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05. November 2018

Nordrhein: Filialleiter-Tarif kommt

Die Leiterin der ADEXA-Tarifkommission, Tanja Kratt, begrüßt die Vereinbarung mit der TGL, weil so berufliche Entwicklungsmöglichkeiten tariflich abgebildet werden. (Foto: ADEXA)
Die AG Filialleitung bei ADEXA hat sich wiederholt für eine tarifliche Einstufung für die Schlüsselposition Filialleitung ausgesprochen. (Foto: contrastwerkstatt/Fotolia)

Die Tarifvertragsparteien TGL Nordrhein und ADEXA – Die Apothekengewerkschaft haben sich bei einem Treffen Ende Oktober darauf geeinigt, eine tarifliche Einstufung für Filialapothekenleitungen auf den Weg zu bringen. Über die Ausgestaltung werden TGL und ADEXA noch weiter verhandeln.

„Wir haben Verständnis für das Anliegen auf Mitarbeiterseite und möchten der besonderen Verantwortung, die Filialleiter nach Apothekenbetriebsordnung und Apothekengesetz übernehmen, wertschätzend Rechnung tragen. Hierzu benötigen wir ein innovatives Modell“, erläutert die TGL-Vorsitzende, Dr. Heidrun Hoch. „Obwohl die Filialleiter zur Berufsgruppe der Approbierten gehören, erbringen sie eine darüber hinausgehende Leistung, die wir anerkennen müssen.“

Schon seit längerem war der Ruf der LeiterInnen von Filialapotheken nach tariflichen Regelungen unüberhörbar. „ADEXA begrüßt daher die Bereitschaft der TGL Nordrhein, dem Wunsch der Approbierten in Filialleitungsfunktion nach einer eigenen tariflichen Einstufung zu entsprechen, außerordentlich!“, erklärt Tanja Kratt, Leiterin der Tarifkommission bei ADEXA. „Das zeigt berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf und macht damit den Apothekerberuf insgesamt attraktiver.“

Ein weiteres Thema war die Honorierung von besonderen Leistungen der MitarbeiterInnen. Dazu wollen die Tarifvertragsparteien den Tarifvertrag zur leistungsorientierten Bezahlung (LOB) im kommenden Jahr überarbeiten.

Dr. Heidrun Hoch: „Schon bei der Entwicklung des Konzepts zur Leistungsorientierten Bezahlung 2010 bis 2012 war es uns ein Anliegen, besondere Leistungen auch besonders wertschätzen und honorieren zu wollen.“ Die nun geplante modifizierte Form des LOB-Vertrages soll in der Praxis leichter anwendbar sein.

 

 

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05. November 2018

ADEXA, BVpta und ABDA beim BMG: Arbeitstreffen zur PTA-Ausbildungsnovellierung

Von ADEXA und BVpta nahmen an dem Treffen im Bundesgesundheitsministerium teil (v. l.): Michaela Freudenfeld (ADEXA-Referat Schulen & Unis), Ingrid Heberle (ADEXA-Berufsgruppe PTA), Sabine Pfeiffer (BVpta-Bundesvorsitzende), Andreas May (ADEXA-Vorstand), Bettina Schwarz (BVpta Geschäftsführerin), Katja Hennig (BVpta). Foto: ADEXA/BVpta
ADEXA und der BVpta fordern eine Verlängerung der PTA-Ausbildung von 2,5 auf 3 Jahre. Dafür soll die Fachschulausbildung von 24 auf 30 Monate ausgeweitet werden, so wie bei andern Gesundheitsfachberufen auch. Außerdem sind diverse inhatliche Änderungen nötig, um den gestiegenen Anforderungen im HV und im Labor Rechnung zu tragen. (Foto: Marco Wydmuch/Fotolia)

Am 2. November trafen sich in Berlin VertreterInnen der Apothekengewerkschaft ADEXA, des Bundesverbandes PTA e. V. und der ABDA mit Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums. Bei dem mehrstündigen Gespräch wurden die Standpunkte der Politik, der apothekerlichen Standesvertretung und der Interessenvertreter der PTA zur Neuordnung der PTA-Ausbildung ausgetauscht.

ADEXA-Vorstand Andreas May: „Das Treffen war sehr offen und konstruktiv. Es wurde deutlich, dass das Ministerium – nicht zuletzt aufgrund unseres beharrlichen Engagements – die PTA jetzt wirklich im Fokus hat und beim Novellierungsprozess auf den Startknopf gedrückt hat.“

BVpta-Bundesvorsitzende Sabine Pfeiffer van Rijswijk ergänzt: „Wir haben noch einmal erläutern können, warum BVpta und ADEXA die Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre für geboten halten. Dabei wissen wir die Mehrheit der PTA und des Berufsnachwuchses hinter uns.“

ADEXA und BVpta fordern neben einer inhaltlichen Neuausrichtung, die Fachschulausbildung von 24 auf 30 Monate zu verlängern. Ein längeres PTA-Praktikum wird aus verschiedenen Gründen für wenig zielführend gehalten. Dazu die Leiterin des ADEXA-Referates Schulen & Unis, Michaela Freudenfeld: „Wir wissen, dass die Qualität der praktischen Ausbildung  und die Möglichkeit, sich auf die abschließende Prüfung vorzubereiten, von Apotheke zu Apotheke sehr unterschiedlich sind. Bei einem einjährigen Praktikum wäre das Risiko noch höher, dass – statt einer guten und breitgefächerten Anleitung – die PTA-Praktikantinnen lediglich als billige Arbeitskraft eingesetzt werden.“

 

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04. November 2018

Europäischer Verband angestellter Apotheker: Neuer EPhEU-Vorstand gewählt

Die Teilnehmer der 7. Generalversammlung der "European Association of Employed Community Pharmacists" in Warschau (Foto: EPhEU)

Am 16. und 17. Oktober fand in Warschau die diesjährige Generalversammlung der Employed community Pharmacists in Europe (EPhEU) statt. Neben Vorstandsberichten und Neuwahlen zum Executive Board standen Neuigkeiten aus den Mitgliedsländern sowie eine Working Session zum Thema Digitalisierung auf dem Programm.

EPhEU-Präsidentin Ulrike Mayer (Österreich) und Vizepräsident Serge Caillier (Frankreich) berichteten von diversen Kontakten mit Gewerkschaften und anderen Interessenvertretern angestellter Apotheker nicht nur in Europa: unter anderem beim FIP-Weltkongress in Glasgow, in Island bei einem Treffen von Pharmazeutinnen, in Irland, in St. Petersburg und mit einer Organisation in Quebec, Kanada.

Ein zentraler Tagesordnungspunkt am ersten Tag waren die Wahlen zum neuen Vorstand. Mayer und Caillier hatten satzungsgemäß nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert. Das Executive Board setzt sich ab 1. Januar 2019 wie folgt zusammen:

     

  • Neue Präsidentin ist künftig Katarina Fehir Šola aus Kroatien.
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  • Zum Vize-Präsidenten gewählt wurde Raimund Podroschko (Österreich).
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  • Das Amt des Generalsekretärs übernimmt Piotr Merks (Polen).
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  • Schatzmeister bleibt Andreas May (Deutschland, ADEXA)
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  • Dem Vorstand gehören außerdem Greta Torbergsen (Norwegen), Mark Koziol (UK) und Philippe Floquet (Frankreich) an.
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Aus den Mitgliedsländern

Von den anwesenden Delegationen gab es Kurzberichte über die Situation der angestellten Apotheker und der öffentlichen Apotheken in den Mitgliedsländern. Hier einige Auszüge: 

Norwegens Delegation berichtete über einen neuen Tarifvertrag und wachsende Mitgliederzahlen. Aktuell laufen in norwegischen Apotheken Pilotprojekte für Grippeimpfungen und Reisevakzinen.

Auch in Frankreich gibt es mittlerweile in vier Regionen spezialisierte Apotheken, die Grippeimpfungen anbieten. Ein Medikationsreview wird für ältere Patienten angeboten, die mehr als fünf verschreibungspflichtige Arzneimittel einnehmen.

In Polen hat die vor kurzem gegründete Gewerkschaft Polish Trade Union of Pharmacy Workers (ZZPF) mit der polnischen Apothekerkammer eine Kampagne gestartet: „Fragen Sie Ihren Pharmazeuten nach Nebeneffekten“. ZZPF arbeitet auch mit der Ärztekammer und der Vertretung der Physiotherapeuten zusammen. Außerdem gibt es Workshops mit kanadischen Pharmazeuten zum Thema Kommunikationskompetenzen. Neu ist eine gesetzliche Regelung, wonach nur Gewerkschaftsmitglieder von Tarifverträgen profitieren.

Digitalisierung: Gefahr oder Chance?

Nach drei Präsentationen zu den Themen E-Rezept (Irena Pezelj, Kroatien), elektronische Gesundheitsakte (Philippe Floquet, Frankreich) und E-Pharmacy (Paul Day und Mark Koziol, UK) diskutierten die Teilnehmer über Risiken und Chancen der Digitalisierung im Apotheken- und Gesundheitsbereich. So könnte zum Beispiel mit der wachsenden personalisierten Medizin für Apotheken auch die Nachfrage nach personalisierten Zubereitungen steigen. Es herrschte Einigkeit darüber, dass Pharmazeuten Möglichkeiten brauchen, mehr und bessere Dienstleistungen für die Patienten anzubieten, aber auch für diese bezahlt werden müssen. Außerdem müssten die universitären Lehrpläne an diese neuen Leistungen angepasst werden. Fakt ist jedenfalls, dass viele der IT-basierten Dienstleistungen oder auch Impfungen, über die die deutschen Apotheker noch diskutieren, im europäischen Ausland bereits angeboten werden.  

Einig waren sich die Teilnehmer auch darin, dass der persönliche Kontakt – trotz zunehmender Digitalisierung – weiterhin die wichtigste Beziehung mit Patienten darstellt. Diese Form des Kontaktes soll aufrechterhalten werden, so das Votum der EPhEU-Vertreter.

Sigrid Joachimsthaler

 

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