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06. Juli 2018

Apothekerinnen-Kongress 2018: Hinfallen, aufstehen, weitermachen

Die Referentinnen Dr. Nicole Bührsch und Christa Kinshofer sowie die Organisatorin Barbara Frank (v.l.). Foto: City Team / Apothekerinnen-Kongress
Auch in diesem Jahr bekamen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen beim Apothekerinnen-Kongress neue Impulse für den Beruf. Foto: City Team / Apothekerinnen-Kongress
Das besondere Ambiente des Apothekerinnen-Kongresses wird auch durch den Starnberger See geprägt. Foto: ADEXA

Am 23. Juni fand in Starnberg der 5. Apothekerinnen-Kongress statt. Er stand unter dem Motto „Optimistisch in die Zukunft – Gibt es den weiblichen Weg zu Wachstum und Erfolg?“ Von Barbara Frank und Sabine Kierner wie in den Vorjahren hervorragend organisiert, waren der Einladung viele Kolleginnen, aber auch Männer gefolgt.

Als erstes Highlight auf der Suche nach dem weiblichen Weg zum Erfolg machte die Olympia-Gewinnerin im Skirennen, Christa Kinshofer, den Anfang. Anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte, die von einigen Rückschlägen geprägt war, erläuterte sie die Bedeutung des mentalen Verarbeitens von Misserfolgen, um die geforderte Leistung unter Druck erbringen zu können. Nachdem der Deutsche Skiverband die Umstellung der Slalom-Technik auf Kipp-Stangen verschlafen hatte und die deutschen Damen der Konkurrenz nur noch hinterherfahren konnten, kam es 1984 zu starken Auseinandersetzungen zwischen Kinshofer und dem Verband. Sie zog die Konsequenzen und startete fortan für Holland. Dies bedeutete aber, dass sie sich von ganz unten wieder hochkämpfen musste, denn ihre bisher eingefahrenen Punkte des Internationalen Skiverbands wurden ihr aberkannt. Mit eiserner Disziplin, Geduld und psychologischer Unterstützung schaffte sie es 1987, als „Holländerin“ internationale deutsche Meisterin zu werden. Daraufhin wurde sie vom Deutschen Skiverband wieder aufgenommen und sie gewann 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary erneut Silber und Bronze. Ihr Fazit für die Kongressteilnehmerinnen: „Man darf hinfallen, aber man muss wieder aufstehen“.

Optimismus und Resilienz

Weiter ging es mit der Psychologin Dr. Nicole Bührsch und dem Thema „Optimismus und Resilienz“. Dabei stand die Aufarbeitung von Krisen und deren spezielle weibliche Umsetzung als Weg zum Erfolg im Fokus.

Optimisten zeigen eine lebensbejahende, heitere Grundhaltung und stellen sich in zuversichtlicher Weise der Gegenwart und Zukunft. Optimismus bedeutet vom dauerhaften Erfolg überzeugt zu sein, Selbstvertrauen, dass man es schaffen wird und die Gewissheit der Dauerhaftigkeit.

Mit Resilienz bezeichnet man die Widerstandskraft, Belastbarkeit und die Fähigkeit zur Krisenbewältigung. Resilienz hängt mit verschiedenen, persönlichen, kognitiven und emotionalen Aspekten zusammen. Aber auch Umwelteinflüsse wie Familie, Arbeit, Freunde, Schule spielen eine Rolle. Das soziale Umfeld wird als Unterstützung genutzt; man muss es nicht alleine schaffen.

Für Bührsch gibt es keinen Erfolg ohne Frauen. Frauen sind als Unternehmerinnen  selbstkritischer als Männer, sie haben mehr Zweifel und schätzen den Status nicht so hoch ein. Aber die Erfahrung zeigt, dass bei Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen Umsatz und Gewinn steigen. Optimismus und die Akzeptanz unangenehmer Gefühle, Gedanken und Erfahrungen stehen am Anfang der „7 Säulen der Resilienz“, gefolgt von der Wahrnehmung von Emotionen und der Besinnung auf die „eigenen Werte“. Weiter wichtig: die Opferrolle verlassen, Verantwortung übernehmen und Netzwerke schaffen. Und nicht zuletzt die Zukunft autonom und flexibel gestalten, fürsorglich kooperationsfähig und emotional dieser zugewandt sein.

Infos zum Apothekenmarkt

Elisabeth Berghaus, Abteilungsdirektorin bei der ApoBank München, stellte danach einige Zahlen zum Apothekenmarkt vor, unter Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Besonderheiten. Der Anteil der Frauen in Existenzgründungen hat weiter zugenommen. Frauen gründen aber später als Männer. Sie investieren zurückhaltender und übernehmen weniger Filialen. Jede achte Filiale ist ein Verlustbringer, zwei Drittel liegen unter dem Durchschnitt.

Außerdem berichtete sie von einer Studie mit jungen Ärzten, Zahnärzten und Apothekern, die das Zukunftsbild der Heilberufe im Jahr 2030 erforschen sollte. Dabei war nach der Berufsmotivation, der Art der Berufsausübung, der Digitalisierung, dem Zusammenhalt im Berufsstand und dem Rollenverständnis gefragt.

Weitere Vorträge zur Verhandlungsführung, zum emotionalen Marketing, zur autonomen Warenwirtschaft und  Fortbildung durch Videos rundeten den Tag ab.

Den Abschluss bildete eine Gesprächsrunde mit erfolgreichen Frauen aus unterschiedlichen Branchen. Auf Grund der bereits weit fortgeschrittenen Zeit waren leider nur noch kurze Statements möglich. Dennoch lautete das Fazit dieser Frauenrunde: „Man sollte sich selber und die anderen lockerer nehmen.“

Elfriede Hoffmann und Elke Fischer
AG Filialleitung bei ADEXA

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06. Juli 2018

EPhEU-Vorstandssitzung in Zagreb: „Wir wollen Mitglied werden!“

Der EPhEU-Vorstand in Zagreb: Präsidentin Ulrike Mayer hintere Reihe Mitte, Andreas May vorne links. Foto: EPhEU

Am 14. Juni traf sich der Vorstand des Europäischen Verbands angestellter Apotheker in öffentlichen Apotheken  (EPhEU) in Zagreb zur Sitzung. Dabei standen unter anderem Anfragen aus Irland, Russland, Weißrussland, Spanien und Albanien auf der Tagesordnung.

Die Datenschutzgrundverordnung ist nicht nur für die Apotheken selbst, sondern auch für Verbände wie EPhEU relevant. Darauf ging EPhEU-Präsidentin Mag. pharm. Ulrike Mayer (Österreich) in ihrem Bericht ein.

Fragebogen zu den Arbeitsbedingungen

Auf der neugestalteten EPhEU-Website sind jetzt zwei Fragebogen zu den Arbeitsbedingungen in den europäischen Ländern abrufbar: einer für Organisationen, die angestellte Apotheker in öffentlichen Apotheken vertreten, ein weiterer für einzelne Kolleginnen und Kollegen. 

Interesse an einer Mitgliedschaft bei EPhEU gibt es aus mehreren Ländern. EPhEU-Vorstandsmitglieder trafen sich dazu unter anderem mit Vertretern der Staatlichen Chemischen und Pharmazeutischen Universität von St. Petersburg. Kontakte gab es außerdem mit der Pharmazeutischen Gewerkschaft von Irland und mit Interessenten in Minsk (Weißrussland). Zur Generalversammlung am 16. und 17. Oktober in Warschau sollen diese Länder, aber auch Vertreter aus Spanien, eingeladen werden. EPhEU leistet darüber hinaus auf Wunsch auch Unterstützung zum Aufbau von gewerkschaftlichen Strukturen vor Ort.

am/sjo

Weitere Informationen

Der „Europäische Verband der in öffentlichen Apotheken angestellten Apotheker” (Employed Community Pharmacists in Europe, kurz EPhEU) hat derzeit acht ordentliche Mitglieder: Deutschland, Frankreich, Kroatien,  Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen und das Vereinigte Königreich. Einen Beobachterstatus haben Vertreter aus Belgien, Monaco, Montenegro und Ungarn (epheu.eu/members/)

Dem Vorstand von EPhEU gehören derzeit an: Ulrike Mayer (Präsidentin; A), Serge Caillier (Vizepräsident, F), Raimund Podroschko (Generalsekretär; A), Andreas May (Schatzmeister; D), Katarina Fehir Šola (K), Mark Koziol (UK), Greta Torbergsen (N).

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