zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

26. Juli 2018

Kommentar von Andreas May: Tarifkonflikt: Aktiv gegensteuern – jetzt ADEXA-Mitglied werden

„Mir ist die Lust an diesem Beruf vergangen, und das betrifft nicht nur das Gehalt“, „Für die Verantwortung, die wir PTAs jeden Tag haben, ist das Gehalt eigentlich ein Witz“, „Gut wäre, wenn sich kein Nachwuchs mehr findet... dann regelt sich das mit dem Gehalt ganz alleine“, „Dann gehen wir halt in die Industrie“: Solche Kommentare hat ADEXA nach Abbruch der ersten Tarifrunde über Facebook bekommen. Die Postings zeigen, wie erbost Angestellte wirklich sind.

Wir hatten uns für öffentliche Apotheken entschieden

Doch eine Flucht in andere Branchen löst keine Probleme. Erinnern Sie sich noch? Wir hatten uns ursprünglich für Apothekenberufe entschieden, um Menschen zu helfen, um hervorragend zu beraten und um eben nicht nur in einem Büro zu sitzen. Diese Entscheidung sollten wir nicht leichtfertig opfern.

Untersuchungen der Bundesagentur für Arbeit haben außerdem gezeigt, dass Apothekerinnen oder Apotheker längst als Mangelberuf mit niedriger Arbeitslosigkeit gelten. Aber auch bei PTA oder PKA bleibt so manche Stelle länger vakant. Deshalb sind Apothekenangestellte an und für sich in einer starken Position.

Gemeinsam stärker

Nur als Einzelkämpfer stehen die Chancen, Rahmenbedingungen grundlegend zu ändern, schlecht. Sich nur beschweren, löst auf die Dauer auch keine Probleme. Und mit der Flucht aus einer an und für sich guten Branche – können Sie sich ernsthaft vorstellen, keine Kundenkontakte mehr zu haben? – ist es auch nicht getan.

Deshalb schlagen wir Ihnen vor: Werden Sie Mitglied bei ADEXA und dadurch Teil einer starken Gemeinschaft! Es erwarten Sie engagierte Kolleginnen und Kollegen aller Berufsgruppen, Rechtsberatung zu allen Fragen in Ihrem Arbeitsleben sowie aktuelle Informationen zu allen Themen rund um die Apothekenberufe. Sie ärgern sich über die Blockadehaltung der Arbeitgeber? Dann wird es höchste Zeit, Ihrer Gewerkschaft beizutreten!

Andreas May
ADEXA – Die Apothekengewerkschaft
Erster Vorsitzender

zurück zur Übersicht AKTUELLES >>

26. Juli 2018

Teilnotdienste im Tarifvertrag – Österreich und Deutschland im Vergleich

Im Nachbarland hat sich der Verband angestellter Apotheker Österreichs (VAAÖ) mit dem Österreichischer Apothekerverband auf Zahlungen bei Teildiensten verständigt. Bei uns gelten solche Regelungen schon länger. ADEXA hat in dem Zusammenhang andere Tarifforderungen.

In Österreich leisten manche Apotheken während der Abendsprechstunden von Ärzten sogenannte Teilnotdienste. Sie versorgen Patienten mit Arzneimitteln, bis benachbarte Praxen geschlossen haben. Allerdings sah der Kollektivvertrag (bei uns Tarifvertrag) für pharmazeutische Fachkräfte nur Besoldungsregeln für einen Bereitschaftsdienst am Tag oder während der Nacht vor. Diese Lücke haben Gewerkschaft und Arbeitgeber jetzt geschlossen. ADEXA erreichten aufgrund von Medienberichten mehrere Anfragen zur Situation in Deutschland.

Ein Blick in die Tarifverträge

Grundlagen zur Regelung bei Notdiensten sind im Bundesrahmentarifvertrag und im Rahmentarifvertrag Nordrhein jeweils die Paragrafen 6. Demnach erhalten Angestellte für jede Notdienstbereitschaft in der Nacht (18.30 Uhr bis 08.00 Uhr) nach Wahl des Apothekeninhabers entweder Freizeit oder eine Vergütung. Bei Freizeit sind zwischen 18.30 und 22.00 Uhr 3,5 Stunden und ab 22.00 bis 8.00 Uhr 5,5 Stunden gutzuschreiben. Die Vergütung orientiert sich an den Spalten 2a und 2b des Gehaltstarifvertrags. Das sind bis zu 82,00 Euro für die ersten 3,5 Stunden plus 85,00 Euro für die Zeit von 22.00 bis 8.00 Uhr. Leisten Angestellte Dienste an Sonn- und Feiertagen (8.00 bis 18.30 Uhr), erhalten sie 10,5 Stunden Freizeit oder eine entsprechende Vergütung laut Spalte 3 des Gehaltstarifvertrags, die bis zu 247,00 Euro beträgt. Sollten sich beispielsweise zwei Approbierte einen 24-Stunden-Dienst teilen, erhalten sie je nach Uhrzeit und Stundenzahl anteilig Freizeit oder Vergütung.

Die 13-Prozent-Regelung kippen!

ADEXA hat in den aktuellen Tarifverhandlungen andere Ziele. Erhalten Angestellte ein Gehalt von mindestens 13 Prozent über Tarif, ist ihre Dienstbereitschaft nach dem aktuell gültigen Tarifvertrag pauschal abgegolten. Wir fordern in den bevorstehenden Rahmenverhandlungen, diese „13-Prozent-Regelung“ zu streichen, da sie nicht mehr zeitgemäß ist. Außerdem muss für alle Berufsgruppen mit Notdienstbereitschaft über eine angemessene Vergütung diskutiert werden. Für die Zeit zwischen 22:00 Uhr und 8:00 Uhr, sprich zehn Stunden, erhalten sie entweder 5,5 Stunden Freizeit oder 85,00 Euro Vergütung nach dem Gehaltstarif ADA. Der Gehaltsbestandteil entspricht 8,50 Euro pro Stunde. Hier müssen Arbeitgeber nachlegen!

Tanja Kratt
ADEXA – Die Apothekengewerkschaft
Zweite Vorsitzende

Alle Termine im Überblick