zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

21. November 2017

Zum Scheitern der Sondierungsgespräche: Statement von ADEXA-Vorstand Andreas May

Dass die Wählerinnen und Wähler viel Verständnis dafür haben, wenn gewählte Politiker die Verantwortung für das Land aus parteitaktischen Gründen nicht tragen wollen, glaube ich nicht. Für den Apothekenbereich und die Mitarbeiter bedeutet das Scheitern der Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen ein weiteres berufs- und tarifpolitisches Fragezeichen – neben den ausstehenden Ergebnissen des Honorierungsgutachtens und den Folgen des EuGH-Urteils. Diese Unsicherheit ist nicht günstig für jegliche Art der beruflichen Planung.

Solange Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe weiter die Amtsgeschäfte führt, ist zwar eine gewisse Kontinuität zu erwarten. Aber für die Apotheken und das ganze Land muss schnell eine tragfähige, demokratisch legitimierte Lösung gefunden werden. Denn Deutschland braucht eine entscheidungs- und handlungsfähige Regierung: für die gewaltigen nationalen wie  internationalen Aufgaben, die vor uns liegen.

Andreas May

ADEXA-Vorstand

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

18. November 2017

Wem nutzt eine Flexibilisierung? Kommentar von ADEXA-Vorstand Andreas May

Die Standpunkte zum Thema Arbeitszeit scheinen immer weiter auseinanderzudriften: zunächst das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, dass es zulässig sein kann, dass Arbeitnehmer zwölf Tage am Stück arbeiten. Dann folgen die sogenannten Wirtschaftsweisen: Ihr Vorsitzender Christoph Schmidt fordert eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tages zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit und eine Verkürzung der Ruhezeiten von elf auf neun Stunden. Wegen der Digitalisierung! Ideen, die den Wirtschaftsverbänden gefallen, aber auch einigen der Jamaika-Koalitionäre wie der FDP.

Auf der anderen Seite will die IG Metall in ihren anlaufenden Tarifverhandlungen von der 35- auf die 28-Stunden-Woche herunterkommen, zeitlich befristet auf zwei Jahre und mit einem pauschalen Lohnausgleich.

Dass die wachsende, überwiegend einseitige Flexibilisierung von Arbeitszeiten für die Arbeitnehmer mit Problemen einhergeht, ist bekannt. Eine neue Befragung des DGB zeigt gerade: Wer  häufig abends bzw. am Wochenende arbeiten oder ständig erreichbar sein muss, für den ist es schwieriger, seinen Job  und die Familie mit Kindern und/oder pflegebedürftigen Angehörigen unter einen Hut zu bekommen. Und die Zahl der Betroffen wächst, woran Smartphones, WhatsApp und Co. nicht unschuldig sind.

Die Ausnahmeregeln sind in Deutschland schon so zahlreich, dass es keine weitere Aufweichung der Schutzbestimmungen für Arbeitnehmer geben darf. Im Apothekenbereich ist für diejenigen, die flexibel sein können, das tarifliche Jahresarbeitszeitkonto geeignet. Es sieht einen fairen Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor.

Wer bei der Gesetzgebung nur die digitalen Dienstleister im Blick hat, denkt zu kurz. Familien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen – und wenn, dann mehr Flexibilität der Betriebe zugunsten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.   

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

18. November 2017

Kindergeld-Anspruch jetzt prüfen: Bald weniger Zeit für rückwirkende Anträge

Ab Januar gelten kürzere Antragsfristen für rückwirkende Kindergeldanträge. Darauf weist der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in einer Mitteilung hin. Experten empfehlen gerade Eltern mit unklarem Anspruch, sich rechtzeitig zu informieren.

Momentan bekommen Eltern für das erste und zweite Kind je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und für jedes weitere Kind 223 Euro. Das Kindergeld muss bei der zuständigen Familienkasse schriftlich beantragt werden. Für Erziehungsberechtigte ist nicht immer klar, ob sie tatsächlich Anspruch haben. Steht ihnen Kindergeld weiter zu, falls Tochter oder Sohn nach der Erstausbildung eine weitere Ausbildung beginnen? Oder wie ist die Sachlage bei sozialen Diensten im Ausland? In beiden Fällen haben die Eltern Anspruch auf Zahlungen, beantragen diese aber oft nicht. Das hat der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL) beobachtet.

Nicht abwarten, sondern handeln

Erich Nöll, Geschäftsführer des BVL, weist alle Berechtigten jetzt auf neue Fristen hin. Derzeit kann Kindergeld noch für vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Konkret bedeutet das: Bis zu vier Jahre nach dem Kalen­derjahr, in dem der Beginn des Anspruchs lag, kann Kindergeld für diesen Zeitraum beantragt werden. Wer bis zum 31. Dezember 2017 alle Formalitäten erledigt, erhält die Zahlungen rückwirkend bis einschließlich Januar 2013.

Zum 1. Januar 2018 greifen Änderungen im Einkommenssteuergesetz. Dann verkürzt sich die Frist auf sechs Monate. Das bedeutet: Anträge im Januar 2018 sind nur noch rückwirkend bis zum Juli 2017 möglich.

Michael van den Heuvel

Quelle: Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL)

Alle Termine im Überblick