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03. April 2020

Kinderzuschlag während der Corona-Krise: Geringere Hürden und bis zu 185 Euro pro Kind

Aktuelle Informationen auf der Website des Bundesfamilienministeriums. Screenshot: ADEXA

Viele Eltern haben seit Beginn der Corona-Pandemie mit Verdienstausfällen zu kämpfen. Ihnen soll der jetzt beschlossene Notfall-Kinderzuschlag (KiZ) helfen.

Die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus stellt Familien vor große Herausforderungen. Eltern sind in Kurzarbeit oder kämpfen freiberuflich mit Verdienstausfällen. Viele müssen auch die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren; Kitas und Schulen haben geschlossen. Diese Lücke versucht das Bundesfamilienministerium jetzt zu schließen.

Wie unterscheiden sich Kinderzuschlag und Notfall-Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag ist nicht neu. Er soll erwerbstätige Eltern finanziell unterstützen, die nicht genug für sich und ihre Familie verdienen.

Für den Notfall-Kinderzuschlag müssen nicht – wie bisher – Einkommensverhältnisse der letzten sechs Monate nachgewiesen werden, sondern nur des letzten Monats. Und Menschen ohne „erhebliches Vermögen“ sind nicht verpflichtet, Angaben zu machen. Wer bereits seit Beginn der Pandemie wirtschaftliche Folgen gespürt hat, sollte bald den Antrag stellen. Das Maßnahmenpaket gilt ab 1. April bis voraussichtlich zum 30. September 2020.

Wer hat Anspruch auf den Notfall-Kinderzuschlag?

Das Bundesfamilienministerium nennt auf seiner Website mehrere Bedingungen:

     

  • Anspruch haben Familien mit unverheirateten Kindern bis 25 Jahren.
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  • Die Kinder leben im eigenen Haushalt.
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  • Für die Kinder wird Kindergeld gezahlt.
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  • Das Einkommen der Eltern muss mindestens brutto 900 Euro für Paare und 600 Euro für Alleinerziehende betragen.
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  • Einkommen, Kindergeld, Kinderzuschlag und eventuell Wohngeld reichen aus, um den täglichen Bedarf zu decken.
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  • Das anzurechnende Einkommen (wobei die Miete berücksichtigt wird) ist nicht so hoch, dass sich der Kinderzuschlag auf null Euro reduzieren würde.
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Das klingt komplex. Deshalb können Interessierte mit dem „KiZ-Lotsen“, einem Online-Tool, ihren Anspruch prüfen. Den Antrag selbst stellt man online bei der Kindergeldkasse (beide Links siehe Quellen).

Welche Leistungen erhalten berechtigte Familien?

Neben dem Notfall-Kinderzuschlag in Höhe von bis zu 185 Euro besteht Anspruch auf Befreiung von Kita-Gebühren bzw. auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Unterstützt werden u.a.:

     

  • Ausflüge der Kita oder Schule,
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  • Schulessen ohne Eigenanteil,
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  • Schulbedarf (einmalig 150 Euro pro Schuljahr),
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  • ÖPNV-Tickets, auch zur privaten Nutzung,
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  • Soziale Aktivitäten in Vereinen oder Verbänden (15 Euro pro Monat),
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  • Maßnahmen zur Lernförderung.
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Michael van den Heuvel

Quellen

Notfall-Pläne fürs Elterngeld

Familienministerin Franziska Giffey plant nach Medienberichten auch Änderungen beim Elterngeld. Damit sollen Eltern vor negativen Einflüssen der Corona-Situation aufgrund von Einkommenseinbußen geschützt werden. Außerdem geht es um Eltern, die in systemrelevanten Berufen ihre Elternzeit aktuell nicht nehmen können. https://bit.ly/2UCYCa0 

 

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