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15. Oktober 2018

Apothekenlandschaft vor dem Umbruch? Expopharm und DAT 2018 mit ADEXA

ADEXA-Messechefin Minou Hansen hatte wieder für einen guten Mix aus Information und Aktionen am ADEXA-Stand gesorgt (Foto: ADEXA/mvdh)
ABDA-Präsident Friedemann Schmidt bekam für seine Eröffnungsrede in München "standing ovations" (Foto ADEXA/mvdh)
Von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich die Apothekerschaft mehr konkrete Vorschläge erhofft (Foto ADEXA/mvdh)
Immerhin stehen laut Spahn Fragen der Apothekenhonorierung in den nächsten 6-7 Monaten zur Entscheidung und Umsetzung an (Foto ADEXA/mvdh)
Apotheker warben für die Apotheke vor Ort als einen unverzichtbaren Bestandteil von "Heimat" (Foto ADEXA/mvdh)
Bundesgesundheitsminister Spahn und ABDA-Präsident Schmidt werden in Kürze über die Zukunft der Apotheken verhandeln (Foto ADEXA/sjo)
Elfriede Hoffmann, Delegierte und ADEXA-Aktive, forderte eine Auseinandersetzung mit der Nachwuchssituation der PKA (Foto ADEXA/sjo)
Auf der Fachmesse präsentierte das ADEXA-Messeteam alle Vorteile, von denen Gewerkschaftsmitglieder profitieren (Foto ADEXA/mvdh)
ADEXA-Vorstand Tanja Kratt (rechts) im Gespräch mit Messebesucherinnen (Foto ADEXA/sjo)
Schnellzeichner Mr. Kiss machte Porträts der Besucher am ADEXA-Stand (Foto ADEXA/sjo)
Elfriede Hoffmann begründete die zwei Ad-hoc-Anträge, die ADEXA initiiert hatte (Foto: ADEXA/sjo)
Ein Ad-hoc-Antrag von Elfriede Hoffmann und KollegInnen zur Verlängerung der schulischen PTA-Ausbildung auf 30 Monate (Foto ADEXA/sjo)
Ellen Oetterer, Delegierte, ADEXA-Beirat und PTA-Lehrkraft, plädierte für die Verlängerung der PTA-Fachschulzeit (Foto: ADEXA/sjo)
Angenommen wurde der folgende Antrag, der die Standesorganisationen zu einem verstärkten Einsatz für die PKA-Ausbildung auffordert (Foto ADEXA/sjo)
Aktiv für die Berufsgruppe PKA: v. l. Ellen Oetterer, Ulla Odendahl, Eva-Maria Plank, Elfriede Hoffmann (Foto ADEXA/sjo)
Andreas May und Tanja Kratt (Vorstand) sowie Ulla Odendahl (Ltg. Berufsgruppe PKA) mit zwei der aktiven ADEXA-Delegierten (Foto: ADEXA/sjo)
ADEXA-Messechefin Minou Hansen und der ADEXA-Vorstand waren mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden (Foto ADEXA/sjo)

Sonnige Tage in München, aber am Apothekenhorizont ziehen neue dunkle Wolken auf: Das wurde auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag deutlich. Immerhin gab es auch Anzeichen, dass die Apothekerschaft in Zeiten des Fachkräftemangels nicht auf qualifizierte PTA und PKA verzichten will. Auf der Fachmesse wurden am ADEXA-Stand viele interessante Gespräche geführt und Neumitglieder geworben.

Mittwoch, 10. Oktober

Während am ADEXA-Stand die ersten Besucher begrüßt wurden, startete ADEXA-Juristin Minou Hansen die Vorbereitung für den Filialleiter-Workshop, der Teil des Seminarangebotes von Ausstellern war. Gemeinsam mit der AG Filialleitung bei ADEXA bietet dieses Format vor allem die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen in der gleichen Situation auszutauschen, sowie rechtliche Infos und Tipps zur guten Kommunikation im Team. Fazit nach vier Stunden Diskussion: eine wichtige und gelungene Veranstaltung , die sicher demnächst in einer anderen Region wiederholt wird.

Ab 14 Uhr war die Fachöffentlichkeit gespannt, welche Botschaften Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Apothekertag (DAT) für die deutschen Apotheken im Gepäck hatte. Richtig konkret wurde es allerdings nicht: Weder wollte Spahn eine Zusage für die Umsetzung des (von ihm wenig geliebten) Rx-Versandverbotes machen, noch hatte er ein spruchreifes Alternativmodell dabei. Allerdings drückt Spahn jetzt aufs Tempo: Schon am Ende der nächsten sechs bis sieben Monate soll das Gesetzgebungsverfahren im Gange sein. Da müssen die Apotheker wohl schnell über einen Plan B entscheiden, auch wenn dies offiziell noch nicht laut gedacht werden darf.

Nach dem Vortrag von ABDA-Geschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz hakte ADEXA-Mitglied und Delegierte Elfriede Hoffmann ein: Beim Thema Ausbildung vermisste sie das Thema PKA – und kündigte den Veranstaltern deshalb einen Ad-hoc-Antrag an.

Donnerstag, 11. Oktober

Am ADEXA-Stand verteilte Stefanie Pertz, Aktive bei den JuMis bei ADEXA, den druckfrischen Flyer für junge Mitglieder und solche, die es werden wollen.

Am Nachmittag ging es beim DAT um die Frage „Gesundheitskompetenz – wieviel weiß der Patient wirklich?“ Angesichts des täglichen Kundenkontakts wirkte diese Podiumsdiskussion mit vorhergehenden Impulsreferaten allerdings ein bisschen wie das Tragen von Eulen nach Athen.

Freitag, 12. Oktober

Nach dem Antragsblock zum Thema Digitalisierung, der keine großen Kontroversen aufwarf, wurde es am späteren Vormittag spannend:  Ein sehr offen formulierter Antrag der Kammer Nordrhein zum Berufsbild PTA stand zur Abstimmung. In der Diskussion wurde aber auch ein Ad-hoc-Antrag von ADEXA-Delegierten vorgetragen, bei dem es explizit um die Forderung nach einer auf 30 Monate verlängerten Fachschulzeit ging. Nachdem bereits zuvor in der Debatte eine Verlängerung des Praktikums auf zwölf Monate angedacht worden war, sah sich die Mehrheit der Delegierten offenbar außerstande, mehr als ein vages Bekenntnis zu einem zukunftsweisenden und fachlich qualifizierten PTA-Berufsbild zu geben. Immerhin ist klar, dass ADEXA und BVpta die Interessen der Berufsgruppe der PTA weiterhin kämpferisch gegenüber dem Ministerium vertreten werden – und dazu gehört laut zweier Umfragen auch die verlängerte Fachschulzeit.

Angenommen wurde ein weiterer Ad-hoc-Antrag aus den Reihen der ADEXA-Delegierten zum Berufsbild PKA. Hier wollen die Delegierten den Einsatz von Kammern und Verbänden verstärken, um Nachwuchs zu werben, Ausbildungsplätze zu schaffen und die Berufsgruppe insgesamt vor dem „Aussterben“ zu bewahren (siehe auch DAZ 41, Seite 109). Entsprechende Plakate hingen am ADEXA-Messestand aus.

Am Freitagnachmittag lockte dort auch wieder der Münchner Zeichner Mr. Kiss Besucherinnen und Besucher an, die ihr Schnellporträt mit nach Hause nehmen konnten.

Die DAT-Abschlussrede von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt klang einigermaßen düster: Es wird sich vieles ändern, so seine Prognose. Das wirkte beunruhigend – zumal  Jens Spahn für deutlich mehr Überraschungen gut ist als sein Vorgänger im Amt, Hermann Gröhe.

Samstag, 13. Oktober

Der besucherstärkste Tag auf der Messe, die auch ADEXA-Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet anzog. Am ADEXA-Stand traf sich ADEXAs Erster Vorsitzender Andreas May mit dem BPhD-Präsidenten Max Willie Georgi und weiteren Vorstandsmitgliedern der Interessenvertretung der Pharmaziestudierenden.

ADEXAs Messechefin Minou Hansen zog am Samstagabend ein rundum positives Fazit der Expopharm – so wie auch die beiden ADEXA-Vorstände Andreas May und Tanja Kratt: „Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlich Aktiven vom Messeteam, die wieder zum sehr guten Gelingen beigetragen haben. Und besonders auch allen berufspolitischen engagierten Delegierten aus den Reihen der ADEXA-Mitglieder und denjenigen, die die beiden von ADEXA initiierten Anträge unterstützt haben, ein großes Dankeschön!“

Sigrid Joachimsthaler

 

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15. Oktober 2018

PTA-Ausbildung: Verlängerung ist wichtig und möglich!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertages in München angekündigt, dass er den PTA-Beruf jetzt überarbeiten will. Ein zukunftsweisendes Berufsbild für die PTA war auch Gegenstand der Antragsberatung in der Hauptversammlung der Apothekerinnen und Apotheker. Mit Details mochte sich die Mehrheit der Delegierten in München aber nicht auseinandersetzen.

„ADEXA und der BVpta sind in dieser strategischen Frage weiter und schneller“, sagt ADEXA-Vorstand Andreas May. „Wir werben in den kommenden Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium weiterhin für eine Verlängerung der Schulzeit auf 30 Monate. Hierfür hat sich auch die klare Mehrheit der betroffenen PTA-Schülerinnen, Praktikanten und jungen PTA in zwei Umfragen mit jeweils rund 900 Teilnehmern ausgesprochen. Zweieinhalb Jahre Fachschule sind machbar, wenn man es will.“

„Mit Blick auf den von Spahn angekündigten Wegfalls des Schulgeldes entfällt künftig auch ein Argument der Gegner einer Verlängerung“, ergänzt die BVpta-Bundesvorsitzende Sabine Pfeiffer van Rijswijk. „Wichtig ist aber vor allem: Die insgesamt dreijährige Ausbildung macht den Beruf für Schulabgänger deutlich attraktiver. Denn sie sorgt für einen besser qualifizierten Berufsnachwuchs, der die künftigen Herausforderungen zum Beispiel bei der Beratung zur Selbstmedikation, aber auch beim QMS, bei der Dokumentation und beim großen Feld der Digitalisierung meistern kann.“

ADEXA und der BVpta halten eine längere Fachschulzeit für dringend geboten, weil ein Umbau bei den Inhalten allein zu kurz greift.  Eine Verlängerung des Praktikums auf zwölf Monate, wie sie auch diskutiert wird, würde aus Sicht von Gewerkschaft und Bundesverband PTA dagegen lediglich die Tendenz verstärken, dass der Berufsnachwuchs als billige Arbeitskraft ausgenutzt wird.

Gemeinsame Presseerklärung von ADEXA und dem BVpta

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