zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

10. August 2016

Strategien gegen die Altersarmut: Eigene Absicherung, längere Lebensarbeitszeit

Deutschlands Bürgerinnen und Bürger werden immer älter. Einmal mehr fordern Wirtschaftsexperten deshalb, das Renteneintrittsalter anzupassen. Sinnvoller wäre, stärker auf individuelle Maßnahmen wie die betriebliche Altersvorsorge zu setzen. 

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) herausfand, erhalten Ruheständler so lange Rente wie nie zuvor. Die Bezugsdauer ist in 2015 bei Frauen auf 22,8 Jahre gestiegen, und bei Männern waren es 18,8 Jahre. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag dieser statistische Wert noch bei 22,1 beziehungsweise 17,5 Jahren. Grund genug für IW-Experten, eine Anpassung in die Diskussion zu bringen. Ihr Plan sieht vor, das Renteneintrittsalter bis 2030 stufenweise auf 69 Jahre und bis 2041 auf 73 Jahre anzuheben. 

Anpassung 27 Jahre nach der Wende


Weitaus wichtiger ist jedoch die Frage, wann das Rentenniveau Ost endlich angepasst wird – schließlich liegt die Wende 27 Jahre zurück. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will bis 2020 für mehr Gerechtigkeit sorgen. Ihr kürzlich veröffentlichter Gesetzesentwurf sieht vor, den Rentenwert Ost zum 1. Januar 2018 um 50 Prozent des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Unterschieds zum Westen anzuheben. Die vollständige Angleichung soll zum 1. Januar 2020 erfolgen. Die sogenannte Bezugsgröße Ost sowie die Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung will Nahles entsprechend anpassen.  

Zuschuss vom Arbeitgeber 

Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) sind noch in anderem Zusammenhang von Bedeutung, Stichwort betriebliche Altersvorsorge. Damit kann jeder Arbeitnehmer mit Teilen seines Bruttogehalts eine Zusatzrente aufbauen. Aus Sicht von Angestellten lohnt sich eine betriebliche Altersversorgung primär aus Gründen der Einsparung von steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Entgeltanteilen. Die späteren Leistungen aus der Versorgung sind voll steuerpflichtig. Da die Einkünfte im Alter in der Regel geringer sind als in der Anwartschaftsphase, profitieren Rentner vom geringeren Steuersatz.

Als Obergrenze für die Entgeltumwandlung hat der Gesetzgeber vier Prozent der BBG in der gesetzlichen Rentenversicherung festgelegt. Zuletzt erhöhte sich die BBG West von 6.050 Euro (2015) auf 6.200 Euro pro Monat (2016). Im Osten erhöhte sich der Wert von 5.200 Euro (2015) auf 5.400 Euro pro Monat (2016). Das bedeutet für Angestellte, mehr Geld auf die hohe Kante legen zu können.

ADEXA-Mitglieder haben bessere Karten: Machen tarifgebundene Angestellte von der Möglichkeit zur Entgeltumwandlung Gebrauch, erhalten sie einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge von 20 Prozent des umgewandelten Betrags. Außerdem wird, abhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit, noch ein Beitrag in zwischen 10,00 und 27,50 Euro durch den Arbeitgeber gezahlt. Lassen Sie sich diesen Vorteil nicht entgehen! 

Michael van den Heuvel 

Weitere Informationen: http://bit.ly/2azatRj

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

12. August 2016

Neue Daten zur sozialen Ungleichheit: Immer ärmer, immer reicher

Nimmt die soziale Ungleichheit in Deutschland zu? Bremst oder fördert Ungleichheit das Wachstum der Wirtschaft? Und wie sollen wir mit Ungleichheit in der Zukunft umgehen? Mit diesen Fragen haben sich Forscher am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung befasst.

Das WSI erhebt regelmäßig Daten von 10.000 Haushalten in Deutschland, um sozioökonomische Trends zu beobachten. Wissenschaftler fanden heraus, dass Einkommensunterschiede im Jahr 2005 einen Maximalwert erreichten. Nach Jahren ohne weiteren Anstieg klafft die Schere seit 2010 weiter auseinander. Ein Ende des Trends zeichnet sich bis heute nicht ab.

Vermögen in wenigen Händen

Damit nicht genug: „Vermögen sind grundsätzlich sehr viel ungleicher verteilt als Einkommen“, schreiben WSI-Experten. Analysen zufolge besitzen zehn Prozent der Haushalte in

Deutschland etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens. Und knapp drei Viertel aller Haushalte müssen mit unterdurchschnittlichen Beträgen auskommen. Weitere neun Prozent sind verschuldet. „Die Ungleichverteilung hat sich in letzter Zeit weiter verschärft. Innerhalb der Eurozone ist Deutschland nach Österreich das Land mit der höchsten Vermögensungleichheit“, heißt es im Report.

Mehr Ungleichheit, weniger Wachstum

Diese Trends haben aber nicht nur für Angestellte verheerende Folgen, sondern für die gesamte Gesellschaft. Forschungsarbeiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommen zu dem Ergebnis, dass Länder mit höherer Einkommensungleichheit mit einem geringeres Wirtschaftswachstum und mit kürzeren

Wachstumsphasen zu rechnen haben als Regionen ohne großen Unterschied. Zur Erklärung: Unteren Einkommensgruppen fehlt bei steigender Ungleichheit mehr und mehr die Möglichkeit, in Bildung zu investieren.

Maßnahmen gegen die Armut

Dazu ein paar Daten aus Deutschland. Im Jahr 2012 lag das mittlere Einkommen für Einpersonenhaushalte bei etwa 20.000 Euro. Rund 14 Prozent hatten weniger als 60 Prozent dieser Summe und waren demnach arm. Etwa 15,5 Prozent aller Angestellten mussten mit einem Bruttostundenlohn von weniger als 8,50 Euro auskommen. Erste Studien zeigen, dass es seit der Einführung des Mindestlohns gerade in den klassischen Niedriglohnbranchen zu überdurchschnittlich hohen Lohnsteigerungen gekommen ist; im Osten stärker als im Westen. „Daher könnte der Mindestlohn den aktuellen Anstieg der Einkommensungleichheit etwas dämpfen“, schlussfolgern WSI-Forscher.

Als weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sehen sie einen höheren gewerkschaftlichen Organisationsgrad, staatliche Investitionen in die frühkindliche Bildung, eine progressive Besteuerung von Kapitalerträgen sowie Strategien gegen Steuerhinterziehung.

Bleiben noch die Renten. Deutschlands Politiker haben durch ihre Reformen den umlagefinanzierten, paritätischen Anteil geschwächt und gleichzeitig das kapitalgedeckte private System gefördert. Gerade Ärmeren fehlen jedoch trotz staatlicher Förderung oftmals die finanziellen Mittel zur privaten Altersvorsorge. Anders als in Ländern wie Österreich sind bei uns nur Angestellte pflichtversichert, während Selbstständige und Beamte mit oftmals besserem Salär eigene Versorgungssysteme haben.

In Deutschland erreicht die sogenannte Nettoersatzquote der Altersrente, also der Nettorentenanspruch gemessen am Nettoarbeitsentgelt vor Renteneintritt, gerade einmal 50 Prozent. In Österreich sind es 92 Prozent. Jetzt ist die Regierung gefordert, Maßnahmen zu ergreifen.

Michael van den Heuvel

Quelle: http://www.boeckler.de/wsi_66092.htm

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

02. Oktober 2017

Campus Pharmazie: Online-Seminare für Approbierte zur Klinischen Pharmazie

„Campus Pharmazie“ ermöglicht Apothekerinnen und Apothekern die berufsbegleitende Teilnahme an moderierten Online-Seminaren zu Themen der Klinischen Pharmazie. Neben vierwöchigen Seminaren werden auch einwöchige Online-Case-Trainings angeboten.

ADEXA-Mitglieder erhalten bei Angabe ihrer Mitgliedsnummer 10 % Netzwerkrabatt.

Aktuell gibt es einen Frühbucherrabatt von 15 %  für verbindliche Anmeldungen bis zum 30.10.2017 für Seminare aus dem Seminarprogramm 2018.

Weitere Informationen: www.campus-pharmazie.de