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18. September 2017

Expopharm 2017 mit ADEXA: Miteinander ins Gespräch kommen

Vier Tage internationale pharmazeutische Fachmesse in Düsseldorf: Das ADEXA-Messeteam im Gespräch mit Expopharmbesuchern (Foto ADEXA)
Gute Beratung zu allen Fragen rund um Tarife, Mitgliedschaft und Arbeitsrecht (Foto ADEXA)
Mit der Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft Nordrhein, Dr. Heidrun Hoch, sprach ADEXA-Vorstand Andreas May über den Gehaltstarif (Foto ADEXA)
Die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening, im Gespräch mit ADEXA-Vorstand Andreas May (Foto ADEXA)
Vertreter des Sächsischen Apothekerverbandes mit Andreas May und ADEXA-Juristin Minou Hansen (Foto ADEXA)
EPhEU-Präsidentin Ulrike Mayer im Gespräch mit Andreas May und Minou Hansen (Foto ADEXA)
V. l.: Dr. Helmut Schlager (BLAK), Jonas Isenhuth, Julia Lanzenrath und Sebastian Walesch (BPhD), Andreas May, Christian Lukas und Eva-Maria Plank (ADEXA), Max Georgi (BPhD).
V. l.: Sabine Pfeiffer, Angelika Gregor (BVpta), Dr. Berit Winter (ABDA), Andreas May (ADEXA), Birgit Vogt (ABDA), Bettina Schwarz (BVpta), Michaela Jäger, Sigrid Joachimsthaler (ADEXA) (Foto: ADEXA)
V. l.: Bettina Schwarz, Angelika Gregor (BVpta), Andreas May (ADEXA), Sabine Pfeiffer (BVpta), Michaela Jäger (ADEXA), Nina Schackmann (BVpta) (Foto ADEXA)
ADEXA-JuMi Christian Lukas war in Düsseldorf im Messeteam aktiv (Foto ADEXA)
Stefanie Pertz ist Ansprechpartnerin der Region West (NR und WL) für die JuMis, das heißt die jungen Mitglieder bei ADEXA (Foto ADEXA)
Die Vorsitzende der ADEXA-Landesgruppe Nordrhein, Vanessa Meiler, mit Messechefin Minou Hansen und einem aktiven Mitglied der JuMis.
ADEXA-Messestand: Infomaterial für Apothekenangestellte und Berufsnachwuchs (Foto ADEXA)
Schnellzeichner Mr. Kiss aus München: wie immer ein Highlight am ADEXA-Stand am Expopharmsamstag (Foto ADEXA)
Ein Motiv der aktuellen ABDA-Kampagne mit "echten" Patienten (Foto ADEXA)

Dass Reden Silber und Schweigen Gold sei – dieses Sprichwort hatte zumindest während der vier Expopharm-Tage keine Gültigkeit. Denn hier stand eindeutig das Gespräch im Mittelpunkt.

„Wir haben unter anderem mit allen drei Tarifparteien im Bundesgebiet gesprochen“, konstatiert ADEXA-Vorstand Andreas May. „Mit Frau Dr. Hoch von der TGL Nordrhein hatte ich ein interessantes Gespräch mit innovativen Ideen, bei dem wir aber auch über den tariflichen Tellerrand geschaut haben.“ Beide Seiten erwarten eine schnelle Einigung beim Gehalt, um den hohen Stellenwert der Mitarbeiter für die Arbeit der Apotheken zu würdigen.

May: „Auch der Austausch mit dem Sächsischen Arbeitgeberverband und mit dem ADA-Vorsitzendem Theo Hasse war sehr konstruktiv.“ Mit dem SAV soll es Anfang 2018 ein weiteres Treffen geben, um ein Tarifmodell für den Kammerbezirk zu entwickeln.

Networking auf innerdeutscher und europäischer Ebene

May sprach außerdem mit Vertretern diverser Apothekerkammern und -verbände, mit denen er unter anderem Fragen zur Aus-, Fort- und Weiterbildung diskutierte.

Beim Treffen mit Mag. pharm. Ulrike Mayer, der Präsidentin des europäischen Verbands angestellter Apotheker (EPhEU), ging es um die Agenda der EPhEU-Generalversammlung Anfang Oktober in Budapest. Die Apothekengewerkschaft ist Mitinitiator und Mitglied dieser Interessenvertretung.

Austausch mit dem Berufsnachwuchs

Bereits vor der Eröffnung des Apothekertages trafen sich haupt- und ehrenamtliche Vertreter von ADEXA mit BPhD-Präsident Max Willie Georgi und anderen Vorstandmitgliedern des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden. Aktuelle Themen waren u. a. ein Ausblick auf die DAT-Anträge, aber auch die Fehlzeitenregelung im PJ. Der ADEXA-Vorsitzende erinnerte zum Abschluss daran, dass auch die Studierenden bereits (kostenfrei) Mitglied bei ADEXA werden können. Mit Blick auf Informationen und Rechtsberatung rund um PJ und Berufseinstieg eine gute Sache.

Hilfe, wir brauchen mehr PTA!

Zusammen mit Vertreterinnen der BVpta-Spitze trafen sich Andreas May und Michaela Jäger von der ADEXA-Fachgruppe PTA mit Dr. Berit Winter und Birgit Vogt (beide ABDA) zum Thema PTA-Ausbildung und Berufschancen. Es wurde noch einmal deutlich, dass alle drei Organisationen eine Novellierung für überfällig halten, um den Beruf attraktiver und zukunftsfest zu machen. Die Teilnehmer berichteten eingangs davon, dass PTA oft händeringend gesucht werden, zum Teil sogar mittels Headhunter und mit hohen Abwerbeprämien.

Zur konkreten Ausgestaltung bestehen nach wie vor Differenzen, die idealerweise ausgeräumt werden sollten, um gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium einen abgestimmten Vorschlag präsentieren zu können. Zur Expopharm haben ADEXA und BVpta deshalb gemeinsam eine neue Online-Umfrage für PTA-Nachwuchs und Kolleginnen im Beruf gestartet, damit die Stimmen der Betroffenen Gehör finden.

Die Stimmung an der Basis aufnehmen

Das Fazit von May am Expopharm-Samstag: „Neben den Treffen mit Vertretern von Verbänden, Fachmedien und Berufspolitik konnte ich in Düsseldorf auch mit vielen ADEXA-Mitgliedern und ehrenamtlich Aktiven reden. So habe ich einen guten Eindruck von der Stimmung an der Basis gewonnen. Das ist für meine Arbeit als Vorstand unverzichtbar!“

ADEXA-Messechefin Minou Hansen freute sich über den bunten Besuchermix und die gute Stimmung im Messeteam, dem auch zwei Vertreter der ADEXA-JuMis angehörten. „Wir hatten unter anderem viele Approbierte am Stand und auch diverse Filialleiterinnen, die unseren Fragebogen ausgefüllt haben. ADEXA möchte die spezifischen Belange dieser Gruppe noch stärker in den Fokus stellen und ihnen gezielte Unterstützung bieten.“

Sigrid Joachimsthaler

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18. September 2017

Kommentar zum Deutschen Apothekertag 2017: Freunde fürs Leben

Beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf trafen sich Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet zur berufspolitischen Weichenstellung (Foto ADEXA)
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hielt kurz vor der Bundestagswahl ein Grußwort bei der Eröffnung des Apothekertages (Foto ADEXA)
Viele VertreterInnen der Fachpresse berichteten von der diesjährigen Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker (Foto ADEXA)
Von den Bundestagsfraktionen hatten nur CDU/CSU und Die Linke je eine Vertreterin zur Podiumsdiskussion nach Düsseldorf geschickt (Foto ADEXA)
Cynthia Milz, für die angestellten Apotheker im ABDA-Vorstand, machte auf die relativ niedrigen Tarifsteigerungen in Apotheken aufmerksam (Foto ADEXA)
ABDA-Präsident Friedemann Schmidt dankte Maria Michalk (CDU) und Kathrin Vogler (Linke) für ihre Teilnahme an mehreren Apothekertagen (Foto ADEXA)
Ein Delegierter der Kammer Westfalen-Lippe mahnte Maßnahmen gegen den Nachwuchsmangel bei PTA an (Foto ADEXA)
Europa: Trotz des Apotheken-Aufregers EuGH-Urteil blieb die Diskussion rund um die Gesundheitspolitik in Europa recht matt (Foto ADEXA)
Einzig der TV-Journalist und ehemalige Leiter des ARD-Studios Brüssel, Rolf-Dieter Krause, belebte die trockene Runde auf dem DAT-Podium (Foto ADEXA)
Max Georgi, Präsident des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden, beteiligte sich als DAT-Ehrengast an der Antragsdiskussion (Foto ADEXA)

Freundschaften aus Studientagen halten oft ein Leben lang – getragen durch gemeinsame Erfahrungen in einer prägenden Lebensphase. Selbst wenn man sich später nur noch sporadisch sieht: Es ist eine vertrauensvolle Beziehung entstanden, die „Sendepausen“ und die Entwicklung in verschiedene Richtungen verkraftet. Sie kennen das sicher selbst.

Wenn die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker sich für gemeinsame Veranstaltungen von Medizinern im PJ und Pharmazeuten im Praktikum ausspricht, bei denen Fallbeispiele aus der Polymedikation  erörtert werden sollen, hat sie genau dieses Bild der freundschaftlichen, sich ergänzenden Zusammenarbeit der beiden Heilberufe im Sinn. Gut so!

In eine ähnliche Richtung zielte auch der sehr begrüßenswerte Antrag, die Präsenz von Apothekern auf Station zu stärken – und sich dabei bundesweit am entsprechenden Gesetzentwurf aus Niedersachsen zu orientieren (der leider aufgrund der aktuellen landespolitischen Situation vorerst auf Eis liegt). Auch hier kann der Ärztenachwuchs im Kontakt mit Stationsapothekern erfahren, wie positiv der pharmazeutische Sachverstand in enger Kombination mit dem medizinischen wirkt. Sie werden diese Erfahrungen in ihre spätere Zeit als niedergelassene Haus- oder Fachärzte mitnehmen –  und das Standing der Apotheker gegenüber der medizinischen Profession wird sich dadurch verbessern. Eine Stärkung der klinischen Pharmazie außerhalb der Krankenhäuser ist damit gleich mitgedacht. Dass natürlich zuvorderst die Patienten profitieren werden, muss standesintern nicht weiter betont werden. Angenehme Begleiterscheinung dürfte ein Imagegewinn für Apotheker in der Öffentlichkeit sein.

Wenn man mehr Pharmazeuten auf Station anstrebt und gleichzeitig den wachsenden Bedarf an Approbierten in den Vor-Ort-Apotheken sieht, geht das natürlich nur mit einer Ausweitung des Studienplatzangebotes. Ein entsprechender Antrag war bereits vorher positiv abgestimmt worden – das nahm dem verbalen Konkurrenzkampf zwischen Krankenhaus- und Präsenzapotheke zum Glück die Schärfe.

Dass Station und Offizin zunehmend um die besten Köpfe konkurrieren werden, ist aus Arbeitnehmersicht außerdem nicht schlecht: Denn sich positiv um Mitarbeiter und deren Arbeitsbedingungen zu bemühen, hat sicher noch keiner Apotheke geschadet!

Der besseren technischen Vernetzung, aber auch der besseren Arbeit jenseits der Offizin, im Pflegeheim oder bei der Visite, dienten mehrere Anträge zum Oberthema „Digitialisierung“. Wer beim elektronischen Medikationsplan mitwirken und das Perspektivpapier 2030 umsetzen will, sollte auch bei anderen digitalen Anwendungen und Projekten aktiv sein – solange die Interessen und der Datenschutz der Patienten gewahrt bleiben.

Zum Thema „Europa“ blieb aus den Impulsreferaten und der Podiumsdiskussion vor allem eine Botschaft hängen: Wer die EU-Kommission und den EuGH überzeugen will, sollte nicht mit der eigenen nationalen Besitzstandswahrung einer Berufsgruppe argumentieren, sondern mit den Vorteilen für die gesamte Bevölkerung Europas. Sicherlich eine Herausforderung für die deutsche Standes- und Gesundheitspolitik, aber keine unlösbare Aufgabe.

Elfriede Hoffmann, ADEXA-Landesvorsitzende Baden-Württemberg, Delegierte der LAK BW

Ellen Oetterer, ADEXA-Landesvorsitzende Westfalen-Lippe, Delegierte der AK WL

Eva-Maria Plank, ADEXA-Fachgruppe ApothekerInnen/Landesvorstand Bayern, Delegierte der BLAK

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