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07. Mai 2018

Ältere Angestellte gezielt fördern: Zu wenige Angebote in Betrieben

Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kritisieren, Arbeitgeber würden Berufstätige über 50 nicht ausreichend unterstützen. Apotheken haben selbst als Kleinbetriebe vielfältige Möglichkeiten zur gesundheitlichen und fachlichen Förderung.

Laut Angaben der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten heute mehr 50 Prozent der 50- bis 64-Jährigen, Tendenz weiter steigend. Im Jahr 2000 waren es nur 30 Prozent.  Lutz Bellmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wollte wissen, inwieweit Arbeitgeber mit der Herausforderung umgehen.

Weniger Unterstützung, weniger Fortbildung

Analysen des IAB-Betriebspanels mit rund 16.000 Betrieben zeigten, dass es trotz steigender Zahlen an älteren Angestellten keinen Anstieg bei der Zahl unterstützender Maßnahmen gibt. Im Jahr 2011 hatten 18 Prozent aller Firmen spezielle Programme, während es 2015 nur noch 17 Prozent waren. Das zeigt sich speziell bei Fortbildungen: Über alle Jahrgänge gemittelt, nahmen laut IAB-Analysen 35 Prozent der Beschäftigen an Kursen teil. In der Gruppe 50+ waren es nur 27 Prozent.

Apotheken haben „vielfältige Möglichkeiten“

ADEXA-Vorstand Tanja Kratt weist darauf hin, dass selbst Apotheken als Kleinbetriebe „vielfältige Möglichkeiten“ hätten. Sie rät dazu, mindestens einmal pro Jahr Mitarbeitergespräche zu führen und dabei auch Fortbildungsmöglichkeiten zu besprechen. „Angestellte mit langjähriger Berufserfahrung brauchen spezielle Angebote, um ihr Wissen zu vertiefen“, so Kratt. „Das Spektrum an Möglichkeiten ist in einer sich rasch entwickelnden Wissenschaft wie der Pharmazie aber größer denn je.“

Gleichzeitig rät die ADEXA-Vorsitzende Apothekenleitern, Möglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu nutzen. Zufriedene, motivierte und gesunde Mitarbeiter seien auch für den wirtschaftlichen Erfolg eine zentrale Voraussetzung. Unterstützung erhalten Inhaber von mehreren Seiten. Sie können sich an Firmenkundenberater von Krankenkassen wenden, bei denen die Angestellten versichert sind, um Möglichkeiten zu besprechen. 

Außerdem können Chefs pro Mitarbeiter und Jahr bis zu 500 Euro für qualitätsgeprüfte Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung steuerfrei ausgeben (§ 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz). Finanzämter orientieren sich inhaltlich an den Qualitätskriterien der Krankenkassen, sprich dem Leitfaden Prävention. Details hat der GKV-Spitzenverband online zusammengestellt.

Michael van den Heuvel

Quellen

Lutz Bellmann et al., Konstanz altersgerechter Maßnahmen trotz steigender Beschäftigung Ältere; Zusammenfassung online unter: http://t1p.de/gdnm 

GKV-Spitzenverband, Betriebliche Gesundheitsförderung; online unter: http://t1p.de/7zt0

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07. Mai 2018

Recht auf Fortbildung und Kündigungsschutz: Die DS-GVO aus der Sicht von Angestellten

Zum 25. Mai tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und auch das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) in Kraft. Viele – wenn nicht sogar alle – Apotheken werden Datenschutzbeauftragte berufen. Angestellte sollten ihre Rechte und Pflichten kennen.

Die DS-GVO bringt in einigen Punkten Interpretationsspielräume mit sich. Experten diskutieren kontrovers, ob – wie bisher – ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden muss, falls „mindestens zehn Personen ständig mit der automatisierten Datenverarbeitung beschäftigt sind“. Aufgrund der besonderen Sensibilität von Gesundheitsdaten gibt es auch Interpretationen, dass jede Apotheke künftig interne oder externe Experten benötigt.

Fortbildung erforderlich

Die Aufgabe kann intern jede Mitarbeiterin oder jeder Mitarbeiter übernehmen. Der Chef oder die Chefin sind jedoch ausgenommen. Eine spezielle Ausbildung als Apotheker/in, PTA oder PKA ist nicht erforderlich.

Beim Datenschutzbeauftragten handelt es sich keineswegs um Alibi-Funktionen. Sie müssen ab dem 25. Mai an die zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten gemeldet werden. Um in einer Apotheke die komplexen Aufgaben zu erfüllen, sind in vielen Fällen Fortbildungen erforderlich. Grundkurse dauern vier bis fünf Tage und werden von zahlreichen Akademien angeboten. Welche Mindestanforderungen erforderlich sind, ist offen. Höchstwahrscheinlich kommen vom „Düsseldorfer Kreis“, einem Gremium der Landesdatenschutzbeauftragten, in einigen Wochen detaillierte Empfehlungen.

Arbeitsrechtlich ist die Sache deutlich klarer: Angeordnete Fortbildungen sind als reguläre Arbeitszeit zu bewerten. Möglicherweise kommen Spesen wie Fahrgeld oder Übernachtungskosten mit hinzu. Kündigen Angestellte, sind Vertragsklauseln zur Rückzahlung von Kosten häufig unwirksam (siehe ADEXA-Beitrag in DAZ 13 vom 29.3.2018, S. 99, online unter http://t1p.de/f4a2).

Besonderer Kündigungsschutz

Datenschutzbeauftragte haben in ihrer späteren Praxis verantwortungsvolle Aufgaben. Sie beraten Apothekenleiter, damit es nicht zu Datenpannen kommt. Das kann schnell zu heiklen Situationen führen. Nicht alle Chefs werden Kritikpunkte annehmen, sollten Empfehlungen ausgesprochen werden. Deshalb nehmen interne Datenschutzbeauftragte eine Sonderstellung im Betrieb ein (§ 6 BDSG-neu):

  • Eine Abberufung als Datenschutzbeauftragte/r ist nur aus wichtigem Grund zulässig. Das heißt, es liegen Tatbestände vor, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen (Diebstahl u. a.).
  • Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist unzulässig, es sei denn, dass Tatsachen vorliegen, welche den Arbeitgeber zur Kündigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigen (§ 626 BGB).
  • Nach dem Ende der Tätigkeit als Datenschutzbeauftragte/r ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses innerhalb eines Jahres unzulässig. Auch hier gilt wiederum die Ausnahme für fristlose Kündigungen aus wichtigem Grund.

Michael van den Heuvel

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07. Mai 2018

Therapieoptionen für die Frau: Erlebnis- und Gewerkschaftstag am 9. Juni 2018

In Hannover findet unser diesjähriger ADEXA-Erlebnis- und Gewerkschaftstag statt. Auf dem Programm: Beratungswissen für Ihre Apothekenkundinnen, aber auch ein Blick auf die Zukunft von Arbeit und Gewerkschaften. Und last but not least geht es um die Frage, warum Mann und Frau so oft aneinander vorbeikommunizieren – und wie sie sich im Gespräch besser verständigen können.

In den Pausen können Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Auch von den ADEXA-Berufsgruppen, den JuMis bei ADEXA und aus den Regionsvorständen sind Vertreter vor Ort und stehen für Fragen zur Verfügung.

Die Veranstaltung ist für Apothekenangestellte kostenfrei. Sie wurde zur Akkreditierung für das freiwillige Fortbildungszertifikat angemeldet. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl haben ADEXA-Mitglieder Vorrang. Weitere infos und Anmeldung unter www.adexa.online.de/hannover. 

Der 8. Erlebnis- und Gewerkschaftstag findet im Mercure Hotel Hannover City statt (Willy-Brandt-Allee 3, 30169 Hannover). Das Hotel liegt im Innenstadtbereich rund 1 km vom Hauptbahnhof entfernt. Zur U-Bahn-Station Aegidientorplatz sind es nur 400 m.

08:45 Einlass und Registrierung
09:15 Begrüßung
09:30 Arbeit und Solidarität 4.0 – Zukunft der offenen Gesellschaft: Prof. Dr. Harald Welzer
10:30 Kaffeepause
11:00 Erkrankungen von Frauen: Apothekerin Marion Sparenberg
12:00 Mittagspause
13:00  PMS und Wechseljahre – homöopathisch und pflanzlich behandeln:  Apotheker Dr. Sebastian Michael
14:00 Kaffeepause
14:30 Typisch weiblich – typisch männlich: Lisa Roth, M.A.
15:30 Ende der Veranstaltung

 

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