die schon bis zu dreißig Jahre im Ehrenamt tätig sind. Dieses Engagement ist für die Gewerkschaft unverzichtbar!

Außerdem fand eine Verlosung von Musical-Karten statt: Ein herzlicher Glückwunsch an die Gewinnerin!

Sigrid Joachimsthaler

 

Beiratssitzung und Berufsgruppentreffen

Am Sonntag nach dem Gewerkschaftstag fand die Frühjahrssitzung des ADEXA-Beirates statt, bei der auch der Vorstand, die vier Berufsgruppenleitungen, Vertreter der JuMis bei ADEXA sowie hauptamtliche Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter teilnahmen.  Auf der Tagesordnung standen unter anderem tarif- und berufspolitische Aktivitäten sowie der Umgang mit Sozialen Medien.

Außerdem trafen sich die ADEXA-Berufsgruppen der Approbierten und der PKA nach dem Erlebnistag zum Austausch über aktuelle Themen.

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