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13. November 2016

Gewerkschaftssitzung mit Wahlen: Das ist die künftige Doppelspitze von ADEXA

Ab 2017 lenken Andreas May (Erster Vorsitz) und Tanja Kratt (Zweiter Vorsitz) gemeinsam die Geschicke der Apothekengewerkschaft (Foto ADEXA).
Die Erste Vorsitzende Barbara Stücken-Neusetzer hatte nach zehn Jahren im Amt nicht wieder für den Vorstand kandidiert (Foto ADEXA)
Andreas May, derzeit Landesvorsitzender von Bayern, übernimmt zum Jahresbeginn 2017 den Ersten Vorsitz der Gewerkschaft (Foto ADEXA)
ADEXAs Zweite Vorsitzende Tanja Kratt wurde auf der Hebstsitzung für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt (Foto ADEXA)
Seit zwei Amtsperioden bilden Barbara Stücken-Neusetzer und Tanja Kratt den derzeitigen Vorstand der Apothekengewerkschaft (Foto ADEXA)
Barbara Stücken-Neusetzer mit ihrem designierten Nachfolger Andreas May (Foto ADEXA)
Vertreterinnen des ADEXA-Beirats dankten Barbara Stücken-Neusetzer für ihre Arbeit (Foto ADEXA)

Andreas May, PTA und Vorsitzender des ADEXA-Landesvorstands Bayern, wird künftiger Erster Vorsitzender der Apothekengewerkschaft. Er löst zum Jahresbeginn 2017 Barbara Stücken-Neusetzer ab, die nach zehn Jahren im Amt nicht wieder kandidiert hatte. Die bisherige Zweite Vorsitzende Tanja Kratt, die in der Doppelspitze u. a. für Tarife zuständig ist, wurde vom ADEXA-Beirat auf der Herbstsitzung in Hamburg für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Andreas May: „Ich danke meinen Landesvorstandskolleginnen im Beirat für das Vertrauen, das sie mir mit der Wahl ausgesprochen haben. Durch das EuGH-Urteil stehen die öffentlichen Apotheken  und damit auch die Angestellten wieder einmal vor großen Herausforderungen. Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sich die Arbeitsbedingungen trotzdem weiter verbessern. Bei den verantwortlichen Politikern wird sich ADEXA dafür stark machen, dass die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung, die gute pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten, aber auch die Arbeitsplätze gesichert werden.“ Dazu haben der amtierende ADEXA-Vorstand und der Beirat eine Resolution verabschiedet.

Als wichtige ADEXA-interne Herausforderung für 2017 nennen May und Kratt die geplante Strukturreform, für die ein erster Schritt mit der Bildung der vier Regionalen Geschäftsstellen in diesem Jahr bereits getan wurde.

Andreas May ist seit 2009 Vorstandsmitglied der Landesgruppe Bayern, den Vorsitz hat er seit 2015 inne. Er ist außerdem seit 2014 Mitglied der ADEXA-Tarifkommission. Daneben engagiert May sich in der AG Strukturreform und in der Fachgruppe PTA zum Thema Ausbildungsnovellierung. Aufgewachsen in Thüringen, hat May seine PTA-Ausbildung in Augsburg absolviert und ist seit 2004 in öffentlichen Apotheken tätig. Der Vater von drei Kindern wohnt mit seiner Familie in Gundelfingen an der Donau (Bayern).

Weitere Wahlergebnisse

Neben dem Vorstand hat der Beirat auch die ehrenamtlichen Mitglieder der Tarifkommission gewählt: Birgit Engelmann (PI), Gisa Haeger (PKA), Michaela Jäger (PTA), Vanessa Meiler (PKA), Kathrin Niekrenz (Apothekerin), Ulla Odendahl (PKA), Susanne Peters (PTA) und Dorit Voigt (PTA).  Tanja Kratt als Zweite Vorsitzende wird wie in den Vorjahren satzungsgemäß den Vorsitz der Tarifkommission übernehmen; daneben gehört ihr Andreas May ab Januar in seiner Funktion als Erster Vorsitzender qua Amt an.

Tanja Kratt: „Wir haben als vordringliche Aufgabe Gehaltsverhandlungen mit dem ADA auf der To-do-Liste, die auch eine tarifliche Honorierung besonderer Qualifikationen wie Fort- und Weiterbildung umfassen soll.“

Außerdem wurden mit Dagmar Carsten und Gisa Haeger die zwei Mitglieder des Finanzausschusses wiedergewählt.

Großer Dank an Barbara Stücken-Neusetzer

Der Beirat bedankte sich bei Barbara Stücken-Neusetzer für ihr langjähriges Engagement bei ADEXA und wünscht ihr Glück und alles Gute für ihre weitere Lebensplanung  als Privatier. Als Stimme und Gesicht der Gewerkschaft hat sich Stücken-Neusetzer in der Berufspolitik, in den Fachmedien und auch im Bundesgesundheitsministerium mit Elan und kommunikativem Geschick um die Interessen der Angestellten und des Berufsnachwuchses verdient gemacht.

sjo

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13. November 2016

ADEXA-Resolution zur Preisbindung bei Rx-Arzneimitteln

Das EuGH-Urteil zu Rx-Boni (C-148/15) verschafft ausländischen Versandapotheken erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber deutschen öffentlichen Apotheken. Denn sie müssen sich künftig nicht mehr an die deutschlandweit geltende Arzneimittelpreis­verordnung halten.

Dadurch wird sich der bereits seit 2009 anhaltende Rückgang der Apothekenzahlen weiter beschleunigen und von den 138.000 Arbeitsplätzen der Angestellten in öffentlichen Apotheken wird ein Teil abgebaut werden müssen. Die flächendeckende Arzneimittel­versorgung von PatientInnen durch Präsenzapotheken in Deutschland ist daher bedroht und wird sich mittelfristig deutlich verschlechtern.  

Öffentliche Apotheken erfüllen viele Gemeinwohlaufgaben wie den Nacht- und Notdienst, die derzeit nicht einmal kostendeckend honoriert werden. Diese Tätigkeiten können und müssen ausländische Versandapotheken, die nach Deutschland liefern, nicht erfüllen.

Die Argumentation des EuGH, Präsenzapotheken könnten sich beispielsweise mit Rezepturen oder gar höheren Preisen in ländlichen Gegenden gegenüber der ausländischen Konkurrenz behaupten, ist völlig realitätsfern!

Wir fordern ein generelles Versandverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel, wie es auch in den meisten anderen europäischen Ländern aus Gründen des Gesundheitsschutzes besteht.

Damit wäre auch dem Einstieg großer Logistikkonzerne ohne jegliche pharmazeutische Kompetenzen in den nun offenen und lukrativen deutschen Markt ein Riegel vorgeschoben.

Darüber hinaus sollte der Gesetzgeber die Handlungsspielräume der Präsenzapotheken stärken und die pharmazeutische Kompetenz nutzen. Denn die Erst- und Folgeversorgung von Patienten mit minderschweren Erkrankungen durch OTC-Präparate kann und sollte durch die Apotheken geleistet werden, was die Kosten im Gesundheitsbereich für die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten insgesamt senkt. Auch in der Versorgung von chronisch erkrankten und multimorbiden Patienten müssen die Apotheken im Rahmen der Medikationsanalyse stärker eingebunden werden.

Das Knowhow in den öffentlichen Apotheken ist vorhanden! Es müssen nur adäquate  und existenzsichernde Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Wir appellieren an den Gesetzgeber, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die flächen­deckende Versorgung der Bevölkerung weiterhin sicherzustellen und gleichzeitig die Arbeitsplätze in deutschen Apotheken zu schützen!

Der ADEXA-Vorstand und die Vorstände der Landesgruppen im November 2016